Ein Raum für mich!

Und was wird jetzt aus dem Kin­der­zim­mer? Wieb­ke Bre­de­mey­er, 59, hat­te da ei­ne Idee

Meins - - Kinder Aus Dem Haus -

Ich kann jetzt al­les so lie­gen las­sen, wie es miR ge­Ra­de passt!

A ls mein Sohn nach dem Abi aus­zog, ha­be ich mich – ge­ste­he ich of­fen – ge­freut. Ei­gent­lich schon ei­ne gan­ze Wei­le vor­her. Und ich bin mir si­cher, ihm ging es nicht an­ders. Wir ha­ben uns ganz gut ver­stan­den, aber der Ge­dan­ke, nicht mehr über her­um­lie­gen­de Sa­chen zu stol­pern und mei­ne Kü­che abends so vor­zu­fin­den, wie ich sie mor­gens ver­las­se – herr­lich! Wie viel Kon­flikt­po­ten­zi­al da weg­fällt! Al­ler­dings muss ich da­zu ehr­li­cher­wei­se sa­gen: Er ist nur nach ne­ben­an ge­zo­gen – war al­so nicht aus der Welt. Es war so­zu­sa­gen ei­ne Ab­na­be­lung auf Ra­ten.

Um­so ge­spann­ter war ich dar­auf, wie es sein wird, mein ganz ei­ge­nes Reich zu ha­ben. Das war für mich ei­ne Pre­mie­re: Ich ha­be schließ­lich noch nie zu­vor al­lein ge­wohnt. Dass er nach ne­ben­an ge­zo­gen ist, hat aber noch ein Gu­tes: Es war nicht not­wen­dig, das „Kin­der­zim­mer“für Wo­chen­end­be­su­che oder Fe­ri­en­auf­ent­hal­te auf­recht­zu­er­hal­ten.

Statt­des­sen hat­te ich end­lich ei­nen Raum frei,

um mir ein Krea­tiv­Zim­mer ein­zu­rich­ten, in dem ich ma­le, nä­he, Col­la­gen bast­le und was mir sonst so Spaß macht. Das Groß­ar­ti­ge an so ei­nem Raum: Ich kann al­les groß­zü­gig aus­brei­ten und lie­gen las­sen, muss bei grö­ße­ren Pro­jek­ten al­so nicht im­mer aus­pa­cken und wie­der ein­räu­men. Das al­lein hat mich frü­her schon da­von ab­ge­hal­ten, man­che Din­ge über­haupt in An­griff zu neh­men. Jetzt schlie­ße ich ein­fach die Tür und ma­che das nächs­te Mal da wei­ter, wo ich auf­ge­hört ha­be.

MALERiScH In ih­rem klei­nen „Ate­lier“kann sich Wieb­ke jetzt so rich­tig aus­to­ben

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