Das Le­ben muss ge­fei­ert wer­den!

Ein In­ter­view mit Andrea Kie­wel, 52. Die Gu­te-Lau­ne-Queen spricht sel­ten über sich. Zum 5. Geburtstag von MEINS mach­te sie ei­ne Aus­nah­me! Und ver­riet uns ihr Glücks-Ge­heim­nis

Meins - - Star Mein - VoN KATH­RIN BEHR

D ie Glas­tür des Ber­li­ner Fo­to­stu­di­os an der Spree geht auf, und ei­ne fröh­li­che Andrea Kie­wel wir­belt her­ein und be­grüßt das MEINS-Team so herz­lich, als wä­ren wir al­te Freun­de. Wie sym­pa­thisch, den­ke ich. Wäh­rend des Fo­to­ter­mins plau­dert sie gut ge­launt über das Le­ben, ih­ren 50. Geburtstag und was sie glück­lich macht. Da­zu stößt sie mit Sekt auf den 5. Geburtstag von MEINS an und wünscht: „Hap­py Bir­th­day, lie­be MEINS!“

Meins: sie wir­ken im­mer strah­lend, lus­tig, gut ge­launt. und sie ma­chen an­de­re Men­schen glück­lich. was macht sie ganz per­sön­lich glück­lich? Andrea Kie­wel: Es gibt so un­end­lich vie­les, was mich glück­lich macht. Manch­mal ist es ein tol­ler Abend mit ei­nem fa­bel­haf­ten Mann, dann wie­der die Tat­sa­che, dass mein Hund schon nach fünf­mal ru­fen wie­der zu mir zu­rück­ge­rannt kommt, und dann macht mich der ge­ra­de noch er­wisch­te Bus glück­lich … Ich bin al­so sehr leicht glück­lich zu ma­chen! Meins: was ist ihr ganz per­sön­li­cher weg zum glück? Andrea Kie­wel: Sich nicht ver­glei­chen!

Meins: in wel­chen Mo­men­ten könn­ten sie wei­nen vor glück, die welt um­ar­men? Andrea Kie­wel: Oooh, ich wei­ne oft vor Glück, es sieht nur kei­ner, mei­ne Trä­nen sind un­sicht­bar. Die lang er­war­te­te SMS! Ei­ne er­sehn­te Zu­sa­ge! Der er­gat­ter­te Ter­min zum Wech­sel der Rei­fen! Meins: es gibt so vie­le glücks­rat­ge­ber auf dem Markt wie noch nie. sind wir denn heu­te un­glück­li­cher als die Men­schen frü­her?

Andrea Kie­wel: Wir sind nicht un­glück­li­cher, es gibt nur viel mehr Mög­lich­kei­ten, sich zu ver­glei­chen, nach den an­de­ren zu schau­en, zu mei­nen, de­ren Le­ben sei 1000-mal in­ter­es­san­ter als mei­nes. All die so­zia­len Netz­wer­ke sind un­term Strich nichts an­de­res als ein Jahr­markt der Ei­tel­kei­ten. Selbst die schöns­ten Frauen der Welt sind nicht frei von der Sehn­sucht nach Ap­plaus – al­so Li­kes – und pos­ten von sich und ih­rem Le­ben Bil­der. Wenn man das zum Maß­stab macht, kann man gar nicht glück­lich sein, denn ich ha­be kein Fo­to­shoo­ting in Rio de Janei­ro, mein Freund ist kein Mul­ti­mil­lio­när, und mein Hin­tern ist nicht so rie­sig und

er­folg­reich wie der von Kim Kar­da­shi­an. Al­so – ein­fach we­glas­sen. Sich auf sich be­sin­nen. Das ei­ge­ne Le­ben ist min­des­tens so span­nend wie das der an­de­ren. Man muss es nur le­ben. Meins: sie ha­ben, wie sie selbst sa­gen, vie­le Kri­sen, vie­le dunk­le St­un­den er­lebt. Wie fin­den Sie im­mer wie­der raus aus ei­ner Kri­se?

Andrea Kie­wel: Ich ver­su­che, mich in schwe­ren St­un­den auf das zu be­sin­nen, was ich ha­be. Ten­den­zi­ell zieht es ei­nen ja in den Ab­grund, auch ich bin ei­ne Welt­meis­te­rin im Mich-Be­dau­ern und Mit-mir-Ha­dern. Aber ver­läss­lich kommt der Mo­ment, an dem ich

heu­te le­be ich Mei­nen trAuM

Andrea Kie­wel ist sehr oft in Is­re­al, wie hier in Je­ru­sa­lem. Ihr Herz aber schlägt für Tel Aviv, wo sie die­ses Jahr ge­mein­sam mit ih­rem Sohn meh­re­re Mo­na­te ver­brin­gen will

