Punk­ten in der flo­ris­ti­schen Ni­sche

Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men Mös­ker setzt auf Braut- und Gr­ab­schmuck – „Die Qua­li­tät der Blu­men ist das A und O“

Meller Kreisblatt - - WIRTSCHAFT - Von An­dré Part­mann

LOHNE/WIETMARSCHEN. Der Blu­men­markt in Deutsch­land und Eu­ro­pa ist hart um­kämpft. Die Pflan­zen­prei­se sin­ken seit Jah­ren. Groß­gärt­ne­rei­en und ih­re Mas­sen­pro­duk­ti­on pro­fi­tie­ren von der Ent­wick­lung, klei­ne­re Blu­men­fach­ge­schäf­te sto­ßen oft an ih­re Gren­zen. Das Bei­spiel des Fa­mi­li­en­un­ter­neh­mens Mös­ker zeigt, wie Klein­be­trie­be doch über­le­ben kön­nen.

Seit mehr als 19 Jah­ren be­treibt der Flo­ris­tik­meis­ter Hel­mut Mös­ker mit sei­ner Frau Hil­ke sein Blu­men­fach­ge­schäft in dem Ort Lohne in der Ge­mein­de Wietmarschen. Der Be­trieb der Mös­kers in der Graf­schaft Bent­heim liegt nur knapp 15 Ki­lo­me­ter Luft­li­nie ent­fernt von der Groß­gärt­ne­rei Ems­flower am Au­to­bahn­kreuz Schüt­torf; ent­spre­chend groß wa­ren die Sor­gen, als der Bau des Gar­ten­cen­ters En­de 2015 an­lief. „Wir frag­ten uns, in­wie­weit sich die Plä­ne auf un­se­ren Fa­mi­li­en­be­trieb aus­wir­ken“, so der 49-Jäh­ri­ge.

Heu­te weiß Hel­mut Mös­ker, dass sei­ne Be­den­ken un­nö­tig wa­ren: „Uns geht es nach wie vor gut, un­se­re Kun­den sind uns treu ge­blie­ben.“Dass der Fa­mi­li­en­be­trieb ob der zu­sätz­li­chen Kon­kur­renz wei­ter auf ge­sun­den Bei­nen steht, hat al­ler­dings Grün­de: Mös­ker hat es ge­schafft, Ni­schen im hart um­kämpf­ten Blu­men­markt zu be­set­zen. Ne­ben dem Ta­ges­ge­schäft mit Blu­men, De­ko­ra­ti­ons­ar­ti­keln und flo­ra­len Wohn­raum­kon­zep­ten setzt Mös­ker auf Braut- und Gr­ab­schmuck. „Die in­di­vi­du­el­le Be­ra­tung der Kun­den ist da­bei un­se­re gro­ße Stär­ke“, er­klärt der Un­ter­neh­mer.

Was genau er da­mit meint, macht der drei­fa­che Fa­mi­li­en­va­ter an kon­kre­ten Bei­spie­len deut­lich: Wird in der Ge­mein­de ge­hei­ra­tet, ist Mös­ker oft die ers­te An­lauf­stel­le für flo­ra­le Gestal­tungs­fra­gen. „In der Re­gel tref­fe ich mich mit An­ge­hö­ri­gen vor Ort in der Kir­che und ste­he ih­nen be­ra­tend zur Sei­te“, sagt Mös­ker. Auch die Gestal­tung von Braut­sträu­ßen und Hoch­zeits­sä­len über­nimmt Mös­ker in Ab­spra­che mit sei­nen Kun­den. „Wir be­ob­ach­ten, dass vie­le Paa­re sich da­für ent­schei­den, in gro­ßen Zel­ten im Gar­ten zu hei­ra­ten.“Die­se müss­ten dann ent­spre­chend de­ko­riert wer­den.

Das Blu­men­fach­ge­schäft aus Lohne hat sich mit der gu­ten Be­ra­tung ei­nen Na­men ge­macht: „Wir be­kom­men nicht nur Auf­trä­ge aus der Ge­mein­de, son­dern auch aus um­lie­gen­den Städ­ten wie Lin­gen und Nord­horn“, sagt Mös­ker. Die Lei­den­schaft für den Beruf sei der Schlüs­sel zu die­sem Er­folg, glaubt er: „Als Flo­rist braucht man ein gu­tes Far­b­emp­fin­den, räum­li­che Vor­stel­lungs­kraft und Krea­ti­vi­tät, vor al­lem aber die Fä­hig­keit, of­fen mit Kun­den um­zu­ge­hen.“Wer heu­te 08/15-Blu­men­schmuck ab­lie­fert, ge­winnt laut Hel­mut Mös­ker kaum mehr ei­nen Strauß. „Die Qua­li­tät der Blu­men ist das A und O“, sagt er. Dies sei der ein­zi­ge Weg, sich von der Kon­kur­renz aus dem Dis­coun­ter ab­zu­set­zen. Des­halb be­sucht der Graf­schaf­ter Flo­ris­tik­meis­ter di­ver­se Mes­sen und sucht sei­ne Lie­fe­ran­ten sorg­fäl­tig aus.

Der Er­folg gibt ihm recht: Das Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men aus Lohne be­schäf­tigt heu­te zehn An­ge­stell­te, von de­nen zwei ei­ne Aus­bil­dung ab­sol­vie­ren. „An­ders als an­de­re Hand­werks­be­trie­be ha­ben wir noch kei­ne Pro­ble­me, Aus­zu­bil­den­de ein­zu­stel­len“, sagt Mös­ker, der gleich­zei­tig auch Vor­sit­zen­der des Prü­fungs­aus­schus­ses der In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer (IHK) Os­na­brück – Ems­land – Graf­schaft Bent­heim ist. Er ist stolz dar­auf, dass sei­ne Lehr­lin­ge oft die bes­ten Prü­fungs­er­geb­nis­se er­zie­len und ge­le­gent­lich so­gar Top-Plat­zie­run­gen bei Lan­des­meis­ter­schaf­ten der Flo­ris­ten er­rei­chen.

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Fo­to: H. Pen­ter­mann

Seit bald 20 Jah­ren im Ge­schäft: Hel­mut und Hil­ke Mös­ker be­haup­ten sich mit ih­rem Blu­men­ge­schäft auf dem um­kämpf­ten Markt.

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