Jetzt klug in­ves­tie­ren

Meppener Tagespost - - WIRTSCHAFT - Von Me­la­nie Hei­ke Schmidt mh.schmidt@noz.de

In den Lä­den klin­geln die Kas­sen, die Auf­trags­bü­cher in In­dus­trie und Hand­werk sind voll, das Brut­to­in­lands­pro­dukt (BIP) steigt stär­ker als er­war­tet. Es läuft bes­tens in der deut­schen Wirt­schaft, und nächs­tes Jahr soll die Wachs­tums­ra­te so­gar noch ein biss­chen hö­her aus­fal­len. Al­les wun­der­bar al­so in Eu­ro­pas Wirt­schafts­wun­der­land? Nicht ganz. Denn ein­mal mehr ist der Ex­port Wachs­tums­mo- tor Num­mer eins. Das aber treibt nicht nur vie­len Ak­teu­ren auf dem Welt­markt Sor­gen­fal­ten auf die Stirn, son­dern auch so ei­ni­gen Fi­nanz­ex­per­ten in Brüs­sel. Ein dau­er­haft zu ho­her Ex­port­über­schuss gilt als sta­bi­li­täts­ge­fähr­dend.

Das Pro­blem: Flu­tet ein Land den Markt mit sei­ner Ex­port­wa­re, nei­gen an­de­re Län­der da­zu, sich zu über­schul­den, um Im­por­te zu fi­nan­zie­ren. Die Fol­ge ist ei­ne ge­fähr­li­che Un­wucht. Wäh­rend die ei­nen in Nö­te ge­ra­ten, droht Län­dern mit per­ma­nen­tem Leis­tungs­über­schuss die Über­hit­zung.

Ein Mit­tel ge­gen Letz­te­res wä­re ei­ne An­he­bung der Zin­sen durch die Eu­ro­päi­sche Zen­tral­bank, qua­si der Klas­si­ker der Kon­junk­tur­brem­sen. Doch das fällt der­zeit aus, da es die schwä­che­ren Län­der im Eu­ro­raum fa­tal zu­rück­wer­fen wür­de.

Am En­de bleibt ein gu­ter al­ter Rat: Vor­sicht ist die Mut­ter der Por­zel­lan­kis­te. Wer jetzt vor­sorgt und Ge­win­ne klug in­ves­tiert, ge­rät we­ni­ger schnell ins Strau­cheln, soll­te sich die La­ge ein­mal ver­schlech­tern.

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