Gu­tes für den Bauch

War­um der Ma­gen oft emp­find­lich re­agiert und was ihn ver­söhnt

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Blä­hun­gen, zie­hen­de oder ste­chen­de Schmer­zen, Krämp­fe, Ver­stop­fung – und dann plötz­lich wie­der Durch­fall: läs­ti­ge Be­schwer­den, die uns den All­tag er­schwe­ren und die Freu­de am Le­ben ver­mie­sen kön­nen. Vor al­lem, weil Ärz­te mit ih­ren klas­si­schen Un­ter­su­chungs­me­tho­den oft kei­ne Ur­sa­che für das Cha­os in un­se­rem Bauch fin­den. Sie kön­nen nichts mes­sen, nichts er­tas­ten, und auf Ul­tra­schal­lo­der Rönt­gen­bil­dern zei­gen sich kei­ne Auf­fäl­lig­kei­ten. Bil­den wir uns un­se­re Be­schwer­den al­so vi­el­leicht ein­fach nur ein? Nein, sa­gen Gas­tro­en­te­ro­lo­gen – es gibt ei­ne or­ga­ni­sche Ur­sa­che, die man aber selbst mit High­tech-Ver­fah­ren nicht nach­wei­sen kann: Un­ser Darm lei­det un­ter ei­ner Art De­pres­si­on! Ex­per­ten spre­chen von funk­tio­nel­len Stö­run­gen, in die­sem Fall vom so­ge­nann­ten Reiz­darm­Syn­drom.

Un­ser ge­sam­ter Ma­gen-Darm-Be­reich ist von ei­nem dich­ten Ge­flecht

an Ner­ven­strän­gen um­ge­ben, mit über 100 Mil­lio­nen Ner­ven­zel­len. Es ko­or­di­niert Darm­be­we­gun­gen und ver­an­lasst die Aus­schüt­tung von Ver­dau­ungs­säf­ten. Eben­so nimmt es aber auch In­for­ma­tio­nen und Ein­drü­cke aus un­se­rer Um­welt wahr, ver­ar­bei­tet sie und sen­det sie ans Ge­hirn.

Der Bauch fühlt mit

Dort kommt die Bot­schaft „Ich füh­le mich wohl“oder „Mir geht es schlecht“an. Das ist nur mög­lich, weil zwi­schen der Kom­man­do­zen­tra­le in un­se­rer Kör­per­mit­te – dem Bauch­hirn – und un­se­rem Ge­hirn per­ma­nent Si­gna­le aus­ge­tauscht wer­den. For­scher fan­den her­aus, dass die Bo­ten­stof­fe, die Ner­ven­zel­len im Kopf und im Darm nut­zen, na­he­zu iden­tisch sind. So fühlt der Darm ge­wis­ser­ma­ßen im­mer mit. Ste­hen wir stän­dig un­ter Stress, re­agiert er mit Blä­hun­gen, Völ­le­ge­fühl und Schmer­zen, eben „de­pres­siv“. Spä­tes­tens wenn die Sym­pto­me meh­re­re Ta­ge an­hal­ten, soll­ten wir et­was tun. Sonst ge­ra­ten wir in ei­nen Teu­fels­kreis: Die Ma­gen-Darm-Pro­ble­me stres­sen uns zu­sätz­lich und ver­stär­ken sich da­durch wei­ter.

Ba­lan­ce für Leib und Lau­ne

Wich­tig des­halb: Wir müs­sen ganz be­wusst auf Ent­span­nungs­pha­sen ach­ten. Al­les, was uns ent­stresst und run­ter­bringt, hilft auch dem Darm: Yo­ga, Atem­übun­gen oder ein­fach re­gel­mä­ßi­ge kur­ze Pau­sen im Ar­beits­all­tag. Dar­über hin­aus kön­nen pflanz­li­che Mit­tel un­se­ren ge­reiz­ten Ma­gen-Darm-Trakt wie­der ins Gleich­ge­wicht brin­gen. Be­son­ders gut eig­net sich ein Mix aus hoch do­sier­tem Pfef­fer­min­zund Küm­mel­öl (z. B. in „Car­ment­hin“-Kap­seln, re­zept­frei in der Apo­the­ke). Bei­de Öle ent­hal­ten Pflan­zen­wirk­stof­fe in kon­zen­trier­ter Form: Pfef­fer­min­ze sorgt für ei­nen küh­len­den Ef­fekt, der Schmer­zen lin­dert und Krämp­fe löst. Küm­mel be­ru­higt die Ner­ven des Bauch­hirns und re­du­ziert Blä­hun­gen.

SOS-Mas­sa­gen

Doch nicht nur von in­nen, auch von au­ßen kön­nen wir ei­ni­ges tun, um un­se­ren Bauch wie­der gnä­dig zu stim­men: Die­se drei klei­nen Mas­sa­gen wir­ken krampf­lö­send und ver­dau­ungs­för­dernd.

Bei Ver­stop­fung Ein sim­pler Trick hilft ef­fek­tiv da­bei, die Ver­dau­ung auf Tr­ab zu brin­gen: ei­ni­ge Mi­nu­ten leicht mit den Fin­gern auf die Bauch­de­cke trom­meln. Bei Bauch­weh Im Uhr­zei­ger­sinn um den Bauch­na­bel strei­chen. Krei­se erst lang­sam ver­grö­ßern, dann wie­der ver­klei­nern. Von vorn be­gin­nen. Bei Übel­keit Aku­pres­sur wirkt: Der Druck­punkt ge­gen Übel­keit be­fin­det sich auf dem Un­ter­arm – et­wa 5 cm un­ter dem Hand­ge­lenk. Im Akut­fall 5 Min. mit dem Dau­men mas­sie­ren. •

Kal­te Ge­trän­ke är­gern den Bauch – auch bei Hit­ze

Tipp Fri­sche Kräu­ter ge­ben je­dem Es­sen ei­ne be­son­sie de­re No­te – und re­gen Ap­pe­tit und Ver­dau­ung sanft an!

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