War­um sie uns bis heu­te so be­rührt

Vor 20 Jah­ren, am 31 August 1997, stirbt Prin­zes­sin Dia­na, † 36, bei ei­nem Un­fall in Pa­ris. Heu­te wird klar, was ihr wah­res Ver­mächt­nis ist

Meins - - Leben Mein - VON KAtH­riN beHr

Wir al­le wis­sen wohl noch ge­nau, wo wir wa­ren am 31. August 1997. An je­nem Mor­gen, als uns beim Früh­stücks-Kaf­fee die Ra­dio­sen­der mit die­ser Nach­richt scho­ckier­ten: „Prin­zes­sin Dia­na ist tot. Sie starb bei ei­nem Au­to­un­fall in Pa­ris. Die Welt hat die Kö­ni­gin der Her­zen ver­lo­ren.“Noch heu­te ha­ben wir die­se Wor­te im Ohr, aber es dau­ert lan­ge, bis wir sie be­grei­fen.

Die meist­fo­to­gra­fier­te Frau der Welt, de­ren Le­ben, Glück und Leid wir 16 Jah­re be­glei­tet ha­ben, ist nicht mehr da. Da­bei er­schien Dia­na uns ir­gend­wie un­sterb­lich. Auf dem Hö­he­punkt ih­rer Schön­heit, vi­el­leicht in der glück­lichs­ten Pha­se ih­res Le­bens, stirbt sie mit 36 Jah­ren auf der Flucht vor den Fo­to­gra­fen, weil ein be­trun­ke­ner Fah­rer den Mer­ce­des, in dem sie mit ih­rem Lieb­ha­ber Do­di Al-Fay­ed sitzt, in Pa­ris ge­gen ei­nen Tun­nel­pfei­ler setzt. Wie ba­nal, wie un­wür­dig ist die­ses En­de für ei­ne so gla­mou­rö­se Frau.

Al­les in ih­rem Da­sein gleicht ei­ner grie­chi­schen Tra­gö­die – so­gar ihr Tod.

Das ist in­zwi­schen 20 Jah­re her. So viel ist seit­dem pas­siert: Dianas Ex-Mann Charles, 68, hat in­zwi­schen ih­re Tod­fein­din Ca­mil­la, 70, ge­hei­ra­tet. Ihr ältester Sohn Wil­li­am, 35, hat ei­ne zau­ber­haf­te Fa­mi­lie mit sei­ner bür­ger­li­chen (!) Stu­den­ten­lie­be Ka­te, 35, ge­grün­det. Und aus dem wil­den Har­ry, 32, ist ein en­ga­gier­ter Mann ge­wor­den, der in die Cha­ri­ty­Fuß­stap­fen sei­ner Mut­ter tritt. Ja, es ist

Noch heu­te ha­ben wiR ihR Lachen im Kopf PriNZ HAr­rY

viel ge­sche­hen, das Glück ist zu­rück im bri­ti­schen Kö­nigs­haus. Und doch, wenn wir wie­der die Bil­der die­ser schö­nen und zu­gleich un­glück­li­chen Dia­na se­hen, dann ist es, als wä­re sie im­mer noch da. Und wir kom­men wie­der ins Schwär­men für die­se be­son­de­re Frau.

