Streit zum Land­tags­fi­na­le

Letz­te Sit­zungs­wo­che vor Neu­wahl – Ge­set­ze auf der Kip­pe

Meller Kreisblatt - - NORDWEST - Von Klaus Wie­sche­mey­er

HAN­NO­VER. Im Schat­ten der be­vor­ste­hen­den Bun­des­tags­wahl neigt sich auch die Le­gis­la­tur­pe­ri­ode in Nie­der­sach­sen dem En­de zu. Am kom­men­den Mitt­woch und Don­ners­tag wird der Land­tag wohl zum letz­ten Mal vor den Neuwahlen am 15. Ok­to­ber zu­sam­men­kom­men.

Für vie­le Ab­ge­ord­ne­te be­deu­tet dies, Ab­schied zu neh­men. Dies gilt auch für vier Par­la­men­ta­ri­er, die es von Han­no­ver nach Ber­lin zieht. Schaf­fen Grü­ne und FDP am 24. Sep­tem­ber den Sprung über die Fünf-Pro­zent-Hür­de, wech­seln Chris­ti­an Dürr, Ge­ro Ho­cker (FDP) und Fi­liz Po­lat si­cher und Ott­mar von Holtz (Grü­ne) vi­el­leicht in den Bun­des­tag. Theo­re­tisch müss­ten de­ren frei wer­den­de Man­da­te vom Land­tag be­stä­tigt und durch Kurz­zeitNach­rü­cker be­setzt wer­den. Doch dar­auf will das Par­la­ment nun ver­zich­ten.

Zu tun gibt es für den Land­tag noch ei­ni­ges, denn Ge­set­zes­vor­ha­ben, die bis zum En­de ei­ner Le­gis­la­tur nicht um­ge­setzt sind, ver­fal­len: Der Land­tag wird an bei­den Ta­gen Lan­des­re­geln an neue EU-Vor­ga­ben an­pas­sen. Zu­dem dürf­ten un­strit­ti­ge Pro­jek­te ein­stim­mig be­schlos­sen wer­den.

An­de­res dürf­te nach dem Wech­sel von El­ke Twes­ten von den Grü­nen zur Uni­on schei­tern. Die neue CDU/FDP-Mehr­heit will Was­ser­ge­setz, Fi­sche­r­ei­ge­setz und Pacht­preis­brem­se durch­fal­len las­sen. Auch die neue Lan­des­bau­ord­nung dürf­te schei­tern: Streit gibt es um Vor­ga­ben zur Bar­rie­re­frei­heit und den Um­gang mit mo­bi­len Hüh­ner­stäl­len.

Rot-Grün wirft der CDU vor, Pro­jek­te zu sa­bo­tie­ren. Grü­nen-Mann Tho­mas Schrem­mer be­zeich­net das Nein zur Bar­rie­re­frei­heit als „schwar­zen Tag“für die 1,4 Mil­lio­nen Men­schen mit Be­hin­de­run­gen im Land. Frak­ti­ons­kol­le­gin Mi­ri­am Staud­te hält das Nein zu den Hüh­ner­mo­bi­len für ei­nen „Schlag ins Ge­sicht“je­des Ge­flü­gel­hal­ters, der mit mo­bi­len Stäl­len auf art­ge­rech­te Hal­tung set­ze.

Die CDU keilt zu­rück. Die Vor­wür­fe sei­en „Le­gen­den­bil­dung“, sagt Frak­ti­ons­chef Björn Thüm­ler, um vom ei­ge­nen Ver­sa­gen ab­zu­len­ken. Vie­le Ge­set­ze sei­en un­aus­ge­reift, schlecht vor­be­rei­tet oder ver­schleppt wor­den.

Das gilt auch für ei­ne klei­ne Ge­mein­heit, die Rot-Grün für Mitt­woch­abend auf die Ta­ges­ord­nung ge­setzt hat: ei­ne na­ment­li­che Ab­stim­mung zum Gleich­be­rech­ti­gungs­ge­setz (NGG). Das NGG gilt als Lieb­lings­kind der Ex-Grü­nen El­ke Twes­ten. Stimmt die Frau­en­po­li­ti­ke­rin mit SPD und Grü­nen, hät­ten die­se beim NGG ei­ne Mehr­heit. Das wird wohl nicht pas­sie­ren. Die CDU hält das Ge­setz Thüm­ler zu­fol­ge für ver­fas­sungs­wid­rig.

Fo­to: dpa

Die wohl letz­te Sit­zung in Nie­der­sach­sens In­te­rims­land­tag in Han­no­ver steht be­vor.

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