Kom­bi­na­ti­on ist aus­schlag­ge­bend

Mit der rich­ti­gen Nah­rungs­mit­tel­kom­bi­na­ti­on Ver­dau­ung und Wohl­be­fin­den un­ter­stüt­zen

Meller Kreisblatt - - WOCHENENDE! - Von Ant­je Wes­sels

Es ist kein Ge­heim­nis: Un­ser Kör­per kann von der po­si­ti­ven Wir­kung rich­ti­ger Nah­rungs­mit­tel­kom­bi­na­tio­nen pro­fi­tie­ren. Doch auch das Ge­gen­teil ist mög­lich. Aber wel­che Le­bens­mit­tel las­sen sich am bes­ten kom­bi­nie­ren, und wo­von lässt man bes­ser die Fin­ger?

Es hat ganz un­ter­schied­li­che Grün­de, wes­halb sich be­stimm­te Le­bens­mit­tel bes­ser mit­ein­an­der kom­bi­nie­ren las­sen als an­de­re. In der Re­gel hat die rich­ti­ge Ver­bin­dung ver­schie­de­ner Le­bens­mit­tel po­si­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf un­se­ren Kör­per.

Ins­be­son­de­re die Ver­dau­ung so­wie der Ma­gen-Darm-Trakt pro­fi­tie­ren so­wohl von der rich­ti­gen Le­bens­mit­tel­zu­sam­men­set­zung als auch von der Rei­hen­fol­ge, in der wir die Nah­rung zu uns

neh­men. Das Ge- gen­teil hat hin­ge­gen un­ter­schätz­te Aus­wir­kun­gen: Es kann nicht bloß ei­ne schlech­te Ver­dau­ung ver­ur­sa­chen, son­dern in Aus­nah­me­fäl­len auch to­xi­sche und gar krebs­er­re­gen­de Abla­ge­run­gen in Or­ga­nen und Bin­de­ge­we­be zur Fol­ge ha­ben.

Die Fol­gen: Krank­hei­ten und Über­ge­wicht. Mit den rich­ti­gen Tipps und

Tricks rund um die po­si­ti­ven und ne­ga­ti­ven Aus­wir­kun­gen ver­schie­de­ner Nah­rungs­mit­tel­kom­bi­na­tio­nen ist es al­ler­dings ein Leich­tes, sich im Le­bens­mit­teld­schun­gel zu­recht­zu­fin­den und ein ganz neu­es Le­bens­ge­fühl für sich zu ent­de­cken.

Als Al­les­fres­ser isst der Mensch nicht bloß al­les durch­ein­an­der, son­dern auch in gro­ßen Men­gen. Das be­las­tet un­ser Ver­dau­ungs­sys­tem oft, oh­ne dass wir es mer­ken. Das weiß auch Di­plom-Öko­no­min und Er­näh­rungs­ex­per­tin Vik­to­ria Rust, die zur Un­ter­stüt­zung un­se­res Kör­pers fol­gen­de Grund­prin­zi­pi­en für die kor­rek­te Kom­bi­na­ti­on ver­schie­de­ner Le­bens­mit­tel und In­halts­stof­fe zu­sam­men­ge­stellt hat:

Trin­ken und Es­sen: Tat­säch­lich ist es gar nicht so ge­sund, wäh­rend der Nah­rungs­auf­nah­me auch noch zu trin­ken. Was kaum ei­ner weiß: Flüs­sig­keit spült wich­ti­ge Ma­gen­säf­te weg, die für die Ver­dau­ung wich­tig sind. Statt­des­sen ist es ge­sün­der, 30 Mi­nu­ten vor dem Es­sen so­wie ein­ein­halb bis zwei St­un­den da­nach et­was zu trin­ken, so­bald die Ver­dau­ung ein­ge­setzt hat.

