Rei­sen mit Doc

Wir träu­men von fer­nen Län­dern, zö­gern aber, weil wir oder un­se­re An­ge­hö­ri­gen nicht mehr ganz fit sind … Die per­fek­te Lö­sung: Wir rei­sen mit Doc!

Meins - - Inhalt - VON JA­NA PE­TRY Dr. Ga­b­rie­la Ga­sch­ler ist seit 2009 Rei­se­ärz­tin bei Tour Vi­tal und führt zu­dem ei­ne ei­ge­ne Pra­xis im All­gäu

Auch mit Han­di­cap müs­sen wir nicht auf Rei­se­träu­me ver­zich­ten

Herr­lich, end­lich ha­ben wir Zeit, all die Län­der zu be­rei­sen, in die wir schon im­mer woll­ten! Das Tolls­te: Um un­se­re Ge­sund­heit müs­sen wir uns auf der Aben­teu­er­rei­se kei­ne Sor­gen ma­chen– denn ein Arzt ist mit von der Par­tie! Me­di­zi­ne­rin, Wel­ten­bumm­le­rin und MEINS-Ex­per­tin Dr. Ga­b­rie­la Ga­sch­ler be­ant­wor­tet uns die wich­tigs­ten Fra­gen zur Rei­se mit Doc.

Wor­auf müs­sen wir vor der Rei­se ach­ten?

Ganz wich­tig ist die Aus­lands­kran­ken­ver­si­che­rung! Rat­sam ist zu­dem ein Check vom Haus­arzt. Mit ihm kön­nen wir auch die Rei­se­apo­the­ke und wich­ti­ge Imp­fun­gen durch­ge­hen.

Wel­ches Rei­se­ziel macht Sinn?

Kommt dar­auf an, was uns wich­tig ist! Län­der für den An­fang sind z. B. Cos­ta Ri­ca oder Viet­nam. Hier ist es sau­ber, die In­fra­struk­tur fort­schritt­lich. In­di­en da­ge­gen hat schö­ne Ho­tels, die hy­gie­ni­schen Ver­hält­nis­se und das Kli­ma sind aber schwie­rig.

Gibt es Aus­schluss­kri­te­ri­en?

Prin­zi­pi­ell nicht. Vie­les ist ab­hän­gig von Per­sön­lich­keit und Grup­pe, ei­ne ge­wis­se Gr­und­fit­ness Vor­aus­set­zung. Ein schö­nes Bei­spiel ist ein Paar, das ge­mein­sam die tolls­ten Rei­sen macht – ob­wohl er blind ist und sie ei­ne schwe­re Ge­len­ker­kran­kung hat. Das klappt, weil bei­de sich per­fekt er­gän­zen! In Me­xi­ko hat­te ich ei­nen Rei­sen­den mit schwe­rer Lun­gen­er­kran­kung da­bei, der aber al­les mit­ma­chen woll­te. Je­der so, wie er kann!

Wie sieht die ärzt­li­che Ver­sor­gung vor Ort aus?

Vor Rei­se­be­ginn ru­fe ich al­le Teil­neh­mer an, fra­ge nach Me­di­ka­men­ten und Krank­hei­ten. Mög­li­che Schwie­rig­kei­ten klä­ren wir vor­her. Ab dem Ab­flug bin ich da­bei, ge­be bei Be­darf Throm­bo­se-Sprit­zen. Über die ge­sam­te Rei­se­dau­er bin ich im­mer vor Ort. Bei frei­en Ta­gen le­ge ich Sprech­zei­ten fest. Au­ßer­dem tra­ge ich ein In­land­te­le­fon bei mir.

Wie wird die Be­hand­lung im Aus­land ab­ge­rech­net?

Ich stel­le nichts in Rech­nung! Al­le Leis­tun­gen und al­le Me­di­ka­men­te, die ich raus­ge­be, sind qua­si in­klu­si­ve. Die Aus­lands­kran­ken­ver­si­che­rung ist trotz­dem wich­tig, soll­te ein Be­such im Kran­ken­haus oder ein Rück­trans­port not­wen­dig sein.

Ent­schei­den sich auch Jün­ge­re für die­se Rei­se­form?

Ja, das kommt so­gar im­mer öf­ter vor! Die Rei­se­grup­pen sind bunt ge­mischt und weit ent­fernt von 70+. Je­der kann mit, dem ei­ne ärzt­li­che Be­treu­ung wich­tig ist. In Na­mi­bia wa­ren z. B. Oma und En­ke­lin mit. Das ist toll und mil­dert das Kli­schee der Se­nio­ren­rei­se. Als Psy­cho­the­ra­peu­tin ist es mir wie­der­um mög­lich, mich auf durch­misch­te Grup­pen­dy­na­mi­ken ein­zu­stel­len.

Was soll­ten wir mit­brin­gen?

Lust auf Kom­mu­ni­ka­ti­on! Für Ein­zel­gän­ger ist das nichts, vie­les pas­siert in Ge­sell­schaft. Oft fällt ein Ge­burts­tag in den Rei­se­zeit­raum. Dann ma­chen wir ein klei­nes Fest. Das Schö­ne ist, man pro­fi­tiert von den Er­fah­run­gen der Mi­t­rei­sen­den und teilt die Er­leb­nis­se. Mit ei­ni­gen bin ich heu­te noch im gu­ten Kon­takt. •

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