Was uns be­wegt

Ca­mil­la: ei­ne Frau zwi­schen Lie­be und Hass

Meins - - Inhalt - VON K. BEHR

Man muss über sich selbst la­chen kön­nen

Sie ist ein Mensch, an dem sich die Geis­ter schei­den. Für die ei­nen ist Her­zo­gin Ca­mil­la, 69, bis heu­te die vi­el­leicht meist­ge­hass­te Frau im bri­ti­schen Kö­nig­reich – die­je­ni­ge, die der jun­gen, schö­nen und zu­gleich nai­ven Prin­zes­sin Dia­na († 36) eis­kalt den Mann aus­ge­spannt hat. Lan­ge galt sie in En­g­land als die Zer­stö­re­rin der „hei­len Welt“– die es so nie­mals gab, wie wir heu­te wis­sen. So den­ken al­so die ei­nen. Für die an­de­ren ist Ca­mil­la die Frau, die 35 Jah­re lang war­ten, zahl­rei­che Hür­den und ver­let­zen­de De­mü­ti­gun­gen in Kauf neh­men muss­te, bis sie die Lie­be ih­res Le­bens hei­ra­ten durf­te.

Seit zwölf Jah­ren ist sie nun die Frau von Prinz Charles, 68. Im Ju­li fei­ert sie ih­ren 70. Ge­burts­tag. Und zum ers­ten Mal spricht Ca­mil­la über die schwie­ri­gen Jah­re, als sie ih­re Lie­be zu Charles noch ge­heim hal­ten muss­te. Und über die Zeit nach dem Un­fall­tod von Dia­na 1997.

Im In­ter­view mit der „Mail on Sun­day“legt die sonst so ver­schwie­ge­ne Ca­mil­la qua­si ei­nen See­len­strip­tease hin. In den Zei­ten der gro­ßen me­dia­len Hetz­jagd auf sie konn­te sie mo­na­te­lang nicht ihr Haus ver­las­sen: „Es war ei­ne ab­scheu­li­che Zeit. Das wün­sche ich mei­nem ärgs­ten Feind nicht“, sagt sie. Oft ha­be sie nicht die Kraft ge­habt, mor­gens auf­zu­ste­hen. Ih­re bei­den Kin­der ha­ben mit dem Fern­glas am Ba­de­zim­mer­fens­ter ge­stan­den und nach Pa­pa­raz­zi Aus­schau ge­hal­ten, die in ih­rem Gar­ten ge­le­gen ha­ben. Die Zeit ver­bringt sie mit Le­sen. „Ich dach­te mir, wenn ich hier schon fest­ste­cke, will ich we­nigs­tens et­was Po­si­ti­ves ma­chen und al­le Bü­cher le­sen, die ich ha­be, und ma­len ler­nen – ob­wohl das nicht von Er­folg ge­krönt war“, er­in­nert sie sich. Was ihr in all der Zeit ge­hol­fen ha­be, wa­ren ih­re Kin­der und Freun­de und ihr un­ver­wüst­li­cher Hu­mor. „Man muss über sich selbst la­chen kön­nen. Wenn du das nicht kannst, kannst du gleich auf­ge­ben. Oft den­ke ich über mich selbst:

,Wer ist die­se Frau da im Spie­gel?‘ Im­mer po­si­tiv blei­ben, nur so kann man das über­le­ben.“

ca­mil­la führt in die­ser Zeit ein Le­ben wie im Ge­fäng­nis –

frei­wil­lig, aus Lie­be. Wel­che Frau hät­te so et­was auf sich ge­nom­men? Hin­zu kom­men die öf­fent­li­chen De­mü­ti­gun­gen und Be­schimp­fun­gen, die sie sto­isch er­trägt. Der Spott­na­me „Rott­wei­ler“ist noch ei­ne der harm­lo­se­ren Be­zeich­nun­gen für sie. Wie stark muss ei­ne Frau sein, die das aus­hält? Wie stark muss ih­re Lie­be sein? Man mag über Ca­mil­la den­ken, wie man will – aber sie ver­dient auch Re­spekt.