Au­ßer­dem ver­weist das Deut­sche Zen­trum der Ge­sund­heit (ZDG) dar­auf, dass aus die­sem Grund be­son­ders was­ser­hal­ti­ge Le­bens­mit­tel in der Rei­hen­fol­ge der Nah­rungs­auf­nah­me nach vor­ne rü­cken soll­ten. Je mehr Was­ser, des­to eher soll­te es ge­ges­sen wer­den. Sü­ße Früch­te und Fett: Früch­te wer­den auf­grund ih­res ho­hen Was­ser­ge­halts deut­lich schnel­ler ver­daut als fet­ti­ge Spei­sen. So kommt die Ver­dau­ung ins Sto­cken, und der Kör­per pro­du­ziert Ga­se und Al­ko­hol. Um un­se­rem Kör­per die Ver­wer­tung zu er­leich­tern, kann es hel­fen, auf die Kom­bi­na­ti­on die­ser bei­den Nah­rungs­mit­tel­grup­pen zu ver­zich­ten und sie statt­des­sen lie­ber ge­trennt von­ein­an­der zu es­sen. Üb­ri­gens: Ei­ne Was­ser­me­lo­ne ist als Des­sert nur be­dingt ge­eig­net, sagt auch das Bun­des­zen­trum für Er­näh­rung (BzfE).

Zu­cker und Ei­weiß: Um zu­cker­hal­ti­ge Le­bens­mit­tel – zum Bei­spiel Früch­te – zu ver­dau­en, be­nö­tigt der Kör­per ein­fa­che En­zy­me und ei­ne ba­si­sche Um­ge­bung. Bei der Ver­dau­ung von Ei­weiß ist das ge­naue Ge­gen­teil der Fall. Pro­te­ine brau­chen auf­ge­spal­te­ne En­zy­me und ei­ne sau­re Um­ge­bung. Die Kom­bi­na­ti­on von Zu­cker und Ei­weiß ist da­her nur sehr schwer ver­dau­lich und setzt dem Kör­per be­son­ders zu. Bei­spie­le da­für sind Obst und Nüs­se, Ko­kos­fleisch oder Öl­saa­ten. Sü­ße und sau­re Früch­te: Auch sü­ße und sau­re Obst­sor­ten be­nö­ti­gen bei der Ver­dau­ung ver­schie­de­ne Ver­dau­ungs­säf­te. Da­her ist es am bes­ten, Glei­ches mit Glei­chem zu kom­bi­nie­ren, da­mit sich die Ver­dau­ung die­ser bei­den Nah­rungs­mit­tel nicht ge­gen­sei­tig be­hin­dert.

Lang­sam ver­dau­li­ches Obst und

Ge­mü­se: Kreuz­blüt­ler wie Ret­tich oder be­son­ders stär­ke­hal­ti­ges Ge­mü­se wie zum Bei­spiel Kar­tof­feln sind nur schwer ver­dau­lich. Ent­spre­chend soll­te man sie von leicht ver­dau­li­chen Spei­sen wie Obst tren­nen, um ei­nem Ver­dau­ungs­stau vor­zu­beu­gen.

Ver­schie­de­ne Fet­te: Um un­se­rer Ver­dau­ung ei­nen Ge­fal­len zu tun, hilft es, nur ei­ne Sor­te Fett auf ein­mal zu sich zu neh­men. Der Grund: Je fett­hal­ti­ger ein Nah­rungs­mit­tel ist, des­to schwe­rer ist es ver­dau­lich. Mit der Kom­bi­na­ti­on von Avo­ca­do, be­son­ders fett­hal­ti­gen Nüs­sen oder Oli­ven ma­chen wir es un­se­rem Kör­per un­nö­tig schwer. Die Nah­rungs­mit­tel stau­en sich im Ver­dau­ungs­trakt, un­ser Ener­gie­le­vel sinkt, und das Im­mun­sys­tem wird ge­schwächt.

All­zweck­waf­fe Kräu­ter: Kräu­ter und grü­nes Blatt­ge­mü­se las­sen sich zu so ziem­lich al­lem kom­bi­nie­ren. Und das Bes­te: Auch der Ver­dau­ung ge­fällt das. Hier dür­fen wir je­der­zeit tat­kräf­tig zu­lan­gen.

