Steht auch Atom-Ab­kom­men mit Iran auf der Kip­pe?

Trump will Stra­te­gie am Frei­tag ver­kün­den – „Schlech­tes­ter De­al“

Meppener Tagespost - - EINBLICKE -

dpa WA­SHING­TON. Kurz vor sei­ner Ent­schei­dung zum wei­te­ren Um­gang mit dem IranA­tom-Ab­kom­men am heu­ti­gen Frei­tag hat US-Prä­si­dent Do­nald Trump den Ver­trag er­neut scharf ver­ur­teilt. Im Fern­seh­sen­der Fox News sprach er vom „schlech­tes­ten De­al“und füg­te hin­zu: „Wir ha­ben nichts be­kom­men.“Die Vor­gän­ger­re­gie­rung von Prä­si­dent Ba­rack Oba­ma ha­be das Ab­kom­men „aus Schwä­che“ge­schlos­sen, ob­wohl die USA ei­gent­lich über „gro­ße Stär­ke“ver­füg­ten. „Wir wer­den sehr bald se­hen, was pas­sie­ren wird“, füg­te Trump hin­zu.

Am Sonn­tag läuft die Frist ab, bis zu der sich der Prä­si­dent ge­gen­über dem Kon­gress zum Iran-Ab­kom­men zu er­klä­ren hat. Da­bei geht es um die „Zer­ti­fi­zie­rung“der Ver­ein­ba­rung, die laut US-Ge­set­zes­la­ge al­le 90 Ta­ge an­steht. Ge­meint ist da­mit, dass der Prä­si­dent fest­zu­stel­len hat, ob sich der Iran an die Auf­la­gen bei sei­nem Atom­pro­gramm hält oder nicht. Dies­mal könn­te Trump die Be­stä­ti­gung laut Me­di­en­in­for­ma­tio­nen ver­wei­gern. Dies hie­ße, dass der Kon­gress in­ner­halb von 60 Ta­gen ent­schei­den muss, ob die aus­ge­setz­ten Straf­maß­nah­men der USA ge­gen den Iran wie­der in Kraft tre­ten sol­len. Soll­te er dies tun, wür­de dies den Fort­be­stand des Atom­ab­kom­mens akut ge­fähr­den. Die Wie­der­in­kraft­set­zung der Straf­maß­nah­men wä­re ein schwe­rer Af­front ge­gen die üb­ri­gen Un­ter­zeich­ner­staa­ten des nach jah­re­lan­gen müh­sa­men Ver­hand­lun­gen ge­schlos­se­nen Ab­kom­mens.

Im Atom­streit mit Trump hofft der Iran be­son­ders auf die Un­ter­stüt­zung Eu­ro­pas. „Bis jetzt wa­ren die Si­gna­le dies­be­züg­lich ja auch po­si­tiv“, sag­te Vi­ze­prä­si­dent und Atom­chef Ali Ak­bar Sal­ehi. Wich­tig sei je­doch, dass die Eu­ro­pä­er sich auch im Ernst­fall ge­gen die USA und auf die Sei­te des Irans stel­len wür­den, so der Atom­chef nach ei­nem Tref­fen mit dem bri­ti­schen Au­ßen­mi­nis­ter Bo­ris John­son.

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