Bie­nen­schutz und Ter­ra Pre­ta

Ver­samm­lung des BUND in Mep­pen

Meppener Tagespost - - KREIS EMSLAND - Von To­bi­as Bö­cker­mann

Vor­trä­ge zu ei­nem „Ter­ra Pre­ta“-Pro­jekt und über Bie­nen­schutz in der Land­wirt­schaft ha­ben im Mit­tel­punkt der Jah­res­haupt­ver­samm­lung der BUND-Kreis­grup­pe Ems­land ge­stan­den.

Der Vor­stand um Vor­sit­zen­de Mag­da­le­ne Lüb­bers be­rich­te­te zu­nächst über die Ak­ti­vi­tä­ten des ab­ge­lau­fe­nen Jah­res. Un­ter an­de­rem hat­ten die Na­tur­schüt­zer an Schwei­ge­krei­sen zu den Re­ak­tor­ka­ta­stro­phen Fu­kus­hi­ma und Tscher­no­byl teil­ge­nom­men, ei­ne Li­bel­len­wan­de­rung in die Dör­ge­ner Sand­gru­be an­ge­bo­ten oder den Nie­der­säch­si­schen Lan­des­be­trieb für Was­ser­wirt­schaft, Küs­ten- und Na­tur­schutz in Mep­pen be­sucht. Ei­ne Po­di­ums­dis­kus­si­on mit den Kan­di­da­ten für die Bun­des­tags­wahl hat der BUND in Lin­gen or­ga­ni­siert und fach­li­che Stel­lung­nah­men als Trä­ger öf­fent­li­cher Be­lan­ge zu ver­schie­de­nen Bau- oder Ab­tor­fungs­vor­ha­ben im Ems­land ab­ge­ge­ben.

Ein The­ma im Jah­res­lauf war ein An­bau­ver­such mit „Ter­ra Pre­ta“, der so­ge­nann­ten „schwar­zen Er­de aus dem Re­gen­wald“. Sie soll da­bei hel­fen, Moo­re zu scho­nen und die Pro­duk­ti­on von Nah­rungs­mit­teln nach­hal­ti­ger zu ma­chen. Au­ßer­dem ak­ti­viert das un­ter an­de­rem mit Holz­koh­le und Kom­post her­ge­stell­te Ge­misch das Bo­den­le­ben.

Ver­suchs­beet

Im Früh­jahr hat­te der BUND im Bau­ern­gar­ten Hel­te ein Ver­suchs­beet mit Ter­ra Pre­ta und ein Ver­gleichs­beet an­ge­legt. El­sa Roes vom Bau­ern­gar­ten­team be­rich­te­te nun von den Er­fah­run­gen im ers­ten Jahr. Be­son­ders auf­fäl­lig sei ge­we­sen, dass das Ter­ra-Pre­ta-Beet bes­ser in der La­ge ge­we­sen sei, Was­ser zu spei­chern. Bei Gur­ken und Mais war die Ern­te dop­pelt so gut wie im Ver­gleichs­beet, be­rich­te­te Roes.

Da­nach be­rich­te­te Kars­ten Os­mers, bis vor ei­nem Jahr Lei­ter der Ab­tei­lung Pflan­zen­schutz bei der Land­wirt­schafts­kam­mer in Mep­pen, über den Schutz von Bie­nen in der in­ten­si­ven Land­wirt­schaft. In sei­nem Vor­trag streif­te er den der­zeit dis­ku­tier­ten Rück­gang der In­sek­ten nur am Ran­de – ei­ne ent­spre­chen­de An­kün­di­gung hat­te der BUND in ei­ner Pres­se­mit­tei­lung ver­se­hent­lich vor­ge­nom­men. Für Os­mers stand aber fest: „Die Mas­se der In­sek­ten ist deut­lich zu­rück­ge­gan­gen, und das hat Fol­gen un­ter an­de­rem für die Vo­gel­welt, die eben­falls zu­neh­mend be­ein­träch­tigt wird.“

Os­mers be­rich­te­te aus­ge­wo­gen über be­reits be­ste­hen­de Vor­ga­ben für Land­wir­te – zum Bei­spiel bei der Ver­wen­dung von Pflan­zen­schutz­mit­teln. Nach zahl­rei­chen Schä­di­gun­gen an Bie­nen­völ­kern ge­be es kla­re Vor­schrif­ten, dass dort, wo Bie­nen flö­gen, nur bie­nen­un­schäd­li­che Mit­tel ein­ge­setzt wer­den dürf­ten oder sol­che, die bei be­stimm­ter An­wen­dung die Bie­nen nicht schä­dig­ten.

Be­son­ders wich­tig sei die Be­ob­ach­tung von Kar­tof­fe­lä­ckern. De­ren Blü­ten sei­en für Bie­nen un­in­ter­es­sant und wür­den nicht be­flo­gen. Wenn al­ler­dings vie­le Blatt­läu­se auf den Un­ter­sei­ten der Blät­ter leb­ten, nutz­ten die Bie­nen den von den Läu­sen aus­ge­schie­de­nen Ho­nig­tau. Dann dürf­ten bie­nen­ge­fähr­li­che Mit­tel nicht ein­ge­setzt wer­den.

Mehr Blu­men

Os­mers ging auch auf die viel­fach kri­ti­sier­ten Neo­ni­co­ti­no­ide ein. Er be­ton­te, ei­ni­ge die­ser Pflan­zen­schutz­mit­tel sei­en für Bie­nen un­ge­fähr­lich, drei Wirk­stof­fe aber ver­bo­ten wor­den, weil sie, auch auf­grund fal­scher Aus­brin­gungs­tech­nik, Tau­sen­de Bie­nen­völ­ker ge­schä­digt hat­ten. Land­wir­te sei­en ver­pflich­tet, die An­wen­dung von Spritz­mit­teln zu do­ku­men­tie­ren und ei­nen Sach­kun­de­nach­weis zu er­lan­gen. Das al­les wer­de stich­pro­ben­ar­tig oder bei be­grün­de­tem Ver­dacht kon­trol­liert. Os­mers emp­fahl, den Bie­nen in der Land­schaft fol­gen­der­ma­ßen zu hel­fen: „Le­bens­raum­ver­lus­te mi­ni­mie­ren, gro­ße Blüh­flä­chen statt vie­ler nicht ver­bun­de­ner Blüh­strei­fen an­le­gen, we­ni­ger Pflan­zen­schutz­mit­tel ein­set­zen, we­ni­ger Ni­trat, da die­ses auf ma­ge­re Bö­den an­ge­wie­se­ne Blüh­pflan­zen ver­drängt, und we­ni­ger Flä­chen­ver­brauch.“Auch Haus- und Gar­ten­be­sit­zer sei­en in der Pflicht, sag­te Os­mers. „We­ni­ger St­ei­ne und im­mer­grü­ne Pflan­zen, da­für mehr Blu­men.“

Fo­to: To­bi­as Bö­cker­mann

Die Er­geb­nis­se ei­nes „Ter­ra Pre­ta“-Pro­jek­tes im Bau­ern­gar­ten Hel­te prä­sen­tier­te El­sa Roes beim BUND in Mep­pen, zum Bei­spiel ei­ne gro­ße Ro­te Be­te.

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