Klei­deR sind un­be­schReib­lich weib­lich

Meins - - Leben - Gritt, 64

Als Kind fühl­te ich mich wie ei­ne Prin­zes­sin in mei­nen Som­mer­kleid­chen. Die wa­ren meis­tens weiß und flat­ter­haft – und na­tür­lich gab es im­mer Är­ger we­gen Gras­fle­cken oder Eis­kleck­sen. Spä­ter al­ler­dings ha­be ich Jah­re kei­ne Klei­der und Rö­cke mehr ge­tra­gen, weil mir die Mo­del­le, die mei­ne Mut­ter mir kau­fen woll­te, ein­fach zu spie­ßig wa­ren. Und so­wie­so wa­ren wir ja die Je­ans-, Cord­ho­sen­und T-Shirt-Ge­ne­ra­ti­on. Erst in mei­ner Hip­pie-Pha­se ha­be ich Klei­der wie­der­ent­deckt: die­se wun­der­ba­ren, bun­ten, leich­ten und ver­spiel­ten Ge­wän­der, mit de­nen wir uns so­zu­sa­gen das Le­bens­ge­fühl über­streif­ten. Das funk­tio­niert heu­te noch, ich ha­be für die­sen Som­mer noch mal eins ge­kauft. Das hat mir al­ler­dings mei­ne En­ke­lin gleich ab­ge­schwatzt. Und als sie vor mir stand, war ich ganz ge­rührt: Ich muss­te da­ran den­ken, wie ich mit ih­rem Va­ter schwan­ger war, ge­ra­de 20, weit ent­fernt vom Ex­amen und na­tür­lich auch nicht ver­hei­ra­tet. Das war da­mals ja kurz vorm Skan­dal! Da wa­ren die­se wal­len­den Hip­pie-Kla­mot­ten ide­al, denn sie ha­ben den Ba­by­bauch lan­ge gut ver­steckt. Nicht, dass es mir pein­lich ge­we­sen wä­re, aber man konn­te sich dum­me Kom­men­ta­re so er­spa­ren. In­zwi­schen tra­ge ich am liebs­ten Weiß, wenn es warm wird. Nichts passt so schön zu som­mer­li­cher Bräu­ne wie Weiß. Und nichts

wirkt so frisch. Schon als Stu­den­tin hat­te ich ei­nen Fai­b­le für al­te Her­ren­hem­den oder Un­ter­rö­cke aus der Jahr­hun­dert­wen­de, aus so rich­tig schö­nem Lei­nen oder fes­ter Baum­wol­le, die ich dann zum Som­mer­kleid um­funk­tio­niert ha­be. So was tra­ge ich heu­te nicht mehr, aber über die Jah­re ha­ben sich in mei­nem Schrank vie­le wei­ße Klei­der an­ge­sam­melt, knie­lang, mi­di, ma­xi, le­ger für den Strand, ele­gant für den Abend. Da­mit füh­le ich mich top an­ge­zo­gen und: Ich kann vie­les da­zu kom­bi­nie­ren.

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