Klei­der ma­chen Leu­te

Meins - - Leben -

Als Gott­fried Kel­ler die No­vel­le schrieb (1874), war das Kleid noch re­la­tiv jung. Für uns Bür­ger­li­che be­stand es aus Mie­der, wei­tem Rock und Kri­no­li­ne, war min­des­tens knö­chel­lang, tags­über lan­gärm­lig und hoch­ge­schlos­sen, abends auch mal leicht de­kol­le­tiert. Was mo­di­sche Viel­falt an­geht, sind Klei­der ech­te Spät­ent­wick­ler. Mit dem Charles­ton-Mo­dell rutsch­ten in den 1920ern erst­mals die Säu­me hoch, und frau durf­te nack­te Ar­me zei­gen. Von da an ging’s berg­auf – mit den Rock­län­gen bis zum Mi­ni in den 1960ern, mit der Frei­zü­gig­keit bis zum rü­cken­frei­en Neck­hol­der. Und heu­te? Kön­nen wir al­les tra­gen, knie- oder knö­chel­lang, en­ges Etui- oder wal­len­des Bo­ho­kleid – und das fast zu je­der Ge­le­gen­heit.

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