In­ti­me Ko­lum­ne

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We­gen Myo­men muss mei­ne Ge­bär­mut­ter ent­fernt wer­den. Kann sich das auf die Se­xua­li­tät aus­wir­ken? Ist es bes­ser, die Ge­bär­mut­ter von der Schei­de, vom Bauch aus oder per Bauch­spie­ge­lung zu ent­fer­nen? Kat­ha­ri­na, 56 Lie­be Kat­ha­ri­na, vie­len Dank für Ih­re Fra­ge. Ich kann Sie aber be­ru­hi­gen. Myo­me sind zwar läs­tig, aber nicht ge­fähr­lich. Man fin­det auch für al­le Frau­en ei­ne in­di­vi­du­el­le The­ra­pie­mög­lich­keit.

Lei­der ha­ben vie­le Frau­en Myo­me, die Sta­tis­ti­ken sa­gen, dass ein Vier­tel bis so­gar die Hälf­te al­ler Frau­en dar­an im Le­ben er­krankt. Myo­me sind gut­ar­ti­ge Wu­che­run­gen der Mus­ku­la­tur in der Ge­bär­mut­ter. Sie sind nicht ge­fähr­lich, kön­nen aber Aus­wir­kun­gen ha­ben. Myo­me kön­nen über die gan­ze Ge­bär­mut­ter ver­teilt sein. Vie­le sind klein, es gibt aber auch Myo­me, die bis zu zehn Zen­ti­me­ter oder grö­ßer wer­den. Sie kön­nen oben, in­nen, au­ßen und un­ten an der Ge­bär­mut­ter lie­gen. Da­nach rich­ten sich auch die Pro­ble­me. Die Ur­sa­che ist noch nicht völ­lig ge­klärt. Fa­mi­liä­re Vor­be­las­tung scheint ei­ne Rol­le zu spie­len, wahr­schein­lich auch Er­näh­rung, auf je­den Fall Über­ge­wicht.

Myo­me kön­nen Schmer­zen ver­ur­sa­chen, die bis in den Rü­cken aus­strah­len kön­nen. Fer­ner kann es bei Myo­men zu star­ken Blu­tun­gen oder Zwi­schen­blu­tun­gen kom­men. Auch die Frucht­bar­keit kann ein­ge­schränkt sein.

Auf die Se­xua­li­tät kön­nen sich Myo­me lei­der aus­wir­ken. Lie­gen sie ganz un­ten in der Ge­bär­mut­ter, kön­nen sie beim Sex schmerz­haft sein. Aber auch wenn sie wei­ter oben lie­gen, kön­nen sie weh­tun, wenn der Pe­nis des Part­ners den Mut­ter­mund be­rührt. Das ist bei je­der Frau un­ter­schied­lich.

Myo­me sind hor­mon­ab­hän­gig, des­we­gen nimmt ihr Wachs­tum zu­nächst zu, ab den Wech­sel­jah­ren wer­den sie durch Ab­fal­len des Hor­mon­spie­gels meist klei­ner. Des­we­gen wür­de ich bei Ih­nen auf je­den Fall ra­ten, noch ab­zu­war­ten. Ich weiß auch nicht, wie groß die Myo­me sind und ob Sie Be­schwer­den ha­ben. Das soll­ten Sie auf je­den Fall mit Ih­rem Frau­en­arzt be­spre­chen. Bei der The­ra­pie ha­be ich gu­te Er­fol­ge mit ho­möo­pa­thi­schen Mit­teln, wenn die Myo­me nicht zu groß sind, auch Aku­punk­tur und Os­teo­pa­thie kön­nen even­tu­ell hel­fen. Bei grö­ße­ren Myo­men gibt es die Mög­lich­keit, die Hor­mo­ne durch Me­di­ka­men­te aus­zu­schal­ten. Dann kom­men Sie al­ler­dings frü­her in die Wech­sel­jah­re. Ich weiß auch nicht, ob die Wech­sel­jah­re bei Ih­nen be­reits ein­ge­setzt ha­ben. Fer­ner gibt es chir­ur­gi­sche Mög­lich­kei­ten. Man kann die Blut­ver­sor­gung der Myo­me un­ter­bin­den oder sie über Bauch­spie­ge­lung ein­zeln ent­fer­nen, je nach­dem, wo sie lie­gen. Wenn al­les nichts nützt, muss lei­der die Ge­bär­mut­ter ent­fernt wer­den. Sie kann man vom Bauch­schnitt aus oder von der Schei­de ent­fer­nen. Das hängt von der Grö­ße der Ge­bär­mut­ter ab. Da­bei ist die Ope­ra­ti­on von der Schei­de scho­nen­der für Sie. Aber die Ent­fer­nung der Ge­bär­mut­ter ver­su­che ich mög­lichst zu ver­mei­den. Dann ist zu über­le­gen, ob man über ei­ne Bauch­spie­ge­lung die Ge­bär­mut­ter ent­fernt und den Ge­bär­mut­ter­hals be­lässt. Denn er scheint bei dem Or­gas­mus ei­ne stüt­zen­de Rol­le zu spie­len, wie neue Un­ter­su­chun­gen zei­gen.

Ei­ne Ge­bär­mut­ter­ent­fer­nung kann zu ei­ner ver­min­der­ten Durch­blu­tung der Eier­stö­cke füh­ren. Das kann auch die Hor­mon­pro­duk­ti­on ver­min­dern und sich so ne­ga­tiv auf die Se­xua­li­tät aus­wir­ken. Ich wür­de das al­les mit Ih­rem Frau­en­arzt genau be­spre­chen und dann ab­wä­gen. Ge­ne­rell ra­te ich eher da­zu, ab­zu­war­ten.

Fast die Hälf­te al­leR FRau­en an lei­det un­teR Wu­che­Run­gen deR Ge­bäR­mut­teR

Dr. Ve­re­na BreI­ten­Bach Die Frau­en­ärz­tin hat ei­ne Pra­xis in Ehin­gen/Do­nau und be­reits ei­ni­ge Bü­cher ge­schrie­ben, u. a. „Wo­men’s Se­crets“(Orell Füss­li Ver­lag). Gern be­ant­wor­tet sie Ih­re Fra­gen zum The­ma Sex und gy­nä­ko­lo­gi­schen Pro­ble­men. Schrei­ben Sie ver­trau­ens­voll an: re­dak­ti­on-meins@bau­er­me­dia.com

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