„Spät­schicht“auf der Ge­orgs­ma­ri­en­hüt­te

IHK und IAV auf In­for­ma­ti­ons­be­such im Stahl­werk

Meller Kreisblatt - - REGION - Von Joa­chim Dier­ks

GE­ORGS­MA­RI­EN­HÜT­TE. Das Stahl­werk Ge­orgs­ma­ri­en­hüt­te ist zwar 162 Jah­re alt, ge­hört aber nicht zum al­ten Ei­sen. Und Angst vor Trumps Straf­zöl­len oder Chi­nas Über­pro­duk­ti­on hat man dank weit­ge­hen­der Spe­zia­li­sie­rung auch nicht. Beim „Abend der In­dus­trie“prä­sen­tier­te Ar­beits­di­rek­tor Fe­lix Os­ter­hei­der vor Mit­glie­dern der IHK und des IAV das Werk als tech­no­lo­gi­schen Bran­chen­füh­rer.

Zum „Abend der In­dus­trie“la­den die In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer Os­na­brück-Ems­land-Graf­schaft Bent­heim (IHK) und der In­dus­tri­el­le Ar­beit­ge­ber­ver­band (IAV) im glei­chen Ver­brei­tungs­ge­biet ein­mal im Jahr ein, um die wich­ti­ge Rol­le der In­dus­trie für den Wohl­stand un­se­rer Re­gi­on zu ver­deut­li­chen. Je­weils ein In­dus­trie­be­trieb öff­net IHKund IAV-Mit­glie­dern, aber auch Ent­schei­dern aus Po­li­tik, Ver­wal­tung und dem Bil­dungs­be­reich sei­ne To­re und ge­währt Ein­bli­cke in sei­ne Tech­no­lo­gi­en, Ar­beits­pro­zes­se und Pro­duk­te und spricht über Chan­cen und Ri­si­ken in sei­nem Markt­seg­ment.

In­dus­trie ist nicht von ges­tern, son­dern ist Zu­kunft, lau­tet das Mot­to. „Ei­ner muss die Piz­za ba­cken, die al­le ver­tei­len wol­len“, sagt Os­ter­hei­der und meint da­mit „die In­dus­trie als Grund­la­ge für In­no­va­ti­on, Di­enst­leis­tun­gen und wirt­schaft­li­che Pro­spe­ri­tät“. Oder an­ders aus­ge­drückt: Wir kön­nen uns nicht al­le ge­gen­sei­tig die Haa­re schnei­den und da­mit dau­er­haft Wert schöp­fen. Es braucht die in­dus­tri­el­le Ba­sis, oh­ne die et­wa Soft­ware­ent­wick­ler, Zer­ti­fi­zie­rungs­stel­len, Wirt­schafts­prü­fer oder an­de­re Di­enst­leis­ter nicht über­le­ben könn­ten.

Ei­ne Mil­li­on Ton­nen Stahl

Die Ge­orgs­ma­ri­en­hüt­te Gm­bH pro­du­ziert im Jahr ei­ne Mil­li­on Ton­nen Roh­stahl und ver­kauft ihn an 125 Kun­den in al­ler Welt. 80 Pro­zent ge­hen in die Au­to­mo­bil­in­dus­trie, der Rest in den Land­ma­schi­nen­und den all­ge­mei­nen Ma­schi­nen­bau. Bei der enor­men Aus­dif­fe­ren­zie­rung von 500 ver­schie­de­nen Stahl­gü­ten wird ver­ständ­lich, dass nichts auf Hal­de pro­du­ziert wird, son­dern al­les nur auf­trags­be­zo­gen. Spe­zi­al­stäh­le wür­den heu­te hö­he­re Fes­tig­kei­ten lie­fern, so­dass die Ma­te­ri­al­stär­ken re­du­ziert wer­den könn­ten, sag­te Os­ter­hei­der. So ha­be der Stahl sich vie­le Bau­tei­le zu­rück­er­obert, die zu­vor aus Grün­den der Ge­wichts­er­spar­nis in Alu­mi­ni­um aus­ge­führt wor­den sei­en. Als Bei­spiel nann­te er den Au­di A 8. Des­sen Alu-Ka­ros­se wur­de vor Jah­ren als der gro­ße Durch­bruch ge­fei­ert. Bei der neu­en Ge­ne­ra­ti­on ha­be Au­di den Ab­schied vom Alu ein­ge­läu­tet. Nicht zu­letzt, weil Alu­mi­ni­um fünf­mal so teu­er ist wie Stahl und in der Öko-Bi­lanz deut­lich schlech­ter ab­schnei­det. Die Zu­kunfts­aus­sich­ten be­ur­teil­te Os­ter­hei­der po­si­tiv. Der Be­darf an Spe­zi­al­stäh­len wer­de stei­gen, trotz des ge­rin­ge­ren Stahl­an­teils in Elek­tro­au­tos. Als „ide­al für uns“be­zeich­ne­te Os­ter­hei­der Hy­brid-Au­tos, weil sie zwei Mo­to­ren und auf­wen­di­ge­re Ge­trie­be brau­chen.

Zu­vor ge­wan­nen die Teil­neh­mer bei ei­nem Rund­gang Ein­drü­cke vom Pro­duk­ti­ons­pro­zess. Sie sa­hen die Schrot­ter­fas­sung und die Be­fül­lung des Elek­tro­licht­bo­gen­ofens, sie er­leb­ten den Schmelz­pro­zess, bei dem in ei­ner St­un­de 140 Ton­nen Roh­stahl ge­won­nen wer­den und da­bei so viel Strom ver­braucht wird wie in der ge­sam­ten Groß­stadt Os­na­brück.

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