Bit­te al­le mal LÄ­CHELN!

An­gi Brink­mann, 50, fin­det die um sich grei­fen­de Gries­grä­mig­keit fürch­ter­lich. Und freut sich über je­des La­chen

Meins - - Mein Leben - Habt ihr euch auch ge­är­gert? Schreibt uns, was euch auf­regt. Wir freu­en uns! re­dak­ti­on-meins@bau­er­me­dia.com

Schwein ge­habt: Je­des StRah­len veR­mehRt un­seR Glück!

Die Men­schen neh­men sich selbst zu ernst. Hät­te der Höh­len­mensch zu la­chen ver­stan­den, wä­re die Welt­ge­schich­te an­ders ver­lau­fen.“Die­sen schö­nen Satz hat der iri­sche Dra­ma­ti­ker Os­car Wil­de (1854–1900) gesagt. Und der klu­ge Mann hat recht. Ist ein gro­ßes La­chen nicht das ent­waff­nends­te Ar­gu­ment, das wir ha­ben? Für mich ist La­chen ei­ne Wäh­rung, die die Dumpf­brat­zen, de­nen ich je­den Tag so be­geg­ne, ein­fach nicht zu nut­zen wissen. Wenn je­mand sei­ne Mit­men­schen an­lä­chelt oder ein Witz­chen reißt – sei­en wir ehr­lich: Das er­wärmt un­ser Herz und ist un­be­zahl­bar! Wir Deut­schen schei­nen uns aber lei­der eher als „Volk der Dich­ter und Den­ker“ zu ver­ste­hen. Des­we­gen se­hen die Leu­te im Auf­zug wahr­schein­lich im­mer al­le aus wie aus Goe­thes Stück „Die Lei­den des jun­gen Wer­t­her“– statt wie aus ei­ner Ko­mö­die.

Ei­ne Kran­ken­kas­se hat neu­lich in ei­ner Stu­die her­aus­ge­fun­den, dass ein Drit­tel der Bun­des­bür­ger ma­xi­mal fünf­mal am Tag lacht. Und wenn die be­frag­ten Gries­gra­me la­chen – Ach­tung, das ga­ben die of­fen zu –, dann am liebs­ten über Miss­ge­schi­cke an­de­rer.

Ha­ha­ha, mir bleibt das La­chen im Hal­se ste­cken!

Da ha­be ich di­rekt schlim­me Bil­der vor mir von frus­trier­ten Dep­pen, die in ih­rer Stu­be vor der Glot­ze sit­zen und sich auf die Schen­kel hau­en. Wäh­rend sie Vi­de­os be­trach­ten, in de­nen klei­ne Kin­der im ho­hen Bo­gen von Schau­keln in den Dreck flut­schen, weil de­ren El­tern lie­ber ein Film­chen dre­hen, statt aufs Kind zu gu­cken. Und im An­schluss stel­len sie das wei­nen­de Mäu­schen schnell on­li­ne, um Li­kes zu kas­sie­ren. Da hal­te ich mich kopf­schüt­telnd an den gro­ßen Wil­helm Busch und sei­nen Kra­cher „La­cher gibt’s vom Trot­tel bis zum Teu­fel!“. Ge­nau!

Und vor lau­ter Fremd­schäm-Ver­gnü­gen ha­ben wir den tie­fen Sinn des La­chens völ­lig aus den Au­gen ver­lo­ren. Da­bei ist La­chen so herr­lich be­frei­end! Ins­be­son­de­re ge­sund­heit­lich: Es ist wis­sen­schaft­lich er­wie­sen, dass La­chen un­se­ren Stress ab­baut – und un­se­ren Kör­per mit Glücks­hor­mo­nen über­schüt­tet. SOOO wie Scho­ko­la­de. Da­bei hat La­chen üb­ri­gens kei­ner­lei Ka­lo­ri­en und kann jetzt im Som­mer nicht in der Hand­ta­sche schmel­zen – das nur mal by the way … Ja, es ist nun mal so:

Ich la­che oft und wer­de da­für ge­mocht!

Was selbst­re­dend nicht heißt, dass ich im­mer gut ge­launt bin. Mit­nich­ten! Nur tra­ge ich mei­nen Kum­mer nicht im Ge­sicht und bin nicht doof zu Un­schul­di­gen ne­ben mir an der Kas­se. Letz­te Wo­che stand ich üb­ri­gens zu lan­ge an sel­bi­ger, und als ich aus dem La­den raus­kam, schrieb ein schnie­ker Herr mit Blöck­chen just mein Au­to auf. Ich hab’ vor Wut ge­schnaubt (auf mich!) und bin hin zu ihm. „Hal­lo! Ich schät­ze, es gibt nichts, was ich tun kann, um Sie zu über­re­den, oder?“Weiß­te, was der ge­ant­wor­tet hat? „Wer so lacht, muss mich nicht über­re­den. Bin schon weg!“

Ich konn­te das kaum fas­sen und ha­be den gan­zen Tag noch ge­lä­chelt we­gen sei­ner Groß­zü­gig­keit – und ich den­ke, er auch. Ich sag’s ja: La­chen ist ei­ne Wäh­rung und herr­lich ent­waff­nend … •

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