Wir we­cken die Di­va in uns

Bu­si­ness­coach Mo­ni­ka Sched­din ver­rät, was uns er­folg­rei­cher und glück­li­cher macht. Das Tol­le: Mit 50+ ha­ben wir schon viel da­von drauf

Meins - - Fragen Sie Einfach - VON VE­RE­NA SCHITNIG Mo­ni­ka Sched­din, 56, ist Coach und „Di­va in Aus­bil­dung“. An der LMU Mün­chen lehrt sie u. a. Net­wor­king

Die Di­va liebt ih­Re Weib­lich­keit, steht zu ih­Ren Emo­tio­nen

Frau­en kön­nen viel er­rei­chen, wenn sie die Di­va in ihr Le­ben las­sen und sich ein paar Ei­gen­schaf­ten an­eig­nen“, meint Bu­si­ness­coach Mo­ni­ka Sched­din. Aber was stel­len wir uns ei­gent­lich un­ter ei­ner Di­va vor? Laut, schrill, ex­zen­trisch – sagt zu­min­dest der Du­den. Für Life­coach Mo­ni­ka Sched­din ist ei­ne Di­va deut­lich mehr. Di­va sein be­deu­tet, mit sich im Rei­nen zu sein und ein er­folg­rei­ches Le­ben zu füh­ren. Wie wir das klug an­stel­len, ver­rät sie in ih­rem Buch „We­cke die Di­va in dir!“(Kö­sel, 15,99 €) und ex­klu­siv in MEINS.

Was macht ei­ne Di­va aus ?

Die Di­va sagt: Ich ha­be Stär­ken, ich ha­be Schwä­chen, und ich kon­zen­trie­re mich auf mei­ne Stär­ken. Ich ha­be Ecken und Kan­ten, und die po­lie­re ich. Zuf­rie­den­heit ist nicht das Ziel, es ist der Weg! Der Di­va geht es dar­um, sich und das Le­ben zu mö­gen, sie will Le­bens­freu­de aus­strah­len, da­bei au­then­tisch sein und al­le Men­schen gleich re­spekt­voll be­han­deln. Sie ach­tet auf sich selbst und liebt ih­re Weib­lich­keit. Die Di­va ist nicht per­fekt, sie schätzt an­de­re wert – lässt schon mal Trink­geld im Ho­tel­zim­mer, weil sie das will – und legt Wert auf Eti­ket­te, oh­ne spie­ßig oder ober­leh­rer­haft zu sein. Und sie schot­tet sich auch mal ab, ist aber ge­ne­rell ein of­fe­ner Mensch. Die Di­va ist in der Le­bens­mit­te und bei sich selbst an­ge­kom­men!

Wie po­lie­re ich denn mei­ne Kan­ten?

Wir Frau­en hö­ren öf­ter mal, „Sei nicht so sen­si­bel!“. Aber wir wis­sen ei­gent­lich, dass Emo­tio­nen ei­ne ganz tol­le Sa­che sind. Uns wer­den so­gar Ge­gen­stän­de wie zum Bei­spiel Au­tos oder Pfle­ge­pro­duk­te über Emo­tio­nen ver­kauft. Dann kön­nen wir ein­se­hen, dass wir emo­tio­nal sind und da­zu ste­hen. Und wenn es doch je­man­den stört, ma­chen wir uns be­wusst, dass das nichts mit uns zu tun hat, son­dern wir vi­el­leicht ge­ra­de ei­ne Gren­ze über­schrit­ten ha­ben. Wir Frau­en soll­ten hin und wie­der Gren­zen über­schrei­ten und uns dann so rich­tig gut da­bei füh­len.

Aber trägt je­de Frau die Di­va über­haupt in sich?

Ja! Je­de, die will. „Wün­sche sind Vor­bo­ten un­se­rer Fä­hig­kei­ten“, sag­te schon Goe­the. Je­de, die Lust hat, sich mit dem The­ma zu be­schäf­ti­gen, ist be­reits auf dem Weg da­hin.

Was bringt es, ei­ne Di­va zu sein – be­ruf­lich wie pri­vat?

Wenn man ho­he Zie­le, aber we­nig An­spruch hat, d. h. nicht al­les auf ein­mal will, hat man auch we­ni­ger Druck. Wenn der Druck weg­fällt, kann man sich bes­ser ent­fal­ten und ar­bei­ten. Wer strahlt und po­si­tiv auf­tritt, bleibt in Er­in­ne­rung, und das ist der ers­te Schritt, um mit je­man­dem ins Ge­spräch zu kom­men. Es lebt sich auch ent­spann­ter. Ei­ne glück­li­che Mut­ter, Ehe­frau, Freun­din

ist im­mer auch ei­ne gu­te Che­fin. Wenn wir mit uns zu­frie­den sind, ist es auch un­ser Um­feld. Wenn wir ge­stresst und un­glück­lich sind, sind wir auch im­mer die schlech­tes­te Va­ri­an­te von uns. Wir soll­ten ent­spannt blei­ben, denn da­durch kön­nen wir un­se­re Fä­hig­kei­ten voll aus­schöp­fen. Ne­ga­ti­ves lässt uns ver­kramp­fen, und wir kön­nen uns nicht so frei ent­fal­ten, wie es für uns gut wä­re.

Die Di­va ver­sucht, so glück­lich und lei­den­schaft­lich wie mög­lich zu sein und die Din­ge, die sie än­dern kann, zu ver­än­dern. Und zu ak­zep­tie­ren, was sie nicht än­dern kann.

Wel­che Rol­le spielt da­bei ei­gent­lich un­ser Al­ter?

Das spielt ei­ne gro­ße Rol­le. Mit 30 hat man meist mehr Fra­gen als Ant­wor­ten. Mit 50 ha­ben wir schon vie­le Ant­wor­ten. Es ist ein Lern­pro­zess, der uns zur Di­va macht.

Wie er­reicht die Di­va am bes­ten ih­re Zie­le?

Sie muss sie ge­nau de­fi­nie­ren. Nur den Wunsch zu äu­ßern, bei­spiels­wei­se fünf Ki­lo ab­neh­men zu wol­len, ist zu un­kon­kret. Ganz deut­lich sagt sie: „Am 31. Au­gust 2017 wie­ge ich 69 Ki­lo.“

Setzt das nicht un­ter Druck?

Ja, und das soll es auch. Druck för­dert die Mo­ti­va­ti­on. Man muss aber gu­cken, je­der tickt da ein we­nig an­ders. Man­che brau­chen mehr, man­che we­ni­ger Druck. Aber Zie­le braucht die Di­va, weil ei­ne Ent­wick­lung span­nend ist und Selbst­ver­trau­en gibt. Wenn wir aber ein grö­ße­res Ziel ver­fol­gen, zum Bei­spiel ei­ne gro­ße be­ruf­li­che Ve­rän­de­rung, dür­fen wir uns nicht so­fort ent­mu­ti­gen las­sen, wenn es nicht auf An­hieb klappt. Wir soll­ten uns auf das Po­si­ti­ve kon­zen­trie­ren und ei­nen neu­en An­lauf neh­men, da­bei Etap­pen­zie­le ste­cken und uns da­für aus­rei­chend be­loh­nen – mit ei­nem neu­en Kleid oder ei­nem Well­ness-Tag mit der bes­ten Freun­din zum Bei­spiel. •

La­dyLi­ke Mehr als 13 Din­ge trägt die Di­va nie gleich­zei­tig. Ein biss­chen Par­füm aber im­mer

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