Mi­ni­job 50+

Was wir jetzt wis­sen müs­sen

Meins - - Inhalt - VON ALEX EMUNDS

Ein Mi­ni­job, den wir lie­ben, ist wie ein Löf­fel­chen Zu­cker im Kaf­fee. Denn ha­ben wir den pas­sen­den ge­fun­den, macht uns das to­tal hap­py. Das ist auch ganz be­son­ders dann wich­tig und fällt uns um­so leich­ter, wenn wir ne­ben­bei ar­bei­ten müs­sen, weil Ein­kom­men oder Ren­te al­lein nicht aus­rei­chen. Ex­per­te Dr.

Wolf­gang Busch­fort er­klärt uns, wor­auf wir ach­ten müs­sen, wenn wir ei­nen Mi­ni­job ma­chen und wenn wir selbst ei­ne Haus­halts­hil­fe an­stel­len wol­len.

? Wel­che Rech­te ha­ben wir als Mi­ni­job­be­rin?

Egal, ob wir im ge­werb­li­chen Be­reich oder im Pri­vat­haus­halt ar­bei­ten – Mi­ni­job­ber ha­ben genau die glei­chen Rech­te

wie an­de­re Ar­beit­neh­mer auch, die in re­gu­lä­ren Jobs ar­bei­ten. Es gel­ten iden­ti­sche Kün­di­gungs­fris­ten, wir ha­ben An­spruch auf Ur­laub und auf Lohn­fort­zah­lung, falls wir mal we­gen Krank­heit aus­fal­len.

? Was müs­sen wir be­ach­ten, wenn wir ne­ben der Ren­te oder dem Erst­job wei­ter­ar­bei­ten wol­len?

Ar­bei­ten wir ne­ben der Ren­te und ver­die­nen nicht mehr als 450 Eu­ro mo­nat­lich, wirkt sich das nicht nach­tei­lig aus. Wol­len wir mehr als ei­ne Be­schäf­ti­gung ne­ben dem Erst­job aus­üben, wird je­de wei­te­re mit der Haupt­be­schäf­ti­gung zu­sam­men­ge­rech­net. Auch hier gilt: Nicht mehr als 450 Eu­ro pro Mo­nat.

? Sind wir un­fall-und kran­ken­ver­si­chert?

Un­fall­ver­si­chert ja, kran­ken­ver­si­chert sind wir nicht. Der Ar­beit­ge­ber zahlt nur ei­nen pau­scha­len Be­trag zur So­zi­al­ver­si­che­rung. Au­ßer­dem sind wir (vor­aus­ge­setzt wir be­zie­hen kei­ne Ren­te) ren­ten­ver­si­che­rungs­pflich­tig.

? Wer haf­tet, wenn et­was zu Bruch geht?

Für Schä­den, die bei der Aus­übung un­se­res Jobs ent­ste­hen, kön­nen wir nicht haft­bar ge­macht wer­den, au­ßer wir ha­ben den Scha­den schuld­haft ver­ur­sacht.

? Be­kom­men wir ei­nen rich­ti­gen Ar­beits­ver­trag?

Der Ar­beit­ge­ber ist ver­pflich­tet, uns spä­tes­tens ei­nen Mo­nat nach Be­ginn des Ar­beits­ver­hält­nis­ses ei­nen schrift­li­chen Nach­weis über die we­sent­li­chen Ar­beits­be­din­gun­gen zu ge­ben.

? Müs­sen wir den Mi­ni­job bei der Steu­er­er­klä­rung an­ge­ben?

Der Ar­beit­ge­ber ent­schei­det, ob der Mi­ni­job pau­schal mit zwei Pro­zent ver­steu­ert wird oder in­di­vi­du­ell nach der Lohn­steu­er­klas­se des Mi­ni­job­bers. Die Be­steue­rung mit

zwei Pro­zent stellt die end­gül­ti­ge Be­steue­rung des Ar­beits­lohns dar und muss bei der Steu­er­er­klä­rung nicht be­rück­sich­tigt wer­den. Wird über die Lohn­steu­er­kar­te er­mit­telt, kann das für uns güns­ti­ger sein, wenn wir in die Klas­sen I, II, III oder IV fal­len. Dann ent­fällt auf­grund des ge­rin­gen Ein­kom­mens die Lohn­steu­er – so­fern wir kei­ne wei­te­ren Ein­künf­te ha­ben. •

Die­se Mi­ni­jobs loh­nen sich und ma­chen rich­tig Spaß

Al­les lohnt sich, was uns gut­tut. Denn beim Mi­ni­job ha­ben wir die freie Wahl. Wir kön­nen un­ser Hob­by zum Be­ruf ma­chen. Von Vor­teil sind Jobs, in de­nen wir un­se­re Ar­beits­zeit fle­xi­bel hal­ten kön­nen. In vie­len Städ­ten gibt es z. B. die Mög­lich­keit, für Ca­fés in Re­stau­rants Ku­chen zu ba­cken (z. B. www.va­len­ti­nas­back­sa­lon.de in Ham­burg und www.ku­chen­tratsch.com in Mün­chen). Das macht nicht nur irr­sin­nig Spaß, son­dern peppt auch Ren­te und Ein­kom­men auf. Rich­tig cool sind auch Jobs, bei de­nen wir

Pro­mo­ti­on-Auf­ga­ben über­neh­men. Um so ei­nen zu er­gat­tern, schau­en wir uns am bes­ten in un­se­rer Stadt ge­zielt nach Neu­er­öff­nun­gen von Re­stau­rants, Ca­fés und Bars um. Im Trend sind auch An­ge­bo­te, wo wir Apps tes­ten kön­nen. Sol­che Jobs fin­den wir z. B. auf www.test­birds. com. Auch at­trak­tiv für Kon­takt­freu­di­ge: Se­nio­ren­be­treu­ung, Er­satz-Nan­ny oder Tie­re sit­ten. Dann kön­nen wir pfle­gen­de An­ge­hö­ri­ge, Müt­ter und Tier­freun­de ent­las­ten, wenn die­se ei­ne Aus­zeit be­nö­ti­gen. Fün­dig wer­den sie z. B. auf www.haus­halts­job-bo­er­se. de. Wei­te­re Mi­ni­jobs fin­den wir auf www. ge­le­gen­heits­jobs.de, www. ren­ta­r­ent­ner.de und auf www.mei­ne­stadt.de.

kELLNErN? Wer das tes­ten möch­te, soll­te ein­fach fra­gen ge­hen. Vie­le Gast­wir­te su­chen hän­de­rin­gend

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