Was be­deu­tet uns die Waa­ge?

… mit 50, 60, 70?

Meins - - Inhalt -

Mit den Jah­Ren ka­men die KuR­ven. Ich füh­le mich heRR­lich weib­lich!

Ach, ich ge­hö­re zu den Glück­li­chen, die es­sen kön­nen, was sie wol­len, wann sie wol­len und wie viel sie wol­len, und trotz­dem schlank blei­ben. Dar­um ha­ben mich schon mei­ne Mit­schü­le­rin­nen be­nei­det – und spä­ter mei­ne Toch­ter, die eher nach ih­rem Va­ter kommt. Die hat ei­ne kna­cki­ge Fi­gur, fin­det sich aber zu dick. Ver­fällt aber glück­li­cher­wei­se nicht in Diät­wahn, son­dern in Kla­gen. Wäh­rend mein Sohn mei­ne Ver­an­la­gung ge­erbt hat – aber für ihn ist es ein Glück, dass ich weiß, wie es ist, wenn man zu­neh­men soll und nicht kann. Als ich ganz jung war, hat­te mein Schlank­sein durch­aus sei­ne Schat­ten­sei­ten. Denn wenn es mir schlecht ging, ent­we­der weil ich krank war oder mir ir­gend­was auf der See­le brann­te, ha­be ich we­nig ge­ges­sen – ein­fach weil ich nichts run­ter­be­kam. Aber auch wenn es zum Bei­spiel heiß war, hat­te ich kei­nen Ap­pe­tit. Es gibt ja Men­schen, die in Frust­pha­sen rund um die Uhr fut­tern. An­de­re hö­ren auf zu es­sen – wie ich. Und dann war Alarm: in der Schu­le, zu Hau­se und bei mei­nen Ärz­ten. Mei­ne Mut­ter hät­te mich am liebs­ten ge­stopft wie ei­ne Mast­gans und droh­te mit The­ra­pie. Da­bei war ich nicht ma­ger­süch­tig. Und wenn, wä­re die­ses gan­ze Tra­ra so­wie­so kon­tra­pro­duk­tiv ge­we­sen. Wer sich selbst schon Druck macht, braucht ja nicht noch mehr! Ich muss­te in mei­nen su­per­dün­nen Pha­sen dann täg­lich auf die Waa­ge. Was an sich un­sin­nig ist, denn das Kör­per­ge­wicht schwankt ja von Tag zu Tag. Ich selbst fand es üb­ri­gens gar nicht so toll, so su­per­schlank zu sein. Ich ha­be die Mäd­chen be­nei­det, die Kur­ven hat­ten, wäh­rend ich noch mit 17 nur müh­sam Körb­chen­grö­ße A füll­te. Seit­her ha­be ich ein sehr kri­ti­sches Ver­hält­nis zur Waa­ge. Ich wie­ge mich nie! Mit den Jah­ren bin ich auch et­was „run­der“ge­wor­den – und ich mag mich so! Die­ser Kör­per­kult, der in un­se­rer Ge­sell­schaft be­trie­ben wird, macht mich rich­tig wü­tend. Ich ha­be jetzt mein Wohl­ge­fühl­ge­wicht und die Fi­gur, die ich gern mit 18 ge­habt hät­te … An­ja, 53

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.