Un­ge­wöhn­li­che Freund­schaft zwei­er Müt­ter

„Nur ein klei­ner Ge­fal­len“: Thril­ler mit St­ar­be­set­zung und schwar­zem Hu­mor

Meller Kreisblatt - - FILM -

BER­LIN Wie weit darf man in ei­ner Freund­schaft ge­hen? Re­gis­seur Paul Feig bringt in „Nur ein klei­ner Ge­fal­len“ei­ne Ant­wort auf die Lein­wand. Und deckt da­bei die mensch­li­chen Ab­grün­de zwei­er Frauen auf, die un­ter­schied­li­cher nicht sein könn­ten.

Als sich die hilfs­be­rei­te Ste­pha­nie Smo­thers (An­na Kend­rick) mit der mys­te­riö­sen PR-Be­ra­te­rin Emi­ly Nel­son (Bla­ke Li­vely) ein­lässt, ahnt sie nicht, wie der Be­ginn der Freund­schaft ihr Le­ben ver­än­dern wird.

Wäh­rend die bei­den gleich­alt­ri­gen Söh­ne mit­ein­an­der spie­len, ent­lo­cken sich die Müt­ter mit ex­tra star­ken Mar­ti­nis ih­re dun­kels­ten Ge­heim­nis­se. Doch sind es wirk­lich die dun­kels­ten? Und kann man Emi­ly wirk­lich trau­en?

Die Idyl­le der feucht­fröh­li­chen Tref­fen währt nicht lan­ge. Ein Not­fall. Emi­ly kann ih­ren Sohn Ni­cky nicht recht­zei­tig von der Schu­le ab­ho­len. Ste­pha­nie über­nimmt. Das Pro­blem: Ih­re Freun­din ver­schwin­det spur­los und holt ih­ren Sohn nie ab.

Als Emi­lys Lei­che kur­ze Zeit spä­ter in ei­nem See ge­fun­den wird, blei­ben vie­le Fra­gen of­fen. Wer war die­se Frau, die selbst für ih­ren Mann Se­an Town­send (Hen­ry Gol­ding) im­mer ein gro­ßes Rät­sel blieb? Und war­um hat die­ser kurz vor ih­rem Ver­schwin­den ei­ne Le­bens­ver­si­che­rung Mit Mar­ti­nis ent­lo­cken sich Ste­pha­nie (An­na Kend­rick) und Emi­ly Nel­son (Bla­ke Li­vely) ih­re Ge­heim­nis­se.

über vier Mil­lio­nen Eu­ro ab­ge­schlos­sen?

Für „Nur ein klei­ner Ge­fal­len“be­gibt sich Re­gis­seur Feig erst­mals auf un­be­kann­tes Ter­rain. Ei­gent­lich kennt man ihn aus klas­si­schen Hol­ly­wood-Ko­mö­di­en wie „Brau­talarm“,

„Spy – Su­san Co­oper Un­der­co­ver“und „Ghost­bus­ters“. Nun lie­fert er sei­nen ers­ten Thril­ler – auch wenn der zu er­war­ten­de Ner­ven­kit­zel lan­ge Zeit aus­bleibt.

Die Ge­schich­te, die auf dem gleich­na­mi­gen De­büt­ro­man von Dar­cey Bell (2017) be­ruht, ist schnell er­zählt und mag dem ein oder an­de­ren viel­leicht aus „Go­ne Girl – Das per­fek­te Op­fer“(2014) be­kannt vor­kom­men. Den­noch hält der Film ei­ni­ge Über­ra­schungs­mo­men­te be­reit und lebt vor al­lem von der Be­zie­hung zwi­schen Emi­ly und Ste­pha­nie. Die ge­prägt ist von tro­cke­nen Dia­lo­gen und skur­ri­len Be­geg­nun­gen.

Der Zu­schau­er be­ob­ach­tet, wie aus Ste­pha­nie, der prü­den Su­per­mut­ter, ei­ne selbst­be­wuss­te Frau wird, die die Su­che nach ih­rer Freun­din selbst in die Hand nimmt. Und gleich­zei­tig ei­ne lei­den­schaft­li­che Be­zie­hung mit de­ren Mann ein­geht.

Ei­ne Rol­le, die für die Schau­spie­le­rin An­na Kend­rick wie zu­ge­schnit­ten scheint. Und auch Bla­ke Li­vely über­zeugt mit ei­ner er­fri­schen­den, dunk­len Sei­te – die de­fi­ni­tiv für ei­nen ho­hen Un­ter­hal­tungs­wert sorgt. Mit St­ar­be­set­zung, ho­her Ge­schwin­dig­keit und ei­ner ge­sun­den Por­ti­on schwar­zen Hu­mors schafft es Re­gis­seur Feig, das Ki­no­pu­bli­kum am Ball zu hal­ten – und zu ei­nem tur­bu­len­ten En­de zu füh­ren.

Nur ein klei­ner Ge­fal­len. USA 2018. R: Paul Feig. D: An­na Kend­rick, Bla­ke Li­vely, Hen­ry Gol­ding, Je­an Smart. 117 Mi­nu­ten, ab 12.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.