Ju­hu, jetzt sind WIR der Boss!

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Staub­sau­gen, Fens­ter put­zen, Bet­ten ma­chen, al­les nach der Ar­beit. An­stren­gend. Wenn man es sich leis­ten kann, ist ei­ne Haus­halts­hil­fe je­den Cent wert. Auch wenn Ma­ma oder Pa­pa im Al­ter Hil­fe brau­chen …

? Wor­auf müs­sen wir ach­ten, wenn wir selbst ei­ne Haus­halts­hil­fe an­stel­len wol­len?

Wir soll­ten auf je­den Fall in Er­fah­rung brin­gen, ob die Haus­halts­hil­fe even­tu­ell meh­re­re Mi­ni­jobs hat und ob sie die mo­nat­li­che Ent­gelt­gren­ze von 450 Eu­ro über­schrei­tet. Denn wenn das der Fall ist, liegt kein Mi­ni­job mehr vor. Dann müs­sen wir die Be­schäf­ti­gung der zu­stän­di­gen Kran­ken­kas­se mel­den. Ver­dient un­se­re neue Per­le bis ma­xi­mal 450 Eu­ro, er­folgt die An­mel­dung der Haus­halts­hil­fe über die Mi­ni­job-Zen­tra­le.

? Was be­deu­tet es, Ar­beit­ge­ber zu sein?

Wir ha­ben so­wohl Rech­te als auch Pflich­ten. Die Rech­te sind im Ar­beits­recht fest­ge­legt, et­wa die Mög­lich­keit, dem Ar­beit­neh­mer sei­ne Auf­ga­ben zu­zu­wei­sen und die Ar­beits­zei­ten fest­zu­le­gen. Zu un­se­ren Pflich­ten ge­hö­ren un­ter an­de­rem die Ge­wäh­rung von Ur­laub und die Ent­gelt­fort­zah­lung im Krank­heits­fall. Die wich­tigs­te Pflicht: Den Ar­beit­neh­mer ord­nungs­ge­mäß an­zu­mel­den, denn das kann er nicht al­lein tun.

? Wir su­chen ei­ne Haus­halts­hil­fe für un­se­re pfle­ge­be­dürf­ti­ge Mut­ter. Zahlt die Pfle­ge­kas­se?

Ja, da­für lässt sich das Pfle­ge­geld nut­zen. Das Pfle­ge­geld wird mo­nat­lich ge­zahlt. Die Hö­he rich­tet sich nach dem je­wei­li­gen Pfle­ge­grad. Bei Pfle­ge­grad 2 sind es z. B. 316 Eu­ro, bei Pfle­ge­grad 3 schon 545 Eu­ro. Die­se Leis­tung kön­nen wir zur Fi­nan­zie­rung der Haus­halts­hil­fe ver­wen­den. Pfle­gen wir als An­ge­hö­ri­ge selbst und über­neh­men Haus­halts­auf­ga­ben, stellt die Wei­ter­ga­be des Pfle­ge­gelds kein mel­de­und bei­trags­pflich­ti­ges Be­schäf­ti­gungs­ver­hält­nis dar, und es muss nicht an­ge­mel­det wer­den. Ist die Haus­halts­hil­fe kein Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­ger und er­hält ei­ne hö­he­re Ent­schä­di­gung als das Pfle­ge­geld (z. B. Pfle­ge­grad 3), muss das Ver­hält­nis an­ge­mel­det wer­den.

? War­um soll­ten wir un­se­re Haus­halts­hil­fe bei der Mi­ni­job-Zen­tra­le an­mel­den?

Mel­den wir sie nicht, stellt das ei­ne Ord­nungs­wid­rig­keit dar. Das kann Geld­bu­ßen bis zu 5000 Eu­ro nach sich zie­hen. Ein gro­ßer Vor­teil ist die Steu­er­er­mä­ßi­gung für uns als Ar­beit­ge­ber. Die Ein­kom­mens­steu­er er­mä­ßigt sich um 20 Pro­zent un­se­rer Auf­wen­dun­gen (ma­xi­mal 510 Eu­ro im Jahr bzw. 42,50 Eu­ro pro Mo­nat). In­fo: Die Mi­ni­job-Zen­tra­le sen­det al­len Ar­beit­ge­bern im Pri­vat­haus­halt ei­ne Be­schei­ni­gung zur Vor­la­ge beim Fi­nanz­amt zu. Ein wei­te­rer Vor­teil ist, dass un­se­re Haus­halts­hil­fe un­fall­ver­si­chert ist. Wenn et­was pas­siert, zahlt die ge­setz­li­che Un­fall­ver­si­che­rung. Wir blei­ben al­so nicht auf den Kos­ten sit­zen. •

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