Doch war­um be­rührt sie uns bis heu­te so? Ist es nur die­se strah­len­de Er­schei­nung, die uns so in­spi­riert? Ist es ih­re cha­ris­ma­ti­sche Art, mit der sie Men­schen so­fort für sich ein­ge­nom­men hat? Oder ist es ihr ewi­ges Stre­ben nach Lie­be und Glück in die­sem gol­de­nen Kä­fig, dass sie uns so nah wer­den lässt? Si­cher­lich von al­lem ein biss­chen. Aber wer war Dia­na wirk­lich? Vie­le Bio­gra­fen ha­ben über sie ge­schrie­ben: Für die ei­nen war sie ei­ne über­spann­te Ego­ma­nin, für die an­de­ren ei­ne ver­letz­te See­le, die nur ge­liebt wer­den woll­te. In ei­ner TV-Doku („Un­se­re Mut­ter Dia­na – Ihr Le­ben und ihr Ver­mächt­nis“, 21. August, 20.15 Uhr, ARD) ge­ben uns ih­re Söh­ne erst­mals Ein­bli­cke in die un­be­kann­te Sei­te ih­rer Mut­ter. „Sie hat uns über­schüt­tet mit Lie­be“, sagt Wil­li­am. Dia­na pfleg­te of­fen­bar ei­nen chao­ti­schen Er­zie­hungs­stil: „Als Groß­mut­ter wä­re sie ei­ne Ka­ta­stro­phe ge­we­sen,“sagt er schmun­zelnd. Die Prin­zes­sin ver­such­te, ih­re Söh­ne so frei­heit­lich und nor­mal wie mög­lich zu er­zie­hen: „Ihr dürft so frech sein, wie ihr wollt. Ihr dürft euch nur nicht er­wi­schen las­sen“, gab sie den Jungs mit auf den Weg. Be­rüh­rend schil­dert Har­ry, was er von sei­ner Mut­ter in sei­nem Her­zen be­wahrt: „Sie war ein Kind durch und durch. Noch heu­te ha­be ich ihr Lachen im Kopf.“

Was al­so ist Dianas Ver­mächt­nis?

Dia­na konn­te mehr als nur für Fo­to­gra­fen po­sie­ren. Sie hat es ge­schafft, die ver­krus­te­ten Struk­tu­ren auf­zu­bre­chen und die Käl­te aus dem Kö­nigs­haus zu ver­trei­ben. Ein Thron­fol­ger, der so of­fen in sein Herz bli­cken lässt – das hät­te es frü­her nie ge­ge­ben. Dia­na leg­te den Grund­stein für ei­ne mo­der­ne und volks­na­he Mon­ar­chie. Selbst die Queen kommt mit ih­ren 91 Jah­ren heu­te so fröh­lich und be­schwingt da­her wie nie zu­vor. Für Wil­li­am ist Dianas Ver­mächt­nis klar: Er schützt sei­ne Fa­mi­lie vor zu gie­ri­gen Me­di­en, und sie steht an ers­ter Stel­le für ihn und nicht die Kro­ne: „Ich möch­te so viel Zeit und Mü­he wie mög­lich für die Kin­der auf­brin­gen, weil ich mit Blick auf das, was mei­ne Mut­ter für uns ge­tan hat, rea­li­sie­re, dass ge­ra­de die frü­hen Jah­re ent­schei­dend sind für die Kin­der.“Für uns ist die­ser Satz nor­mal, für die Wind­sors ist er ei­ne Sen­sa­ti­on. Men­sch­lich­keit und Lie­be sä­en, das war wohl Dianas größ­te Leis­tung. •

Re­sPekT­Voll Gu­te zwei Mo­na­te vor ih­rem Tod 1997 be­sucht Dia­na Mut­ter Te­re­sa sTRAh­lenD Dia­na ist der Star bei ei­ner Ga­la in Lon­don 1997. Sie ist auf dem Hö­he­punkt ih­rer Schön­heit

lADylike Beim Staats­be­such in Abu Dha­bi 1989 trug Dia­na ein blau-wei­ßes En­sem­ble

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Eben­falls 1997 reist Dia­na zu den Land­mi­nen­fel­dern nach An­go­la. Die Bil­der ge­hen um die Welt VeR­liebT 1981 ver­lo­ben sich Dia­na und Charles. Der Be­ginn ei­ner Tra­gö­die Aus­ge­lAs­sen

Dia­na mit ih­ren Söh­nen Har­ry (l.) und Wil­li­am 1993 in ei­ner Wild­was­ser­bahn lie­be­Voll

Die Prin­zes­sin 1982 mit Ba­by Wil­li­am ele­gAnT Mit die­sem ko­balt­blau­en One-Shoul­derK­leid be­geis­tert Dia­na 1996 die Aus­tra­li­er

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