Als Charles sie 1971 ken­nen­lernt, ver­liebt er sich so­fort in das Na­tur­mäd­chen, das so frisch und un­ge­küns­telt da­her­kommt. Für De­si­gner­kla­mot­ten und Cham­pa­gner hat sie nichts üb­rig. Da­für liebt sie die Na­tur, das Land­le­ben und ei­nen „stei­fen Wod­ka mit To­nic“. Ca­mil­la ist un­glaub­lich wit­zig und hat da­mals vie­le Ver­eh­rer.

Charles schwärmt von ihr als „die Frau, die mit den Au­gen lacht“. Da­für nennt sie ihn zärt­lich „mein liebs­ter klei­ner Prinz“. Als sei­ne Ehe­frau kommt sie im da­mals noch sehr tra­di­tio­nell den­ken­den Kö­nigs­haus nicht in­fra­ge, der Thron­fol­ger muss ei­ne stan­des­ge­mä­ße „Jung­frau“ehe­li­chen. Ca­mil­la hei­ra­tet 1973 den Of­fi­zier And­rew Par­ker Bow­les und Charles La­dy Dia­na Spen­cer. Da­mit nimmt für al­le das Un­glück sei­nen Lauf. Gleich­gül­tig, wie wir Ca­mil­la heu­te se­hen – ob wir sie has­sen oder be­wun­dern –, ei­nes ist si­cher: Die­se op­ti­mis­ti­sche, selbst­iro­ni­sche Frau ist die ein­zig Rich­ti­ge für Charles. Sie schafft es, ihn glück­lich zu ma­chen. Wo das Paar auf­taucht, ob in Neu­see­land, dem Oman oder Ita­li­en – Charles und Ca­mil­la ha­ben Spaß mit­ein­an­der. Sie sind ein Paar auf Au­gen­hö­he. Nie hat man ihn mit Dia­na so la­chen se­hen.

Wie sag­te Charles so schön zu Ca­mil­la wäh­rend des be­rühm­ten ab­ge­hör­ten Ge­sprächs? „Dein größ­tes Ver­dienst ist es, mich zu lie­ben.“– „Lieb­ling, das ist leich­ter, als vom Stuhl zu fal­len.“– „Du musst die­se Lü­gen aus­hal­ten, die­se Fol­ter, die­se Ver­leum­dun­gen.“– „Für dich wür­de ich al­les aus­hal­ten. Das ist die Kraft der Lie­be.“So ist es wohl. •

FÜR DICH WÜ DE R ICH AL­LES AUS­HAL­TEN

ha­ben Gut La­chen

Beim Be­such in Ita­li­en be­kommt Charles ei­nen Lach­an­fall

Steht mir daS?

Fri­sur? Egal! Ca­mil­la pro­biert in Süd­afri­ka ei­nen Zu­luHut auf

cheerS, dar­LinG

In Wa­les ge­neh­mi­gen sich die bei­den ein Bier­chen

Nach all den Schwie­rig­kei­ten ist Ca­mil­la bei sich an­ge­kom­men. Am liebs­ten ist sie abends mit Charles zu Hau­se, macht „Rüh­rei­er für uns, da­zu gibt’s ein Glas Rot­wein“ Schö­ner denn je

Ca­mil­la und Charles beim Mo­scheeBe­such in Du­bai bar­fuSS oder LackSchuh?

Blu­men­kin­der In Tansania ha­ben die bei­den viel Spaß mit ih­ren Blu­men­krän­zen

Prinz und Prin­zes­sin dre­hen ei­ne Run­de im Park mit der Rik­scha beS­Ser aLS je­der roLLS!

Charles lobt Ca­mil­la beim Kek­seba­cken Gut machSt du daS

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.