800 000 Eu­ro für Ka­ta­stro­phen­schutz

Land­kreis struk­tu­riert um und ver­teilt Fahr­zeu­ge und Kom­pe­ten­zen neu

Meppener Tagespost - - VORDERSEITE - Von To­bi­as Bö­cker­mann

tb HAREN. Der Ka­ta­stro­phen­und Zi­vil­schutz im Ems­land wird neu ge­re­gelt und auf ver­schie­de­ne Stand­or­te ver­teilt. Da­für hat sich der Feu­er­schutz­aus­schuss aus­ge­spro­chen. Ins­ge­samt in­ves­tiert der Land­kreis Ems­land rund 800 000 Eu­ro.

HAREN. Der Ka­ta­stro­phen­und Zi­vil­schutz im Ems­land wird neu ge­re­gelt und auf ver­schie­de­ne Stand­or­te ver­teilt. Da­für hat sich der Feu­er­schutz­aus­schuss aus­ge­spro­chen.

Grund­sätz­lich sol­len dem­nach in Zu­kunft die bis­lang im ABC-Zug des DRK in Ba­win­kel zu­sam­men­ge­fass­ten Kom­pe­ten­zen auf das Ems­land ver­teilt wer­den (wir be­rich­te­ten). Hin­ter­grund ist un­ter an­de­rem ei­ne Emp­feh­lung der Strah­len­schutz­kom­mis­si­on (SSK) im Zu­sam­men­hang mit mög­li­chen Not­fäl­len im Kern­kraft­werk Ems­land in Lin­gen.

Die SSK hat vor­ge­ge­ben, die so­ge­nann­te Mit­tel­zo­ne um das Kraft­werk von ei­nem Ra­di­us von zehn auf ei­nen Ra­di­us von 20 Ki­lo­me­tern zu er­wei­tern. Ei­ne Eva­ku­ie­rung aus die­sem Pl­an­ge­biet muss in­ner­halb von 24 St­un­den nach Alar­mie­rung voll­zo­gen wer­den. Die neu­en Ra­di­en hät­ten zur Fol­ge, dass der ABC-Zug in Ba­win­kel eben­falls eva­ku­iert hät­te wer­den müs­sen. Ein­satz­tak­tisch sei dies nicht zu ver­tre­ten, hieß es.

Gleich­zei­tig sind bun­des­weit die Zu­gangs­vor­aus­set­zun­gen für not­wen­di­ge Lehr­gän­ge im ABC-Be­reich be­reits vor ei­ni­ger Zeit ver­schärft wor­den, so­dass nur noch aus­ge­bil­de­te Feu­er­wehr­leu­te im ABC-Be­reich wei­ter­ge­schult wer­den kön­nen. Dem ABC-Zug in Ba­win­kel fehl­ten auch des­halb zu­letzt be­reits rund 35 aus­ge­bil­de­te Fach­kräf­te – in der Fol­ge wur­de er im De­zem­ber 2017 vom Deut­schen Ro­ten Kreuz ab­ge­mel­det und steht für den Ka­ta­stro­phen­schutz oh­ne­hin nicht mehr zur Ver­fü­gung.

Nun al­so wer­den Auf­ga­ben und Fahr­zeu­ge aus Ba­win­kel zum Teil neu ver­teilt, nach jet­zi­gem Plan sol­len Fahr­zeu­ge des nun CBRN ge­nann­ten Di­ens­tes bei den Feu­er­weh­ren in Sö­gel, Twist-Schö­ninghs­dorf und Ba­win­kel un­ter­ge­bracht wer­den. Al­ler­dings ist die Stand­ort­fra­ge noch nicht end­gül­tig ent­schie­den, Ge­sprä­che lau­fen noch.

CBRN steht da­bei für che­mi­sche (C), bio­lo­gi­sche (B), ra­dio­ak­ti­ve (R) und nu­klea­re (N) Ge­fah­ren. Vor al­lem für die Schaf­fung von ge­eig­ne­ten Fahr­zeug-Stell­plät­zen und für Lehr­gän­ge fal­len bis zum Jahr 2020 Kos­ten in Hö­he von min­des­tens 791 000 Eu­ro an. Der Feu­er­schutz­aus­schuss stimm­te die­ser Aus­ga­be zu, der Kreis­aus­schuss muss aber noch ein gleich­lau­ten­des Vo­tum ab­ge­ben.

Jo­sef St­ein­kamp (CDU) freu­te sich über ei­ne ein­ver­nehm­li­che Lö­sung und hoff­te dar­auf, dass sich nun ge­nü­gend Frei­wil­li­ge für die Lehr­gän­ge im Ka­ta­stro­phen­schutz mel­den. Jens Schmitz (AfD) warb da­für, bei den Ar­beit­ge­bern noch mehr um Ver­ständ­nis für Feu­er­wehr­leu­te zu wer­ben, da­mit die­se wei­ter ih­rem wich­ti­gen Eh­ren­amt nach­ge­hen könn­ten.

Dank zoll­ten der Aus­schuss­vor­sit­zen­de Gerhard Wüb­be und die Mit­glie­der dem schei­den­den Ab­schnitts­lei­ter Mit­te, Jo­sef Cor­des. Er ha­be sechs Jah­re lang her­vor­ra­gen­de Füh­rungs­ar­beit ge­leis­tet.

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