Mein neu­es Le­ben

Barbara, 56, er­öff­ne­te ein Ho­tel in Lis­s­a­bon

Meins - - Inhalt - VON VE­RE­NA SCHIt­NIG

So was will ich auch“, denkt Barbara Ott, 56, laut, als sie vor drei Jah­ren mit ih­rer Freun­din Ul­li im Ho­tel „Pa­lace“ein­checkt. Schon auf frü­he­ren Rei­sen ver­lieb­te sie sich in den Ge­dan­ken, ir­gend­wann ein ei­ge­nes Bed & Bre­ak­fast zu ha­ben. Dass ih­re Träu­me wahr wer­den könn­ten, ahnt sie in die­sem Mo­ment noch nicht.

Nur zwei St­un­den spä­ter sitzt Barbara mit dem Ei­gen­tü­mer João, 49, auf der Ter­ras­se des Ho­tels, trinkt ein Gläs­chen Rot­wein und ge­nießt den Aus­blick über die Dä­cher Lis­s­a­bons und den Fluss Te­jo. Wie es der Zu­fall will, sucht João ei­nen neu­en Ge­schäfts­part­ner für sein Ho­tel und macht ihr ein An­ge­bot: „Wenn es dir hier so gut ge­fällt, dann bleib doch und steig bei mir ein.“ Barbara will dar­über nach­den­ken und reist zu­rück nach Ös­ter­reich.

zu hau­se hält sie nicht mehr

viel. Au­ßer ih­ren bei­den Kin­dern Chris­toph, 31, und Eli­sa­beth, 27. Denn ih­re El­tern sind ge­stor­ben, ihr Le­bens­part­ner Pe­ter, 56, hat sich nur we­ni­ge Wo­chen zu­vor von ihr ge­trennt. Zwölf Jah­re wa­ren sie ein Paar, leb­ten in ei­ner Patch­work­fa­mi­lie mit sei­nen Töch­tern und ih­ren Kin­dern und bau­ten zu­sam­men ei­nen phar­ma­zeu­ti­schen Groß­han­del auf. Und es schien al­les gut, bis Pe­ter ei­ne neue Frau ken­nen­lern­te und sich ver­lieb­te. „Das war hart und hat mir weh­ge­tan“, er­zählt Barbara. Dem Lie­bes­kum­mer hin­ge­ben will sie sich da­mals aber kei­nes­falls. Sie packt ih­re Kof­fer und macht ei­nen Kurz­ur­laub mit Freun­din Ul­li. „Lis­s­a­bon stand im­mer auf mei­ner Rei­seLis­te“, sagt Barbara, „vor­her hat­te ich nur nie Zeit, dort­hin zu flie­gen.“„Die Zeit war reif, et­was nur für mich zu tun“, sagt sie heu­te und blickt auf die Ter­ras­se des „To­rel Pa­lace“, die für den Wen­de­punkt ih­res Le­bens steht. „Das An­ge­bot von João kam gera­de recht. Mei­ne Kin­der ha­ben mich be­stärkt, mei­ne Zel­te in Ös­ter­reich ab­zu­bre­chen und in Lis­s­a­bon neu an­zu­fan­gen. Sie woll­ten, dass ich mir den Traum er­fül­le. Und so bin ich dem Ruf mei­nes Her­zens ge­folgt. So ei­ne Chan­ce be­kommt man nur ein­mal im Le­ben.“

Na­tür­lich weiß Barbara nicht, wel­che her­aus­for­de­run­gen auf sie war­ten. Und wel­che Auf­ga­ben auf sie zu­kom­men. Sie weiß nur, dass sich ih­re Ent­sch­ei-

Mein Va­teR hat mich ge­pRägt. ER sag­te im­meR: Fol­ge dei­neR In­tui­ti­on!

Ich möch­te nie mehR oh­ne die­se Stadt, das MeeR und die Son­ne sein

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