Töd­li­che Schüs­se nach Er­stür­mung der Woh­nung

Spe­zi­al­ein­heit feu­ert bei Le­ver­ku­sen auf Mann mit Gas­pis­to­le – Po­li­zis­tin mit La­ser ver­letzt

Meller Kreisblatt - - EINBLICKE - Von Frank Chris­ti­an­sen

dpa LAN­GEN­FELD/FUL­DA. Ein 38-jäh­ri­ger Mann ist in Lan­gen­feld bei Le­ver­ku­sen, ge­trof­fen von meh­re­ren Po­li­zei­ku­geln, ums Le­ben ge­kom­men. Als ei­ne Spe­zi­al­ein­heit sei­ne Woh­nung stürm­te, ha­be er ei­ne Waf­fe auf die Be­am­ten ge­rich­tet und das Feu­er er­öff­net, teil­te die Düs­sel­dor­fer Staats­an­walt­schaft ges­tern mit. Die SEK-Be­am­ten hät­ten das Feu­er dar­auf­hin er­wi­dert. Wie sich im Nach­hin­ein her­aus­stell­te, hat­te der po­li­zei­be­kann­te Mann die Po­li­zis­ten mit ei­ner Gas­pis­to­le be­droht. Mög­li­cher­wei­se ha­be er un­ter Dro­gen­ein­fluss ge­stan­den. Das sol­len nun die rechts­me­di­zi­ni­schen Un­ter­su­chun­gen klä­ren.

Mit La­ser ge­blen­det

Der Ein­satz hat­te am Don­ners­tag­abend be­gon­nen, als An­woh­ner mel­de­ten, dass ein Mann Schüs­se von ei­nem Bal­kon ab­feue­re. Die zu­erst am Tat­ort ein­ge­trof­fe­nen Po­li­zis­ten hör­ten eben­falls Schuss­ge­räu­sche und sa­hen den ver­däch­ti­gen Mann auf dem Bal­kon. Der ha­be dann ei­ne Po­li­zis­tin mit ei­nem La­ser ge­blen­det und am Au­ge ver­letzt.

Die Ein­satz­kräf­te hät­ten den Be­reich weit­räu­mig ab­ge­sperrt und die Spe­zi­al­ein­heit an­ge­for­dert. Die Be­am­ten konn­ten kei­nen Kon­takt zu dem Mann auf­neh­men, der ihr be­reits we­gen klei­ne­rer Dro­gen- und Ge­walt­de­lik­te be­kannt war. Sie ent­schlos­sen sich, sei­ne Woh­nung zu stür­men. Da­bei sei­en die ver­mut­lich töd­li­chen Schüs­se ge­fal­len. Der 38-Jäh­ri­ge starb in ei­nem Kran­ken­haus. Aus Grün­den der Neu­tra­li­tät über­nahm die Wup­per­ta­ler Po­li­zei die Er­mitt­lun­gen und setz­te ei­ne Son­der­kom­mis­si­on ein.

Erst vor zwei Mo­na­ten war in Nord­rhein-West­fa­len ein Mann bei ei­nem SEK-Ein­satz in Wup­per­tal ge­tö­tet wor­den. Der Ge­tö­te­te war zeit­wei­se Prä­si­dent des Ch­ap­ters Wup­per­tal der Ro­cker­grup­pe „Os­ma­nen Ger­ma­nia“. Der 43Jäh­ri­ge war eben­falls in sei­ner Woh­nung von ei­nem SEK-Be­am­ten er­schos­sen wor­den. Wie sich da­nach her­aus­stell­te, war er un­be­waff­net. Der Po­li­zist soll in der Nacht das Smart­pho­ne in der Hand des Man­nes mit ei­ner Waf­fe ver­wech­selt ha­ben.

Fa­mi­li­en­va­ter ge­tö­tet

Im Ja­nu­ar hat­ten Po­li­zis­ten bei ei­nem Fa­mi­li­en­streit in Darmstadt ei­nen mit Mes­sern be­waff­ne­ten Va­ter er­schos­sen. Die Ehe­frau hat­te zu­vor die Po­li­zei ge­ru­fen, weil der 41-Jäh­ri­ge sie ge­schla­gen ha­be. Der Tä­ter sei mit ei­nem Mes­ser be­waff­net ge­we­sen, teil­ten Staats­an­walt­schaft und Po­li­zei da­mals mit. Mit Blick auf Si­tua­tio­nen, in de­nen Mes­ser ei­ne Rol­le spie­len, sag­te da­zu der hes­si­sche Lan­des­vor­sit­zen­de der Ge­werk­schaft der Po­li­zei (GdP), Andre­as Grün: Be­am­te hät­ten nicht im­mer ge­nug Zeit, „um nach Po­li­zei­recht flucht- oder an­griffs­un­fä­hig schie­ßen zu kön­nen“. Ein un­mit­tel­ba­rer An­griff mit ei­nem Mes­ser stel­le in der Re­gel ei­ne Not­wehr­si­tua­ti­on dar. „Ziel ist nicht, je­man­den zu er­schie­ßen, son­dern den un­mit­tel­ba­ren An­griff auf das ei­ge­ne Le­ben ab­zu­weh­ren.“

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