Auch Dr. Oy­in­lo­la Oye­bo­de vom Lon­do­ner De­part­ment of Epi­de­mio­lo­gy and Pu­b­lic He­alth weiß, dass der Kör­per schon von die­sen ein­fa­chen Vor­ga­ben in mehr­fa­cher Hin­sicht pro­fi­tie­ren kann. Ein un­an­ge­neh­mes Völ­le­ge­fühl und Blä­hun­gen ge­hö­ren da­mit der Ver­gan­gen­heit an, wir füh­len uns fit­ter, über­flüs­si­ge Pfun­de pur­zeln, und un­ser Haut­bild ver­fei­nert sich. Die Sti­mu­la­ti­on der Darm­flo­ra beugt au­ßer­dem ei­ner Ma­gen­über­las­tung vor.

Wich­tig zu wis­sen: Je­de Le­bens­mit­tel­grup­pe be­nö­tigt ih­re ei­ge­nen Ver­dau­ungs­en­zy­me. Da­her ist es wich­tig, dar­auf zu ach­ten, die ver­schie­de­nen Nah­rungs­mit­tel so we­nig wie mög­lich zu ver­mi­schen, um ei­nen mög­lichst rei­bungs­lo­sen Ver­dau­ungs­pro­zess zu ge­währ­leis­ten. Wie auch im Rat­ge­ber „Ide­al He­alth through Se­quen­ti­al Ea­ting“von Er­näh­rungs­ex­per­te und Arzt Dr. St­an­ley Bass nach­zu­le­sen, fällt es dem Kör­per da­durch um­so leich­ter, die rich­ti­gen En­zy­me zu pro­du­zie­ren und die Mahl­zeit op­ti­mal zu ver­ar­bei­ten. Nach dem Es­sen bil­det der Ma­gen um je­des Le­bens­mit­tel ei­ne ei­ge­ne Schicht, so­dass die Nah­rungs­mit­tel den Ma­gen in der Rei­hen­fol­ge ver­las­sen, in der wir sie zu uns neh­men.

Das deut­sche Zen­trum der Ge­sund­heit (ZDG) hat am Bei­spiel Koh­len­hy­dra­te die Aus­wir­kun­gen fal­scher Le­bens­mit­tel­kom­bi­na­tio­nen be­son­ders gut er­läu­tert. Für vie­le ge­hört et­wa der Mar­me­la­den­toast am Mor­gen zur täg­li­chen Rou­ti­ne da­zu. Was kaum ei­ner weiß: Ge­nau die­se Kom­bi­na­ti­on ist lei­der al­les an­de­re als ge­sund. In bei­den Pro­duk­ten sind ein­fa­che Koh­len­hy­dra­te ent­hal­ten, die den Blut­zu­cker­spie­gel zwar schnell an­stei­gen, aber eben­so schnell auch wie­der fal­len las­sen. Die Fol­ge: Schon bald mel­det sich das Ge­hirn mit ei­ner Heiß­hun­ger­at­ta­cke zu Wort. Wäh­rend es am Ge­nuss kaum et­was än­dert, ist das Zu­rück­grei­fen auf Voll­korn­brot viel bes­ser für den Kör­per. Auf­grund der kom­ple­xe­ren Koh­len­hy­drat­struk­tur sät­tigt es län­ger, und die Heiß­hun­ger­at­ta­cke bleibt aus.

Das ge­naue Ge­gen­teil tritt bei der Kom­bi­na­ti­on aus Al­ko­hol und Fett ein, am Bei­spiel Bier und Bur­ger er­klärt. Hier lässt das Völ­le­ge­fühl nicht lan­ge auf sich war­ten, und der Grund da­für ist um­so fa­ta­ler. Da der Al­ko­hol im Kör­per zu­erst ab­ge­baut wird, lan­det das im Bur­ger ent­hal­te­ne Fett di­rekt auf den Hüf­ten. Erst wenn der Kör­per den Al­ko­hol ab­ge­baut hat, macht er sich an die Fett­ver­bren­nung. Die­se ver­lang­sam­te Ver­dau­ung fühlt sich für uns nicht nur un­an­ge­nehm an, sie hat auch weit­rei­chen­de Fol­gen. Oft fühlt man sich nach dem kurz­wei­li­gen Ge­nuss noch ei­nen Tag spä­ter matt und trä­ge; ganz zu schwei­gen da­von, dass über­mä­ßi­ger Ge­nuss von Al­ko­hol und Bur­gern Über­ge­wicht för­dern kann.

