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So ho­len wir mehr aus un­se­rer Le­bens­ver­si­che­rung

Meins - - Inhalt - VON VE­RE­NA SCHIT­NIG

Die Ka­pi­tal­le­bens­ver­si­che­rung ist ei­ne der be­lieb­tes­ten For­men der Al­ters­vor­sor­ge: Mehr als 90 Mil­lio­nen lau­fen­de Ver­trä­ge gibt es deutsch­land­weit. Die Zahl der Neu­ab­schlüs­se sinkt al­ler­dings, weil die ga­ran­tier­ten Zin­sen im­mer nied­ri­ger wer­den und die Ver­trä­ge kaum Ge­winn brin­gen. Aber was ma­chen wir mit un­se­ren al­ten Ver­trä­gen? Was krie­gen wir raus, wenn wir sie bis zum En­de durch­hal­ten? Was pas­siert, wenn wir sie kün­di­gen müs­sen oder wol­len oder den Ver­trag bei­trags­frei stel­len las­sen? Und was knüpft uns die Steu­er ab? Das er­klärt uns Ver­si­che­rungs­be­ra­ter Ro­land Har­storff. Wel­che Ar­ten von Le­bens­ver­si­che­run­gen gibt es?

Die klas­si­sche Ka­pi­tal­le­bens­ver­si­che­rung mit ei­nem Ga­ran­tie­zins, fonds­ge­bun­de­ne Pro­duk­te, bei de­nen wir teil­wei­se oder voll­stän­dig das Ri­si­ko für die Ent­wick­lung der Ka­pi­tal­an­la­ge tra­gen, oder Misch­for­men. Was bringt uns denn ein Ga­ran­tie­zins? Der Ga­ran­tie­zins, mit dem klas­si­sche Le­bens­ver­si­che­run­gen ver­kauft wer­den, ist das, auf was wir min­des­tens An­spruch ha­ben. Und si­cher. Aber: Ha­ben wir im Jahr 2000 noch ei­ne Ver­si­che­rung mit ei­nem ga­ran­tier­ten Zins­satz von 3,25 Pro­zent ab­ge­schlos­sen, be­kom­men wir ak­tu­ell beim Ab­schluss nur den ga­ran­tier­ten Zins­satz von 0,9 Pro­zent. Ach­tung: Der Ga­ran­tie­zins wird nicht voll auf die ein­ge­zahl­ten Bei­trä­ge ge­rech­net, son­dern auf das, was nach Ab­zug al­ler Kos­ten (z. B. Ver­wal­tungs­ge­büh­ren, Pro­vi­si­on) üb­rig bleibt. Im Kl­ar­text: Zah­len wir mo­nat­lich 100 Eu­ro ein, le­gen wir qua­si nur zwi­schen 50 und 80 Eu­ro wirk­lich an. Al­so bringt un­ser Ga­ran­tie­zins von 3,25 Pro­zent ei­gent­lich nur die Hälf­te oder rund zwei Drit­tel. Ne­ben dem Ga­ran­tie­zins be­stim­men die an­ge­spar­te Ver­si­che­rungs­sum­me, der Über­schussan­teil und ein mög­li­cher Schluss­bo­nus die Ablauf­leis­tung. Über­schüs­se und Bo­ni va­ri­ie­ren je nach Wirt­schafts­leis­tung der Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men. Auch die sind in den letz­ten Jah­ren stark ge­sun­ken. Trotz­dem ist es un­term Strich güns­ti­ger, die Ver­trä­ge wei­ter­lau­fen zu las­sen (s. Ta­bel­le rechts) Müs­sen wir die Er­trä­ge ver­steu­ern? Wenn un­ser Ver­trag am En­de der Lauf­zeit in die so­ge­nann­te Er­trags­pha­se (in­di­vi­du­ell) kommt und aus­läuft, er­hal­ten wir Er­trä­ge (aus Zin­sen, Bo­ni, Über­schussan­tei­len und Be­wer­tungs­re­ser­ven). Ha­ben wir ei­ne Po­li­ce vor dem 1.1.2005 ab­ge­schlos­sen, sind die steu­er­frei, vor­aus­ge­setzt wir ha­ben be­reits bis zum 31. März 2005 den ers­ten Bei­trag ein­ge­zahlt. Und: Un­ser Ver­trag

muss ei­ne Lauf­zeit von min­des­tens zwölf Jah­ren ha­ben und wir fünf Jah­re lang Bei­trä­ge be­zahlt ha­ben. Wird die Ablauf­leis­tung al­ler­dings als mo­nat­li­che Ren­te aus­ge­zahlt, muss der Er­trags­an­teil ver­steu­ert wer­den. Wie hoch, hängt vom Al­ter ab: Ge­hen wir mit 55 Jah­ren in Ren­te, sind 26 Pro­zent, mit 65 nur 18 Pro­zent der Er­trä­ge mit dem per­sön­li­chen Steu­er­satz zu ver­steu­ern. Ha­ben wir die Ka­pi­tal­le­bens­ver­si­che­rung nach dem 31. De­zem­ber 2004 ab­ge­schlos­sen, sind die Er­trä­ge nach dem

Al­ters­ein­künf­te­ge­setz (Al­tEin­kG) voll steu­er­pflich­tig. Aus­nah­me: Las­sen wir sie auf ein­mal aus­be­zah­len, hat der Ver­trag ei­ne Lauf­zeit von min­des­tens zwölf Jah­ren und wir un­ser 60. Le­bens­jahr voll­endet, müs­sen wir nur die Hälf­te der Er­trä­ge ver­steu­ern. •

Ro­land har­storff ist un­ab­hän­gi­ger Ver­si­che­rungs­be­ra­ter. Wei­te­re Ex­per­ten auf www.bvvb.de GLücK­Lich SEin im Al­ter be­deu­tet, gut da­für vor­zu­sor­gen

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