Die Grä­ben wer­den tie­fer

Mit­glie­der­ver­samm­lung bringt kei­nen Frie­den bei Han­no­ver 96

Meller Kreisblatt - - SPORT -

HAN­NO­VER. Han­no­ver 96 bleibt ein zu­tiefst zer­ris­se­ner Club. Auch auf der Mit­glie­der­ver­samm­lung des Mut­ter­ver­eins gab es am Don­ners­tag kei­ne An­nä­he­rung zwi­schen den Geg­nern von 96-Boss Mar­tin Kind und dem Prä­si­den­ten. Ganz im Ge­gen­teil. Als die hit­zi­ge Ver­an­stal­tung um kurz vor Mit­ter­nacht nach mehr als fünf St­un­den vol­ler Vor­wür­fe und An­fein­dun­gen be­en­det wur­de, wa­ren die Grä­ben zwi­schen den La­gern noch tie­fer als zu­vor.

„Auf ab­seh­ba­re Zeit ist das, glau­be ich, eher schwie­rig zu lö­sen“, sag­te Kind mit Blick auf die Ge­men­ge­la­ge. Wie sehr die ak­ti­ve Fan­sze­ne dem mäch­ti­gen Mann im Ver­ein miss­traut, wur­de dar­an deut­lich, dass Kind, der Vor­stand und der Auf­sichts­rat nicht ent­las­tet wur­den.

Dass Kind dies da­nach als läs­ti­ge Be­gleit­erschei­nung ab­tat, dürf­te das Bild bei den Geg­nern wei­ter ver­stär­ken, dass es Kind nur um sei­ne ei­ge­nen In­ter­es­sen und vor al­lem die Über­nah­me der Mehr­heit an der Pro­fiab­tei­lung geht. „Das ist erst ein­mal un­be­deu­tend. Ma­xi­mal op­tisch in­ter­es­sant, aber in­halt­lich letzt­end­lich oh­ne Be­deu­tung“,

sag­te der Prä­si­dent und Ge­schäfts­füh­rer der wich­tigs­ten aus­ge­la­ger­ten Ge­sell­schaf­ten zu sei­ner Nicht-Ent­las­tung.

Viel wich­ti­ger für Kind war, dass ein An­trag auf Sat­zungs­än­de­rung nicht die er­for­der­li­che Zweit­drit­tel­mehr­heit er­hielt, mit der der Vor­stand an Be­schlüs­se der Mit­glie­der­ver­samm­lung ge­bun­den ge­we­sen wä­re. „Des­halb ist es deut­lich zu be­grü­ßen, dass die­ser An­trag ab­ge­lehnt wur­de, weil das tat­säch­lich zu ei­ner dra­ma­ti­schen Ve­rän­de­rung der Struk­tu­ren ge­führt hät­te“, sag­te der 96-Boss. 576 Mit­glie­der stimm­ten für den An­trag, 544 da­ge­gen. Die­ser hät­te auch für das in Han­no­ver hoch­um­strit­te­ne The­ma 50+1 ge­gol­ten.

Kind hat bei der Deut­schen Fuß­ball-Li­ga ei­nen An­trag ge­stellt, die Mehr­heit am Club zu über­neh­men. Der An­trag ruht der­zeit. Der Streit um Kinds Über­nah­me­plä­ne be­las­tet das Kli­ma schon seit Mo­na­ten und hat bei den Heim­spie­len zu ei­nem Stim­mungs­boy­kott von Tei­len der Fans ge­führt.

Doch nicht nur der Dau­er­zwist mit der Fan­sze­ne be­las­tet den Club. Die auf­ge­heiz­te Stim­mung rund um den Ver­ein könn­te auch Aus­wir­kun­gen auf die Zu­kunft von Sport­di­rek­tor Horst Heldt ha­ben. Heldt, des­sen Auf­stieg zum Ge­schäfts­füh­rer noch im­mer nicht be­sie­gelt ist, war wie die kom­plet­te Mann­schaft zu Gast auf der Versammlung. Nach wie vor wird Heldt beim VfL Wolfs­burg als Ge­schäfts­füh­rer ge­han­delt. Kind will den Ma­na­ger zwar nicht zie­hen las­sen, nach Me­dien­be­rich­ten vom Frei­tag soll es aber be­reits ers­te Ge­sprä­che zwi­schen VfL-Ver­ant­wort­li­chen und Heldt ge­ge­ben ha­ben.

Fo­to: dpa

In der Dau­er­kri­tik: 96-Prä­si­dent Mar­tin Kind.

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