Hal­lo, schö­ne neue Zwei­sam­keit

Da wa­ren’s nur noch zwei. Wie der Aus­zug der Kin­der un­se­re Be­zie­hung plötz­lich auf die Pro­be stellt

Meins - - Kinder Aus Dem Haus -

Und da sit­zen wir nun. Zu zweit und doch ein­sam, am plötz­lich viel zu gro­ßen Ess­tisch. Erst jetzt wird uns wirk­lich be­wusst: Ein neu­er Le­bens­ab­schnitt be­ginnt. Und das Paar-Sein be­kommt ei­ne ganz neue Be­deu­tung. Wie wir die­se Pha­se ge­mein­sam wup­pen, er­klärt Ex­per­tin Andrea Bräu.

Wie wirkt sich der Aus­zug der Kin­der auf die Part­ner­schaft aus?

Jetzt zeigt sich, ob wir in den letz­ten 20 Jah­ren noch ein ech­tes Lie­bes­paar wa­ren oder nur noch ei­ne Ge­mein­schaft, der Kin­der we­gen. Sie wa­ren und sind schließ­lich der ge­mein­sa­me Dreh- und An­gel­punkt. Fällt die­ser weg, zeigt sich das wah­re Ge­sicht ei­ner je­den Be­zie­hung. Ein gu­tes Paar schafft es. Vie­le schei­tern aber auch dar­an. Denn wenn es all die Jah­re oh­ne­hin schon nicht mehr rund­lief, kommt die Kri­se jetzt erst recht durch.

Was ist die größ­te Her­aus­for­de­rung?

Zie­hen die Kin­der aus, nimmt uns das Ge­wohn­heit und Si­cher­heit. Zu­dem fällt ein gro­ßes Ge­sprächs­the­ma weg. Mit ober­fläch­li­chem Small Talk über El­tern­aben­de und Co. ist jetzt Schluss. Wir müs­sen uns un­se­rem Part­ner wie­der mit­tei­len, ihm zei­gen, was in uns vor­geht. Nur so sind wir uns nah. Es ist wich­tig, ganz of­fen über den Ab­schieds­schmerz zu spre­chen und auf­ein­an­der ein­zu­ge­hen.

Wo ent­ste­hen jetzt Chan­cen für die Be­zie­hung?

Vie­le Auf­ga­ben fal­len mit dem Aus­zug der Kin­der weg. Wir müs­sen uns

nicht mehr an­pas­sen. Ei­ne neue Leich­tig­keit und Frei­heit stellt sich ein, und da­von kann auch die Be­zie­hung pro­fi­tie­ren. Denn das be­deu­tet mehr Zeit zu zweit. Wir kön­nen end­lich wie­der Paar sein und spon­tan ma­chen, wor­auf wir Lust ha­ben.

Was stel­len wir mit der neu­en Zeit zu zweit an?

Es gibt so vie­le Mög­lich­kei­ten! Ob Ur­laub, Sport oder viel­leicht ein Paar­se­mi­nar – neue Hob­bys sind was Tol­les, um ge­mein­sam et­was zu er­le­ben und so die

Part­ner­schaft zu stär­ken. Die Her­ren der Schöp­fung müs­sen da manch­mal zwar zu ih­rem Glück ge­zwun­gen wer­den, doch es ist wich­tig, sich be­wusst Zeit für­ein­an­der zu neh­men. Aber Vor­sicht: 24 St­un­den Auf­ein­an­der­ge­ho­cke kön­nen auch Gift für die Be­zie­hung sein. Wich­tig ist, dass wir auch ge­trennt von­ein­an­der et­was un­ter­neh­men. Sei es nun eh­ren­amt­lich, mit Freun­den oder im VHS-Kurs. Nur so be­kom­men wir neue Im­pul­se von au­ßen und ha­ben uns auf Dau­er et­was zu er­zäh­len.

Und wie sieht’s als SingleMa­mi aus?

Ei­ne Wei­le ganz al­lein zu sein kann Wun­der wir­ken. Wir ha­ben Zeit für uns, kön­nen uns in Ru­he Ge­dan­ken dar­über ma­chen, was wir mit un­se­rem Le­ben noch Tol­les an­stel­len wol­len – und: auch wie­der die Flirt-Füh­ler aus­stre­cken. Die mit dem Aus­zug neu ge­won­ne­ne Leich­tig­keit strah­len wir aus, und das mer­ken auch die Män­ner! Doch ganz egal ob Sing­le oder ver­hei­ra­tet: Wir soll­ten un­ser Le­ben ge­nie­ßen, Spaß ha­ben und jetzt ein­fach das ma­chen, was uns gut­tut.

Andrea Bräu ist Paarthe­ra­peu­tin. Sie kennt die Sor­gen von „ver­las­se­nen“El­tern und weiß, was jetzt ganz wich­tig für die Part­ner­schaft ist

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