Plan für die Wald­pfle­ge

Mem­min­ger Stadt­rat seg­net neu­en Forst­wirt­schafts­plan ab. Lauf­zeit: 20 Jah­re

Memminger Zeitung - - Vorderseite - VON VOL­KER GEYER

Ei­nen neu­en Forst­wirt­schafts­plan für die Wäl­der der Stadt Mem­min­gen ha­ben jetzt die Mit­glie­der des Stadt­rats be­schlos­sen. Der Plan gilt 20 Jah­re.

Mem­min­gen Über die Zu­kunft der hei­mi­schen Wäl­der ha­ben die Mem­min­ger Stadt­rä­te in ih­rer jüngs­ten Sit­zung be­ra­ten. Letzt­lich ver­ab­schie­de­te das Gre­mi­um ein­stim­mig ei­nen neu­en Forst­wirt­schafts­plan für die Wäl­der der Stadt. Die­se er­stre­cken sich auf ins­ge­samt 1165 Hekt­ar. Laut Ge­setz sol­len an­hand des auf 20 Jah­re an­ge­leg­ten Plans ei­ne vor­bild­li­che Wald­be­wirt­schaf­tung um­ge­setzt und die Nach­hal­tig­keit si­cher­ge­stellt wer­den. Mit an­de­ren Wor­ten: Der Wald soll­te der nächs­ten Ge­ne­ra­ti­on stets in ei­nem ver­bes­ser­ten Zu­stand über­ge­ben wer­den.

„Glau­be an den Kli­ma­wan­del“

So hat­te dann auch Ste­fan Ho­nold bei sei­nen Aus­füh­run­gen das Wohl kom­men­der Ge­ne­ra­tio­nen im Blick. „Ich glau­be an den Kli­ma­wan­del, weil ich mit of­fe­nen Au­gen durch den Wald ge­he“, sag­te der Lei­ter der Mem­min­ger Forst­ver­wal­tung. Da­bei be­ob­ach­te er, dass ge­ra­de die in un­se­ren Wäl­dern vor­herr­schen­den Fich­ten be­reits mit den Aus­wir­kun­gen zu kämp­fen hät­ten. Bei ei­nem wei­te­ren An­stieg der Durch­schnitts­tem­pe­ra­tu­ren sei­en die Fich­ten mas­siv be­droht. Da­her ha­be man be­reits da­mit be­gon­nen, ver­stärkt an­de­re Baum­ar­ten zu pflan­zen, die wär­me­re Tem­pe­ra­tu­ren bes­ser aus­hal­ten.

Die­se Um­stel­lung ist ein zen­tra­ler Punkt im neu­en Forst­wirt­schafts­plan, den der Forst­sach­ver­stän­di­ge Al­f­red Rau­ne­cker aus Augsburg er­ar­bei­tet und nun den Stadt­rä­ten vor­ge­stellt hat. Mit dem Plan sol­len un­ter an­de­rem fol­gen­de Zie­le er­reicht wer­den:

● Schaf­fung von struk­tur­rei­chen Wald­be­stän­den. Das be­deu­tet: weg von Mo­no­kul­tu­ren und hin zu ei­nem Misch­wald, bei dem Bäu­me un­ter­schied­li­chen Al­ters ne­ben­ein­an­der wach­sen. Das nennt man ei­nen ge­misch­ten Dau­er­wald. Das Ge­gen­teil ist ein so­ge­nann­ter Al­ters­klas­sen­wald, wie er in un­se­rer Re­gi­on oft zu fin­den ist. Da­bei wach­sen Bäu­me – in der Re­gel Fich­ten – je nach Al­ter in be­stimm­ten Wald­ab­schnit­ten.

● Ver­mei­dung von Kahl­flä­chen.

● Na­tür­li­che Ver­jün­gung des Baum­be­stands.

● An den Wald an­ge­pass­te Wild­be­stän­de, um ei­nem über­mä­ßi­gen Ver­biss vor­zu­beu­gen. Um dies zu ge­währ­leis­ten, kann die Stadt zum Bei­spiel ent­spre­chen­de Ver­ein­ba­run­gen mit Jagd­päch­tern tref­fen.

● Na­tur­ge­mä­ße Be­wirt­schaf­tung.

● Die Funk­tio­nen des Wal­des mit Blick auf Was­ser-, Kli­ma-, Im­mis­si­ons­und Bio­top­schutz sol­len ge­si­chert und ge­ge­be­nen­falls ver­bes­sert wer­den. Glei­ches gilt für die Nut­zund Er­ho­lungs­funk­ti­on des Wal­des.

Kos­ten: 70 000 Eu­ro

Laut Rai­ner Nüt­zel, Lei­ten­der Forst­di­rek­tor am Amt für Er­näh­rung, Land­wirt­schaft und Fors­ten in Min­del­heim, kos­te­te die An­fer­ti­gung des um­fang­rei­chen Plans et­wa 70 000 Eu­ro. Da­von zah­len die Stadt und das Land Bay­ern je­weils 50 Pro­zent. CRB-Stadt­rä­tin Sa­bi­ne Rogg merk­te in ih­rer Funk­ti­on als Re­fe­ren­tin für Land­wirt­schaft, Fors­ten, Nah­er­ho­lung und Tou­ris­mus an: „Es ist sehr zu be­grü­ßen, dass wir auf dem Weg hin zu ei­nem gut ge­misch­ten Wald sind.“

Schließ­lich sei der Stadt­wald sehr wich­tig als CO2-Spei­cher und Nah­er­ho­lungs­ge­biet – und nicht zu­letzt als „grü­nes Gold“für die Stadt­kas­se, sag­te Rogg. Ba­ben­hau­sen Ei­ne Ver­fol­gungs­jagd hat sich ein be­trun­ke­ner Rol­ler­fah­rer ges­tern Mor­gen mit der Po­li­zei in Ba­ben­hau­sen ge­lie­fert. Der füh­rer­schein­lo­se Mann war vor ei­ner Po­li­zei­strei­fe ge­flo­hen, als die­se ihn an­hal­ten woll­te. Im Ta­fel­mahd ge­lang es der Strei­fe, den Rol­ler­fah­rer zu über­ho­len und zum Ab­brem­sen zu brin­gen. Der 20-Jäh­ri­ge ver­such­te zu wen­den, prall­te da­bei aber ge­gen ei­nen zwei­ten Strei­fen­wa­gen. Er stürz­te und er­litt leich­te Schürf­wun­den. Ein Ate­m­al­ko­hol­test vor Ort er­gab ei­nen Wert von über zwei Pro­mil­le. Zu­dem steht der Mann in Ver­dacht, zu­vor zwei Schei­ben an ei­nem Au­to ein­ge­schla­gen zu ha­ben. Ob der Rol­ler ihm ge­hört, muss eben­falls noch ge­klärt wer­den. Denn laut ei­ge­ner Aus­sa­ge hat er ihn ein­fach „am Wert­stoff­hof mit­ge­nom­men“.

Archivfoto: Tom En­gel

Bei der nach­hal­ti­gen Be­wirt­schaf­tung ei­nes Wal­des muss auf ei­nen an­ge­pass­ten Wild­be­stand ge­ach­tet und ei­ne ent­spre­chen­de Jagd­stra­te­gie an­ge­wandt wer­den. Auf die­se Wei­se soll ei­nem über­mä­ßi­gen Ver­biss vor­ge­beugt wer­den. Das ist ei­ne der Ziel­vor­ga­ben des neu­en Forst­wirt­schafts­plans für die Mem­min­ger Wäl­der.

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