St­indl ret­tet spät die Se­rie: 2:2

Deut­sche Elf auch im 21. Spiel oh­ne Nie­der­la­ge – St­indl trifft zum 2:2 in der Nach­spiel­zeit

Meller Kreisblatt - - VORDERSEITE - Von Micha­el Jo­nas

KÖLN. Mit ei­nem Tref­fer von Lars St­indl in der Nach­spiel­zeit hat die deut­sche Fuß­ball-Na­tio­nal­mann­schaft ih­re Se­rie fort­ge­setzt. Durch das 2:2-Un­ent­schie­den ge­gen Frank­reich ist die Mann­schaft von Bun­des­trai­ner Joa­chim Löw seit mitt­ler­wei­le 21 Spie­len un­ge­schla­gen. Das deut­sche Tor zum zwi­schen­zeit­li­chen Aus­gleich hat­te Ti­mo Wer­ner er­zielt, bei­de Tref­fer der Fran­zo­sen gin­gen auf das Kon­to von Alex­and­re La­ca­zet­te.

Bei der Welt­meis­ter­schaft im kom­men­den Jahr da­bei ist Dä­ne­mark. Nach ei­nem 0:0 im Hin­spiel ge­wann die Mann­schaft um den über­ra­gen­den drei­fa­chen Tor­schüt­zen Chris­ti­an Erik­sen mit 5:1 in Ir­land und lös­te das Ti­cket für Russ­land.

Am En­de wur­de es doch noch der fast per­fek­te Jah­res­ab­schluss. Die deut­sche Elf schaff­te mit ei­nem Tor des ein­ge­wech­sel­ten Lars St­indl in der Nach­spiel­zeit ein 2:2 ge­gen star­ke Fran­zo­sen. KÖLN. Wel­che Aus­sa­ge­kraft hat das 2:2 im Test ge­gen Frank­reich? Die vor­der­grün­di­ge: Deutsch­land hat auch das 21. Spiel in Se­rie un­ge­schla­gen über­stan­den und geht mit ei­nem gu­ten Ge­fühl in die Weih­nachts­fe­ri­en, Die wich­ti­ge­re: Joa­chim Löw nimmt Er­kennt­nis­se mit in die Win­ter­pau­se – was sei­ne Mög­lich­kei­ten an Al­ter­na­ti­ven im WM-Ka­der be­trifft und wel­ches Wis­sen er über ei­nen star­ken Geg­ner ver­mit­telt be­kom­men hat.

Län­der­spie­le zwi­schen Deutsch­land und Frank­reich hat­ten öf­ter et­was Be­son­de­res, manch­mal auch Tra­gi­sches. Bei der WM 1982 in Spa­ni­en füg­te der Köl­ner Tor­wart Ha­rald „To­ni“Schu­ma­cher dem Stür­mer Patrick Bat­tis­ton im Halb­fi­na­le mit ei­nem gro­ben Foul schwe­re Ver­let­zun­gen zu. Der Fran­zo­se war so­gar be­wusst­los. Vor zwei Jah­ren ex­plo­dier­te wäh­rend des Län­der­spiels vor dem Sta­de de Fran­ce ei­ne Bom­be. Selbst­mord­at­ten­tä­ter hat­ten ver­sucht, in die Are­na zu kom­men. Die Wach­sam­keit der Ord­ner an den Ein­gän­gen ver­hin­der­te ei­ne Ka­ta­stro­phe.

Die Ex­plo­si­on war Teil ei­ner Ter­ror­se­rie in Pa­ris mit 130 To­ten.

Der Tor­jä­ger saß vor 36948 Zu­schau­ern in Köln zu­nächst auf der Bank. An der Sei­te von Ky­li­an Mbap­pé und Alex­and­re La­ca­zet­te stürm­te Ant­ho­ny Mar­ti­al. Löw spiel­te ge­gen­über dem 0:0 in En­g­land nicht mit ei­nem 3-4-3-Sys­tem, son­dern in ei­nem 4-2-3-1. Gleich sechs Neue be­gan­nen im Rhein-Ener­gie-Sta­di­on im Ver­gleich mit der Start­elf von Lon­don: Tor­wart Ke­vin Trapp von Pa­ris St. Ger­main kam zu sei­nem zwei­ten Ein­satz im DFB-Tri­kot. Das zen­tra­le de­fen­si­ve Mit­tel­feld war mit den Rou­ti­niers To­ni Kroos und Ka­pi­tän Sa­mi Khe­di­ra be­setzt. Em­re Can über­nahm die Rechts­ver­tei­di­ger­po­si­ti­on, Mar­vin Plat­ten­hardt spiel­te auf der an­de­ren Sei­te. Ti­mo Wer­ner ganz vor­ne.

