Ge­sun­de Ge­len­ke

OP ver­mei­den mit den neu­en Wun­der-Me­tho­den

Meins - - Inhalt - VON VE­RA BAJIC

Autsch, was war das denn bit­te? Wir ha­ben schon zig­mal die­se Trep­pe ge­nom­men – und auf ein­mal zwickt es im Knie. Auch wenn wir es uns bis­wei­len nicht ein­ge­ste­hen – spä­tes­tens ab dem 50. Ge­burts­tag wol­len un­se­re Ge­len­ke oft nicht mehr wie wir. Sie zi­cken rum und ma­chen mit Schmer­zen oder Steif­heit auf sich auf­merk­sam. Knie und Hüf­te sind da­bei die größ­ten Sen­si­bel­chen. Kein Wun­der, als tra­gen­de Ge­len­ke ver­lan­gen wir ih­nen je­den Tag ei­ni­ges ab.

„Kur­ze Spit­zen­be­las­tun­gen sind kein Pro­blem – aber die per­ma­nen­te Über­for­de­rung durch ein­sei­ti­ge kör­per­li­che Ar­bei­ten oder Über­ge­wicht sind Gift für die Ge­len­ke“, sagt Or­tho­pä­de Prof. Sven Os­ter­mei­er von der Ge­len­kK­li­nik in Gun­del­fin­gen. Und dar­aus ent­steht lei­der oft ein fa­ta­ler Kreis­lauf: Die Kno­chen der über­las­te­ten Ge­len­ke rei­ben an­ein­an­der – mit der Zeit wird die schüt­zen­de Knor­pel­schicht im­mer dün­ner. Durch den per­ma­nen­ten Ver­schleiß lie­gen un­se­re Kno­chen im schlimms­ten Fall ir­gend­wann blank, ent­zün­den sich und ver­lie­ren ih­re Form. Meist lau­tet die Dia­gno­se: Ar­thro­se – rund je­der Zwei­te ist be­reits da­von be­trof­fen. Aber zum Glück müs­sen wir uns nicht mit quä­len­den Dau­er­schmer­zen ab­fin­den. Denn wir kön­nen das Schmerz­ma­nage­ment selbst in die Hand neh­men – und die Ent­zün­dung oft noch stop­pen. Das funk­tio­niert? Ja, vor al­lem dann, wenn sich Hüft-, Knie­oder Schul­ter­lei­den erst im An­fangs­sta­di­um be­fin­den. Geht doch! 6000 Schrit­te hal­ten uns ge­schmei­dig … Bei leich­ter Knie­ar­thro­se le­gen wir uns am bes­ten ei­nen Schritt­zäh­ler zu – und ge­hen täg­lich 6000 Schrit­te (ent­spricht et­wa 4 km). Dann ha­ben wir gu­te Chan­cen, auch in Zu­kunft be­weg­lich zu blei­ben – so das Er­geb­nis ei­ner USStu­die. Selbst mit 1000 Schrit­ten pro Tag kön­nen wir viel er­rei­chen – und das Ri­si­ko von Ein­schrän­kun­gen beim Ge­hen, Auf­ste­hen und Trep­pen­stei­gen um bis zu 18 Pro­zent ver­rin­gern. Fas­ten­kur schickt un­se­re Schmer­zen in die wüs­te Statt Pil­len zu schlu­cken, ein­fach ei­ne Wei­le aufs Es­sen ver­zich­ten? Für Men­schen mit ei­ner Ar­thro­se im Knie, in der Hüf­te oder den Fin­ger­ge­len­ken könn­te sich das loh­nen. Ei­ne Stu­die der Uni Je­na zeigt: Wäh­rend ei­ner 15-tä­gi­gen Saft­fas­ten­kur nach der Bu­ch­in­ger-Me­tho­de re­du­zier­te ein Teil der Pa­ti­en­ten sei­nen täg­li­chen Schmerz­mit­tel­kon­sum deut­lich und ver­bes­ser­te sei­ne Ge­lenk­be­weg­lich­keit. Bei den üb­ri­gen hat­te

sich der Schmerz so weit ver­flüch­tigt, dass sie ganz auf Ta­blet­ten ver­zich­ten konn­ten. Der Ef­fekt hielt noch Wo­chen nach Fas­te­nen­de an. Der Grund: Nicht nur die Ge­wichts­ab­nah­me führt zu ei­ner Ent­las­tung der Ge­len­ke. Das Fas­ten nor­ma­li­siert auch un­se­re Blut­wer­te – und das wirkt sich po­si­tiv auf die Funk­ti­ons­tüch­tig­keit un­se­rer Ge­len­ke aus.

