Adieu, Kin­der­zim­mer! Hal­lo, neu­es

Meins - - Kinder Aus Dem Haus -

Auf der ei­nen Sei­te ist da ein Zim­mer, das all die Jah­re mit so viel Le­ben ge­füllt war und so vie­le Er­in­ne­run­gen in uns weckt. Auf der an­de­ren Sei­te se­hen wir die vie­len Mög­lich­kei­ten, die der neu ge­won­ne­ne Raum bie­tet. Ein Zwie­spalt, den Ka­trin Täu­big nur all­zu gut von ih­ren Kun­din­nen kennt.

Wie­so soll­ten wir uns vom Kin­der­zim­mer tren­nen?

Ganz ein­fach: Weil un­se­re Kin­der das Zim­mer nicht mehr brau­chen. Las­sen wir al­les, wie es ist, macht es uns den Ab­schied un­nö­tig schwer, und das Zim­mer wird so zu ei­ner Art Mahn­mal. Die Um­ge­stal­tung ist ei­ne gu­te Art der Trau­er­ar­beit. Es zeigt, dass wir nach vorn bli­cken, den neu­en Le­bens­ab­schnitt ak­zep­tie­ren und be­reit für ei­nen Neu­an­fang sind.

Was al­so ma­chen wir mit dem Raum?

Wir soll­ten ihm in ers­ter Li­nie ei­ne neue Funk­ti­on ge­ben. Da­für fra­gen wir uns am bes­ten: Was hat bis­her im Haus oder in der Woh­nung ge­fehlt? Und wo­nach ha­ben wir uns schon im­mer ge­sehnt? Meis­tens sind die Frau­en da et­was krea­ti­ver als die Män­ner. Trotz­dem soll­te der Part­ner, wenn es ei­nen gibt, im­mer mit ein­be­zo­gen wer­den. Ein­rich­tung ist schließ­lich nicht nur Frau­en­sa­che und kann auch ein tol­les Paar-Pro­jekt sein.

Wo­hin geht der Trend?

Vie­le Frau­en wün­schen sich ei­nen Rück­zugs­ort, ein Zim­mer nur für sich. Der Ge­dan­ke „Jetzt bin ich mal dran“spielt da­bei ei­ne gro­ße Rol­le. Nach­dem sie als Mut­ter schließ­lich all die Jah­re für ih­re Kin­der da wa­ren, wol­len sie sich nun end­lich auch mal et­was Gu­tes tun und sich be­loh­nen. Ei­ni­ge Kun­din­nen seh­nen sich z. B. nach ei­nem Krea­ti­vZim­mer, in dem sie ma­len, bas­teln, nä­hen und al­te Hob­bys wie­der ent­fal­ten kön­nen. Ein wei­te­rer Trend ist es, sich ei­ne Yo­ga­ecke, ei­ne klei­ne Ruhe­oa­se zu schaf­fen. Fit­ness lau­tet das Stich­wort. In vie­len Fäl­len wird aus dem Kin­der­zim­mer aber auch ein­fach ein hüb­sches Gäs­te­zim­mer.

Und wenn wir uns nicht von al­lem tren­nen kön­nen?

Die Mö­bel und Woh­nac­ces­soires, die uns be­son­ders am Her­zen lie­gen, kön­nen wir na­tür­lich be­hal­ten. Aber am bes­ten nur, wenn sie auch ei­ne Funk­ti­on ha­ben und wir sie wirk­lich in den All­tag in­te­grie­ren kön­nen. Mein Tipp ist es, sich pro­be­hal­ber von Ge­gen­stän­den ei­ge­nes Reich! zu tren­nen und zu schau­en, wie es sich an­fühlt und ob wir sie wirk­lich ver­mis­sen. Be­vor wir et­was ent­sor­gen, soll­ten wir al­ler­dings erst noch un­se­re Kin­der fra­gen, ob sie noch et­was be­hal­ten wol­len.

Wie er­zie­len wir mit we­nig Auf­wand gro­ßen Ef­fekt?

Mit Far­be! Und da­für müs­sen wir nicht mal strei­chen. Es reicht schon, wenn wir Tex­ti­li­en und an­de­re Woh­nac­ces­soires, die ei­ner Farb­fa­mi­lie ent­stam­men, hübsch de­ko­rie­ren. Das ver­leiht ruck, zuck neu­en Cha­rak­ter und lässt den Raum gleich er­wach­se­ner wir­ken.

Und wenn wir ein grö­ße­res Pro­jekt dar­aus ma­chen wol­len?

Dann sind der Krea­ti­vi­tät kei­ne Gren­zen ge­setzt. Wir kön­nen die Wän­de strei­chen, neue Vor­hän­ge kau­fen oder ei­nen hüb­schen neu­en Tep­pich aus­le­gen. Wer sich selbst krea­tiv aus­to­ben will, kann sich aber auch auf die al­ten Mö­bel im Kin­der­zim­mer stür­zen und sie z. B. neu strei­chen. Am bes­ten mit Krei­de­far­be. Das macht nicht nur Spaß, son­dern hilft auch, auf ei­ne schö­ne Wei­se den Ab­schieds­schmerz zu ver­ar­bei­ten.

Ein Zim­meR ge­schenkt zu be­kom­men ist puReR Lu­xus!

Ka­trin Täu­big ist Ex­per­tin für In­nen­ein­rich­tung (www. hea­ling­home­de­sign. de) und weiß, wie wir „al­te“Kin­der­zim­mer ea­sy in tol­le neue Räu­me ver­wan­deln kön­nen.

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