Ei­ne neue Mo­schee für Pa­pen­burg?

Kup­pel­bau mit Sym­bol-Mi­na­rett – Auch Ver­eins­heim soll ent­ste­hen – Ditib-Ver­ein rech­net mit rund 1,5 Mil­lio­nen Eu­ro Kos­ten

Meppener Tagespost - - VORDERSEITE - Von Mai­ke Plag­gen­borg

mpl PA­PEN­BURG. Rund 1,5 Mil­lio­nen Eu­ro plant die Tür­kisch-Is­la­mi­sche Uni­on der An­stalt für Re­li­gi­on – in tür­ki­scher Ab­kür­zung Ditib – in Pa­pen­burg für den Neu­bau ei­ner Kup­pel­mo­schee ein.

Sie soll auf dem Grund­stück des be­reits seit Jah­ren be­ste­hen­den Got­tes­hau­ses am Mit­tel­ka­nal er­rich­tet wer­den. Sie ist die ers­te die­ser Bau­art im Ems­land und soll ein sym­bo­li­sches Mi­na­rett so­wie ein neu­es Ver­eins­heim be­kom­men. Ge­plant ist, ein sechs­ecki­ges Ge­bäu­de mit Kup­pel­dach zu er­rich­ten. Das Ver­eins­heim in orts­ty­pi­scher Rot­klin­ker-Bau­wei­se soll Ver­samm­lungs­räu­me für Frau­en und Män­ner so­wie den auch jetzt dort an­säs­si­gen Le­bens­mit­tel­la­den be­her­ber­gen. Die der­zeit noch vor­läu­fi­gen Plä­ne lie­gen al­ler­dings noch nicht bei der Stadt. Das Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren steht da­mit noch be­vor.

PA­PEN­BURG. Rund 1,5 Mil­lio­nen Eu­ro plant der Pa­pen­bur­ger Ditib-Ver­ein für den Neu­bau ei­ner Mo­schee im Kup­pel­bau auf dem Grund­stück der seit Jah­ren be­ste­hen­den am Mit­tel­ka­nal. Sie ist die ers­te die­ser Art im Ems­land und soll ein sym­bo­li­sches Mi­na­rett be­kom­men. Auch ein neu­es Ver­eins­ge­bäu­de ist vor­ge­se­hen.

Bei­de Neu­bau­ten sol­len von­ein­an­der ge­trennt sein, sagt Ruhi Atalay, der im Vor­stand der Tür­kisch-Is­la­mi­schen Uni­on der An­stalt für Re­li­gi­on – in tür­ki­scher Ab­kür­zung Ditib – ist. Auf dem Park­platz, der sich hin­ter dem jet­zi­gen Ge­bäu­de­kom­plex am Mit­tel­ka­nal – be­ste­hend aus Le­bens­mit­tel­la­den, Ver­eins­haus und Mo­schee – be­fin­det, soll zu­nächst ein sechs­ecki­ger Bau samt Kup­pel­dach und Mi­na­rett ent­ste­hen. Üb­li­cher­wei­se ist ein Mi­na­rett – al­so der Turm an ei­ner Mo­schee – der Ort, von dem aus ein Mu­ez­zin – der Ge­bets­ru­fer – die Gläu­bi­gen ruft. In Pa­pen­burg aber, so Atalay, sol­le die­ser Turm, den er als „Rohr“be­zeich­net, ei­ne rein sym­bo­li­sche Funk­ti­on ha­ben: „Da­mit man von au­ßen se­hen kann, wo man be­ten kann.“In der Mo­schee soll un­ten Platz zum Be­ten für die Män­ner sein, oben für die Frau­en. Das Ditib-Ver­eins­haus in­klu­si­ve Le­bens­mit­tel­la­den soll eben­falls neu ge­baut wer­den. Op­tisch sol­le es sich als Rot­klin­ker­bau in das orts­ty­pi­sche Bild ein­fü­gen. Ste­hen die neu­en Ge­bäu­de, wür­den die jetzt be­ste­hen­den ab­ge­ris­sen wer­den.

Die be­ste­hen­den Plä­ne sind, so Atalay, vor­läu­fig. Es ge­be noch kei­ne Ge­neh­mi­gung da­für, und auch das Bau­ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren sei bei der Stadt noch nicht an­ge­lau­fen, die ent­spre­chen­den Un­ter­la­gen al­so auch noch nicht ein­ge­reicht. Fi­nan­zie­ren will der Pa­pen­bur­ger Ver­ein die Kos­ten für den Neu­bau über die Bei­trä­ge der Ge­mein­de­mit­glie­der. Wei­te­re Un­ter­stüt­zung kön­ne es durch Spen­den von Ge­schäfts­leu­ten ge­ben. So sei es auch beim Kauf des jet­zi­gen Ge­bäu­des im Jahr 2001 ge­we­sen. Wei­te­re fi­nan­zi­el­le Bei­trä­ge kön­ne es vom Di­ti­bDach­ver­band in Köln ge­ben. Dar­in sei­en 1000 Ver­ei­ne or­ga­ni­siert, 75 da­von in Nie­der­sach­sen. Das meis­te Geld wer­de aus ei­nem Kre­dit kom­men.

Grund für den Neu­bau ist Atalay zu­fol­ge der zu ge­rin­ge Platz. Rund 1000 Gläu­bi­ge be­su­chen die Fa­thi-Mo­schee in Pa­pen­burg schon jetzt re­gu­lär an Fei­er­ta­gen wie dem Ra­ma­dan- oder dem Op­fer­fest. Bei dem jet­zi­gen Fas­sungs­ver­mö­gen von ma­xi­mal 400 Be­ten­den müs­se re­gel­mä­ßig auf das üb­ri­ge Grund­stück aus­ge­wi­chen wer­den, wo un­ter frei­em Him­mel die Tep­pi­che aus­ge­legt wür­den.

Zu we­nig Platz

Zu­sätz­lich ha­be die Zahl der Gläu­bi­gen zu­ge­nom­men, auch durch Flücht­lin­ge. Re­gel­mä­ßig kom­men, so Atalay, Kur­den, Tür­ken, Ara­ber, Sy­rer und Gläu­bi­ge aus afri­ka­ni­schen Län­dern zur Mo­schee. Au­ßer­dem müs­se das jet­zi­ge Ge­bets­haus re­pa­riert wer­den. „Die Re­no­vie­rung wür­de das Glei­che kos­ten“. Mo­nat­lich zah­le der Ver­ein 1500 Eu­ro an Ener­gie­kos­ten. „Ich rech­ne da­mit, dass es in un­ge­fähr ei­nem Jahr los­ge­hen könn­te“, meint der Vor­stands­an­ge­hö­ri­ge des Ver­eins mit Blick auf das Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren.

Die tür­kisch-is­la­mi­sche Ge­mein­de be­steht seit 1983 in Pa­pen­burg. Wei­te­re Mo­sche­en im Ems­land gibt es in Es­ter­we­gen, Mep­pen und Lin­gen.

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