die Mucki­bu­de tut un­se­ren Ge­len­ken gut

Zieht es in den Kni­en oder der Schul­ter, ver­zich­ten vie­le auf Sport – völ­lig falsch. Denn aus­rei­chend Be­we­gung be­güns­tigt die Ver­sor­gung des Knor­pels mit Nähr­stof­fen und stärkt un­se­re Mus­keln. Aber wel­che Art von Fit­ness ist ide­al? Das frag­ten sich auch For­scher der Uni Pitts­burgh. Ihr Er­geb­nis: Kraft­trai­ning wirkt bes­ser als Aus­dau­er­sport. Denn es ak­ti­viert nicht nur den Ge­lenk­stoff­wech­sel, son­dern för­dert auch ge­zielt den Mus­kel­auf­bau – und ent­las­tet da­mit un­se­re Knor­pel­schicht. Wenn wir drei­mal pro Wo­che trai­nie­ren (Ein­wei­sung durch Phy­sio­the­ra­peu­ten), ver­rin­gern wir Knie­schmer­zen deut­lich.

Flo­wer-Po­wer: wir pflü­cken uns Schmerz­lin­de­rung

„Das Sanf­te ist oft das Er­folg­reichs­te“, wuss­te schon Pfar­rer Kn­eipp. Das gilt auch für Ge­len­klei­den. Bei Pa­ti­en­ten mit Knie-Ar­thro­se ver­bes­sert sich laut Stu­die nach drei­wö­chi­ger The­ra­pie mit Ar­ni­ka-Gel deut­lich die Be­weg­lich­keit. Ver­ant­wort­lich da­für sind u. a. so­ge­nann­te Ses­qui­ter­pen­lac­to­ne, die Schwel­lun­gen und Ent­zün­dun­gen di­rekt im Ge­lenk be­kämp­fen. Sal­be mehr­mals täg­lich auf­tra­gen. Auch aus der Wüs­te Afri­kas naht Hil­fe: Die Teu­fels­kral­le (Prä­pa­rat) lin­dert Schmer­zen, ver­bes­sert die Be­weg­lich­keit. Das „Teu­fels­zeug“heißt Al­lan­to­in – der Stoff stoppt den Ei­weiß­ab­bau im Ge­lenkk­nor­pel. Ta­ges­do­sis: 960 mg Ex­trakt. Vit­amin-E-Ga­ben von 15 mg pro Tag stei­gern die Wir­kung.

Kno­bi hält uns nicht nur Vam­pi­re vom Leib

Klar ach­ten wir auf ge­sun­de Kost. Ein Vi­tal­stoff-Hoch im Kör­per hält näm­lich die „bö­se“Ara­chi­don­säu­re in Schach – ei­ne Fett­säu­re, die Ent­zün­dun­gen und da­durch Ge­lenk­schmer­zen för­dert. Schwei­ne­schmalz, Le­ber, Wurst, Fleisch und Eier dar­um mög­lichst mei­den. Zu­grei­fen dür­fen wir da­ge­gen bei Lauch­ge­mü­se, Knob­lauch und Zwie­beln. Die dar­in ent­hal­te­nen Di­sul­fi­de ha­ben ei­ne knor­pel­schüt­zen­de Wir­kung – vor al­lem bei Hüft­ar­thro­se.

I FEEL Good! Ein Tag am Meer ent­spannt nicht nur un­se­re See­le – son­dern auch un­se­ren Ge­len­kap­pa­rat

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