Oman – Mär­chen aus 1001 Nacht

Meins - - Reise Meine -

Mu­s­cat emp­fängt mich mit ei­ner war­men Umar­mung. Sam­ti­ge Wüs­ten­luft und be­tö­ren­der Weih­rauch-Duft fä­cheln mir ent­ge­gen, als ich die Haupt­stadt des Oman er­rei­che. Wer hier Sky­scra­per und glit­zern­de Fan­ta­sie­ge­bäu­de wie in Du­bai er­war­tet, soll­te um­keh­ren – das dritt­größ­te Land der Ara­bi­schen Halb­in­sel hat ganz an­de­re At­trak­tio­nen pa­rat: gran­dio­se Fels­land­schaf­ten, end­lo­se Wüs­ten und traum­haf­te Strän­de.

mei­ne Ge­füh­le schla­gen Pur­zel­bäu­me vor Glück

Auf un­se­rer Rei­se in die Ber­ge er­le­be ich die selt­sam schläf­rig an­mu­ten­de Schön­heit die­ses welt­of­fe­nen und si­che­ren Rei­se­lands. Vor­bei an blü­hen­den Ro­sen­fel­dern, de­ren Fül­le Na­se und Au­ge ver­wöhnt, bis wir das klei­ne Ge­birgs­dorf Sayq er­rei­chen. Hier wird das kost­ba­re Ro­sen­was­ser ge­won­nen, das die Oma­ner ih­rem Kaf­fee, Süß­spei­sen, aber auch den ed­len Par­füms der welt­be­rühm­ten Mar­ke Amoua­ge bei­mi­schen.

Die 35 Grad hei­ße Mit­tags­zeit ver­brin­gen wir im Schat­ten von Dat­tel­pal­men in der Oa­sen­sied­lung Al Ham­ra. Auch hier wer­den wir mit dem Drei­klang der Gast­freund­schaft emp­fan­gen: tür­ki­scher Kaf­fee, sü­ße Dat­teln und er­fri­schen­de Me­lo­nen.

Als die Son­ne un­ter­geht, ste­hen wir auf dem Gip­fel des Je­bel Shams, des höchs­ten Bergs des Lan­des. Zu un­se­ren Fü­ßen er­streckt sich ein gi­gan­ti­scher Can­yon in zar­ten Rot-Oran­geTö­nen. Die Nacht ver­brin­ge ich im wun­der­schö­nen „De­sert Nights Camp“in der Wa­hi­ba-Wüs­te – über mir der si­chel­för­mi­ge Mond am ster­nen­kla­ren Nacht­him­mel.

Am nächs­ten Tag geht’s 100 Ki­lo­me­ter durch die Ram­lat al-Wa­hi­ba. Schwung­voll im Jeep über 150 Me­ter ho­he Dü­nen­käm­me – ei­ne be­rau­schen­de Ach­ter­bahn. Mir scheint, als gä­be es nur die­sen Mo­ment. Mei­ne Ge­füh­le schla­gen Pur­zel­bäu­me vor Glück. Und dann – wie ei­ne Fa­ta Mor­ga­na taucht hin­ter der Dü­ne das Meer auf. Tür­kis­far­ben schim­mert es uns ent­ge­gen. Wir sind im Küs­ten­städt­chen Sur, da­für be­kannt, dass hier die grü­nen Mee­res­schild­krö­ten ih­re Eier ab­le­gen. Wer Glück hat, sieht Del­fi­ne tan­zen oder ei­ne mäch­ti­ge Pott­wal­f­los­se aus dem Meer auf­tau­chen.

Am letz­ten Tag schlen­dern wir durch die Souks von Mu­s­cat, wo Sil­ber, Gold, Ge­wür­ze und al­le Düf­te des Ori­ents feil­ge­bo­ten wer­den. Vor je­dem Ge­schäft räu­chert es, drin­nen Ber­ge von Weih­rauch. „Im Oman“, er­klärt mir ein Ver­käu­fer, „be­tö­ren wir mit Düf­ten.“Er löf­felt Bukhur auf ein glü­hen­des Koh­le­stück, in Par­füm-Öl ge­tränk­te Holz­spä­ne. Zum Abschied schenkt er mir wei­ßen Weih­rauch, ein wun­der­ba­res Sou­ve­nir – des­sen Wohl­ge­ruch mich zu Hau­se je­den Tag zu­rück ins Kö­nig­reich der Sinn­lich­keit ent­führt. •

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.