Der Ver­zehr al­ko­ho­li­scher Ge­nuss­mit­tel hat so sei­ne Tü­cken. Um sich nach ei­ner durch­zech­ten Nacht wie­der auf Vor­der­mann zu brin­gen, grei­fen vie­le ganz ge­wöhn­lich zu ih­rer mor­gend­li­chen Tas­se Kaf­fee. Oh­ne da­von zu wis­sen, kann das al­ler­dings un­an­ge­neh­me Fol­gen ha­ben.

Erst recht dann, wenn der Rest­al­ko­hol noch nicht voll­stän­dig ab­ge­baut ist. Der vom Kof­f­e­in aus­ge­lös­te Ener­gie­schub kann da­für sor­gen, dass die Wir­kung des Al­ko­hols nicht mehr oder nur noch ver­fälscht wahr­ge­nom­men wird. Das­sel­be gilt üb­ri­gens auch für Trend­ge­trän­ke wie Wod­ka Red Bull, für die der schnel­le Kof­f­e­in­kick mit dem Rausch des Al­ko­hols kom­bi­niert wird.

Nach dem über­mä­ßi­gen Ge­nuss von Al­ko­hol bie­tet sich da­her eher Tee oder Milch an, um in den Tag zu star­ten und den Rausch los­zu­wer­den. Ach­tung: Auch hier­bei kann man Feh­ler ma­chen.

Schwar­zer Tee ist reich an ge­sun­den An­ti­oxi­dan­ti­en, die da­zu bei­tra­gen, den Kör­per zu ent­gif­ten. Um die­se Wir­kung nicht zu­nich­te­zu­ma­chen, soll­te je­doch auf die Bei­ga­be von Milch ver­zich­tet wer­den. Die dar­in ent­hal­te­nen Pro­te­ine bin­den die An­ti­oxi­dan­ti­en und ver­hin­dern die Auf­nah­me in den Kör­per. Eben­falls nicht mit Al­ko­hol, ge­nau­er: Rot­wein, ge­nos­sen wer­den soll­ten Lin­sen, da die im Wein ent­hal­te­nen Gerb­stof­fe die Auf­nah­me von Ei­sen hem­men.

Wir al­le wis­sen, dass fri­sches Obst und Ge­mü­se vor al­lem des­halb gut für un­se­ren Kör­per ist, weil wir so mög­lichst vie­le Vit­ami­ne in uns auf­neh­men. Doch Deutsch­lands größ­tes On­line-Ge­sund­heits­por­tal On­me­da ver­weist dar­auf, dass vie­le Kon­su­men­ten ei­ne ent­schei­den­de Sa­che nicht be­den­ken: Da­mit wir die Vit­ami­ne über­haupt auf­neh­men und ver­wer­ten kön­nen, braucht ein Groß­teil der Nah­rungs­mit­tel Fett, da die dar­in ent­hal­te­nen Vit­ami­ne fett­lös­lich sind.

Wer beim Ge­nuss von Ge­mü­se-, Obst- und Blatt­sa­la­ten voll­kom­men auf Fet­te ver­zich­tet, et­wa in­dem wir be­vor­zugt zu fett­frei­en Sa­lat­dres­sings grei­fen, hin­dert sei­nen Kör­per an der Auf­nah­me der Vit­ami­ne.

Oh­ne den Sa­lat in Ölen und Fet­ten zu er­trän­ken, soll­ten wir da­her nicht aus den fal­schen Grün­den völ­lig auf die Bei­ga­be die­ser Nah­rungs­mit­tel ver­zich­ten. Blattsalat mit fett­frei­em Dres­sing ent­hält zwar tat­säch­lich so gut wie kein Fett, es ist al­ler­dings auch kaum sät­ti­gend, und die ge­sun­de Wir­kung ver­pufft.

Fo­to: dpa

Fo­tos: Colourbox.de

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