mich selbst am Schop­fe pa­cke und dar­an er­in­ne­re, wie viel Glück mir je­den Tag ge­schenkt wird. Das ret­te­te mich bis­her im­mer. MEINS: Was sind Ih­re per­sön­li­chen Glücks­or­te, wo Sie ganz bei sich sind? Andrea Kie­wel: Zu Hau­se, Tel Aviv und der „ZDF-Fern­seh­gar­ten“. MEINS: Sie ha­ben im vor­letz­ten Jahr Ih­ren 50. Geburtstag ge­fei­ert. Was ha­ben Sie sich ge­schenkt? Andrea Kie­wel: Mein 50. Geburtstag war der ers­te mei­nes Le­bens, bei dem es ei­ne rich­ti­ge Par­ty gab. Die schenk­te ich mir. Mei­ne Freun­de san­gen für mich die Top Ten aus dem Jahr 1965, ich lach­te, tanz­te, wein­te, war herr­lich be­trun­ken und dach­te, die Po­li­zis­ten, die uns um 22 Uhr zum ers­ten Mal zur Ord­nung rie­fen, sei­en ein­fach nur ver­klei­de­te Par­ty­gäs­te … MEINS: Wie ge­hen Sie um mit dem Äl­ter­wer­den?

Andrea Kie­wel: Ich ma­che mir kei­ne Ge­dan­ken über mein Al­ter, da­für ha­be ich kei­ne Zeit. Ich ha­be ein Schul­kind, das mich im­mer wie­der auf den Bo­den der Tat­sa­chen zu­rück­holt und mir un­auf­hör­lich das Ge­fühl gibt, ei­ne blut­jun­ge Ma­ma zu sein. Au­ßer­dem wer­den mei­ne Freun­de und Kol­le­gen um mich her­um auch äl­ter, wir blei­ben al­so im­mer auf Au­gen­hö­he und ha­ben ei­ne gu­te Zeit zu­sam­men. MEINS: Was ist heu­te für Sie bes­ser als frü­her mit 20 oder 30? Andrea Kie­wel: Ich ließ die­se Pha­se nach der Schu­le und vor dem Stu­di­um kom­plett aus. Ich war das bravs­te Kind der Welt, die ein­fachs­te Ju­gend­li­che, bes­te Stu­den­tin und ei­ne sehr jun­ge Ma­ma. Heu­te er­lau­be ich es mir, auch mal zu spät ins Bett zu ge­hen, nachts laut sin­gend durch die Stadt zu hüp­fen und am Wo­che­n­en­de nach dem Früh­stück ein­fach noch mal ins Bett zu ge­hen. All das gab es mit 20 nicht, ich hät­te es mir nicht er­laubt, ich war wahn­sin­nig streng mit mir, Groß­zü­gig­keit in Be­zug auf mich selbst muss­te ich erst ler­nen. MEINS: Vie­le sa­gen, sie wer­den mit dem Al­ter ge­las­se­ner, wür­den Sie das un­ter­schrei­ben?

Andrea Kie­wel: Nein, ich wer­de nicht ge­las­se­ner, aber ich ar­bei­te an mir, je­den Tag. MEINS: Sind Sie eher ein Baucho­der ein Kopf­mensch? Andrea Kie­wel: Bauch­mensch! MEINS: Las­sen Sie es hin und wie­der noch rich­tig kra­chen?

Andrea Kie­wel: Ja, ich ge­he hin und wie­der aus, tan­ze, rede, fucht­le mit den Hän­den und amü­sie­re mich. Das Le­ben ist viel zu kurz, um nicht zu fei­ern! MEINS: Sie ha­ben mal ge­sagt, Sie sei­en alt­mo­disch. Was mei­nen Sie da­mit? Andrea Kie­wel: Ich bin ein Mäd­chen von ges­tern. Ich mag „al­te“Ges­ten: Blu­men, in den Mantel hel­fen, An­sichts­kar­ten aus dem Ur­laub, Dan­kes­schrei­ben auf rich­ti­gem Pa­pier – von Hand und mit Fül­ler. Neu­lich bat mich ein Freund, ich sol­le ihm mei­nen ‚Stand­ort‘ schi­cken, ich war rest­los über­for­dert (lacht). MEINS: Und Sie sind sehr aber­gläu­bisch,auch­ein­we­ni­galt­mo­disch… Andrea Kie­wel: Mein Aber­glau­be. Herr­jeee … Aber manch­mal ist es schon bes­ser. In­zwi­schen keh­re ich nicht um, wenn ich un­ter­wegs fest­stel­le, dass ich mei­ne Glücks­ket­te ver­ges­sen ha­be. MEINS: Wie stel­len Sie sich Ih­re Zukunft vor? Haus am Meer, Rück­kehr nach Ber­lin, Mä­dels­WG?

Ich ma­che mir täg­lich be­wusst, wie viel Glück mir ge­schenkt wird

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