So grün wie Neu­see­land – nur viel nä­her!

Mit­ten im At­lan­tik ließ sich MEINS­Fo­to­re­dak­teu­rin me­la­nie Schneid von der grü­nen In­sel São Mi­guel ver­zau­bern und ist ab jetzt auf ei­nem Azo­ren­hoch!

Meins - - Meine Reise -

Wow! Ei­nen grü­ne­ren Ort ha­ben wir auf un­se­ren Rei­sen sel­ten ge­se­hen – und Bea­te und ich ha­ben schon ei­ni­ge Län­der be­reist. Auf der Azo­ren­in­sel São Mi­guel grünt und blüht es über­all, so­gar die Luft riecht ir­gend­wie grün.

Das strah­len­de Blau des Him­mels mit den klei­nen Schäf­chen­wol­ken bil­det ei­nen tol­len Kon­trast da­zu, und wir kön­nen uns gar nicht satt­se­hen an den in­ten­si­ven Far­ben. „Ir­gend­was blüht hier auf der In­sel im­mer“, er­zählt un­ser Rei­se­füh­rer Ro­bert von Oli­marRei­sen, der – seufz – der Lie­be we­gen auf die Azo­ren aus­ge­wan­dert ist. „Nur 56 Pflan­zen­ar­ten sind en­de­misch, al­so hier hei­misch.“Al­le an­de­ren Pflan­zen sei­en im Lau­fe von meh­re­ren Jahr­hun­der­ten auf die In­sel ge­bracht wor­den. Des­halb blü­hen die Pflan­zen zu ganz un­ter­schied­li­chen Jah­res­zei­ten. Und da auf den Azo­ren das gan­ze Jahr über ein mil­des Kli­ma herrscht, füh­len nicht nur wir uns hier sau­wohl, son­dern auch die Flo­ra aus al­ler Welt.

Stau­nend wan­dern wir am Ran­de des Vul­kan­kra­ters Se­te Ci­da­des ent­lang und ha­ben vom Aus­sichts­punkt Vis­ta do Rei wahr­lich ei­nen kö­nig­li­chen Aus­blick auf die zwei ver­schie­den­far­bi­gen Se­en im Tal des ehe­ma­li­gen Vul­kans. „São Mi­guel ist ein ech­tes Wan­der­pa­ra­dies“, er­klärt Ro­bert. „Es gibt hier per­fek­te Rou­ten so­wohl für An­fän­ger als auch für er­fah­re­ne Wan­de­rer.“Bea­te und ich sind er­lei­chert! Denn als ech­te Wan­der­vö­gel wa­ren wir bis­her nicht un­ter­wegs.

Und tat­säch­lich. Der Weg in den Kra­ter ist nicht zu steil, da­für sind die Aus­bli­cke gi­gan­tisch. Nach ca. zwei St­un­den er­rei­chen wir das Ört­chen Se­te Ci­da­des. Von dort fah­ren wir zur Caldei­ra Vel­ha – das sind Ther­mal­be­cken mit­ten in der Wild­nis! Die war­men Na­tur­pools, die un­ter an­de­rem durch ei­nen Was­ser­fall ge­speist wer­den, sind um­ge­ben von gi­gan­ti­schen Baum­far­nen und ur­wald­ar­ti­gen Pflan­zen. Fast er­war­tet man, gleich wür­de Tar­zan auf­tau­chen, der sich an ei­ner Lia­ne ins

Was­ser schwingt. Wir na­schen an den sü­ßen Blü­ten des wil­den Ing­wers und freu­en uns über Hol­stei­ner Kü­he, die ge­mäch­lich vor uns über die Stra­ße tra­ben. Ein­ge­zäunt sind sie nur durch ge­wal­ti­ge Hor­ten­si­en­bü­sche, de­ren sau­re Blät­ter sie nicht fres­sen. Ge­schickt kra­xeln sie die steils­ten Hän­ge hin­auf und sind das gan­ze Jahr drau­ßen. Das merkt man be­son­ders den le­cke­ren Kä­se­sor­ten an. Doch nicht nur Milch­pro­duk­te wer­den auf den Azo­ren pro­du­ziert. Auf der grü­nen In­sel be­fin­den sich die letz­ten zwei Tee­plan­ta­gen Eu­ro­pas. In der Tee­ma­nu­fak­tur Chá Gor­rea­na pro­bie­ren wir uns durch die mil­den Grün- und Schwarz­tee­sor­ten. Da­nach gön­nen wir uns ein Bo­lo Lê­ve­do, sü­ßes Brot, das in der Pfan­ne ge­ba­cken wird. Vor al­lem mit Mar­me­la­den­sor­ten wie Süß­kar­tof­fel oder To­ma­te ein Hit! Über­haupt in­ter­es­sant, wie er­fin­de­risch die Azo­rer in Sa­chen Es­sen sind. Co­zi­do das Fur­nas ist ein Fleisch- und Ge­mü­see­in­topf, der in Erd­lö­chern durch die Hit­ze der Schwe­fel­quel­len ge­gart wird. Nur gut, dass wir die vie­len Ka­lo­ri­en beim Wan­dern wie­der los­wer­den.

Am let­zen Tag stel­len wir uns wie­der aufs Stadt­le­ben ein und shop­pen uns in der ent­zü­cken­den In­sel­haupt­stadt Pon­ta Del­ga­da durch klei­ne Bou­ti­quen. Auch Bea­te und ich wer­den der Lie­be we­gen wie­der nach São Mi­guel zu­rück­keh­ren – denn die wun­der­schö­ne In­sel mit ih­ren ent­spann­ten Be­woh­nern und der fan­tas­ti­schen ­Na­tur­hat­un­ser­Herz­ero­bert.­•­­

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.