Die ers­te Chan­ce nach ei­nem von Khe­di­ra ein­ge­lei­te­ten Flü­gel­wech­sel hat­te Me­sut Özil, doch Frank­reichs Kee­per Ste­ve Mand­an­da pa­rier­te. Auf der an­de­ren Sei­te zo­gen Frank­reichs Ta­len­te ein se­hens­wer­tes Kom­bi­na­ti­ons­spiel mit tech­ni­schen Raf­fi­nes­sen auf. Blai­se Ma­tui­di traf nach sie­ben Mi­nu­ten nur das Au­ßen­netz. Vier Mi­nu­ten spä­ter ret­te­te Mats Hum­mels nach ei­nem Fehl­pass von Kroos mit ei­ner ge­konn­ten Der Aus­gleich:

Ab­wehr­ak­ti­on ge­gen Mbap­pé.

Das leicht­fü­ßi­ge Spiel der Equi­pe Tri­co­lo­re mach­te der DFB-Aus­wahl zu schaf­fen. La­ca­zet­tes Schuss pa­rier­te Trapp (18.). Auf der deut­schen Sei­te ver­such­ten es Özil und Khe­di­ra, de­ren Schüs­se aber ge­blockt wur­den. Wä­re der gu­te Trapp nicht ge­gen Mbap­pé zur Stel­le ge­we­sen (31.), hät­te sich die Löw-Trup­pe nicht über ei­nen Rück­stand be­schwe­ren dür­fen. Der trat zwei Mi­nu­ten spä­ter an, als sich die Fran­zo­sen durch die deut­sche Ab­wehr spiel­ten, als wä­re die­se nicht vor­han­den; La­ca­zet­te muss­te nach Mar­ti­als Dribb­ling und Vor­la­ge nur noch den Fuß hin­hal­ten. Tol­ler Spaß-Fuß­ball der Fran­zo­sen, die das Spiel teil­wei­se ze­le­brier­ten. Ti­mo Wer­ner hat­te zwei­mal den Aus­gleich auf dem Fuß, ver­drib­bel­te sich aber.

Die Füh­rung der quir­li­gen Fran­zo­sen zur Pau­se war ver­dient, auch weil dem Welt­meis­ter in der Of­fen­si­ve zu we­nig ein­fiel und Wer­ner nicht ab­ge­brüht ge­nug war.

Der für Hum­mels ge­kom­me­ne An­to­nio Rü­di­ger hat­te die ers­te Mög­lich­keit nach der Pau­se. Doch sein Schuss aus sie­ben Me­tern nach gu­ter Vor­ar­beit von Drax­ler ging da­ne­ben. Bes­ser mach­te es Wer­ner in der 56. Mi­nu­te, als er nach ei­nem Pass von Özil Mand­an­da tun­nel­te und zum 1:1 traf.

Das Spiel der Fran­zo­sen war in der zwei­ten Halb­zeit nicht mehr so in­ten­siv, das der DFB-Aus­wahl aber zwin­gen­der. als in den ers­ten 45 Mi­nu­ten. Den­noch mar­kier­te La­ca­zet­te in der 71. Mi­nu­te das 2:1 für Frank­reich, nach­dem Kroos ei­ne Mi­nu­te zu­vor in ei­ner star­ken Pha­se der Deut­schen mit ei­nem ful­mi­nan­ten Frei­stoß die Lat­te ge­trof­fen hat­te.

Der Tref­fer von Lars St­in­del nach Vor­ar­beit von Ma­rio Göt­ze und Me­sut Özil war viel­leicht an die­sem Abend et­was schmei­chel­haft, war aber an­ge­sichts der sou­ve­rä­nen WM-Qua­li­fi­ka­ti­on und der lan­gen Se­rie der deut­schen Elf den­noch ein ver­dien­ter Ab­schluss des Län­der­spiel­jah­res 2017.

Zwei Rück­stän­de mach­te die deut­sche Mann­schaft: Erst traf Ti­mo Wer­ner (links) zum 1:1, dann be­rei­te­te Me­sut Özil (rechts) das 2:2 von Lars St­indl vor.

Fo­to: dpa

Ti­mo Wer­ner schiebt an Tor­wart Ste­ve Mand­an­da vor­bei zum 1:1 ein.

Gleich knallt´s: Ant­ho­ny Mar­ti­al legt an Ke­vin Trapp vor­bei auf für Alex­and­re La­ca­zet­te – 0:1.

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