Ei­ne Di­ät nach deR an­de­Ren – was füR ein Blöd­sinn!

Meins - - Mein Leben -

Als ich kurz über 30 war, fing ich an, zu­zu­neh­men. Vor al­lem an der Tail­le, auf die ich im­mer so stolz war. Na, das ist doch kein Wun­der bei drei Kin­dern, hieß es dann. Dar­auf hat man’s frü­her ja gern ge­scho­ben. Die Wahr­heit ist aber: Ich ha­be gern Süß­kram ge­nascht, wenn ich er­schöpft war. Und dann ha­be ich über­haupt kei­nen Sport mehr ge­macht – mit den Kin­dern und dem Haus­halt war das ir­gend­wie nicht drin. So leg­te ich im­mer mehr zu – mein Kör­per zeig­te mir die Quit­tung! In mei­ner Ver­zweif­lung ha­be ich ei­ne Di­ät nach der an­de­ren aus­pro­biert, da­mals ka­men ja an­dau­ernd neue Mo­deDiä­ten auf den Markt. Das Ab­neh­men klappt im­mer ganz gut. Nur blö­der­wei­se wa­ren die Pfun­de ge­nau­so schnell wie­der drauf, weil man ja im­mer die glei­chen Feh­ler wie­der macht. Er­näh­rungs­um­stel­lung war da­mals ja noch ein Fremd­wort. Mei­ner Fa­mi­lie ging es auch ziem­lich auf die Ner­ven, dass ich oft nicht mit­aß oder auch oh­ne Ge­nuss die­sen blö­den Diä­ten folg­te. Ich war an­dau­ernd mies drauf und völ­lig fi­xiert auf Ki­los und Ka­lo­ri­en. Da­bei ha­be ich es ge­hasst, täg­lich un­ter­schied­li­che Mahl­zei­ten für mei­ne Fa­mi­lie und mich zu­be­rei­ten zu müs­sen. Ir­gend­wann ha­be ich Nä­gel mit Köp­fen ge­macht, mei­ne Waa­ge in den Müll ge­schmis­sen und ein­fach kon­se­quent FDH ge­macht. End­lich konn­te ich wie­der ge­nuss­voll le­ben – nur eben mit we­ni­ger auf dem Tel­ler. Mit die­ser Me­tho­de fah­re ich jetzt schon vie­le, vie­le Jah­re gut. Ich gön­ne mir so­gar Ku­chen, al­lein schon, weil ich lei­den­schaft­lich gern ba­cke. Ka­lo­ri­en zäh­le ich kei­ne mehr, ich schät­ze sie grob ein, das hilft mir. Vor al­len Din­gen ha­be ich wie­der be­gon­nen, Rad zu fah­ren, und ich ge­he ein­mal die Wo­che schwim­men. Dass mit den Wech­sel­jah­ren noch das ei­ne oder an­de­re Pfünd­chen da­zu­kam, ist mir egal. Wer muss denn mit 70 plus noch aus­se­hen wie ein Mo­del? Heu­te ver­ste­he ich gar nicht mehr, wie­so ich mir das Le­ben so ver­gällt ha­be. Ich ge­nie­ße es, wie­der zu ge­nie­ßen! Ma­ri­an­ne, 73

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