Feh­ler im Sys­tem

Meppener Tagespost - - POLITIK - Von Uwe West­dörp u.west­do­erp@noz.de

Job­wun­der und Voll­be­schäf­ti­gung: Wenn vom Ar­beits­markt die Re­de ist, dann im­mer öf­ter in den höchs­ten Tö­nen. Doch bei nä­he­rem Hin­se­hen er­schei­nen Schön­heits­feh­ler.

Da ist zum Bei­spiel die an­hal­tend ho­he Zahl von Lang­zeit­ar­beits­lo­sen, al­so von Men­schen, die trotz der gu­ten Kon­junk­tur ein­fach kei­nen Job fin­den. Mehr als ei­ne Mil­li­on Men­schen wa­ren im März län­ger als ein Jahr ar­beits­los, zählt man die­je­ni­gen in Wei­ter­bil­dung und Qua­li­fi­zie­rung mit. Es muss al­so er­laubt sein, nach der Ef­fi­zi­enz des Sys­tems zu fra­gen, was au­to­ma­tisch auch zu der Fra­ge führt, ob Hartz IV der Weis­heit letz­ter Schluss ist.

Das Sys­tem über­win­den zu wol­len ist über­trie­ben, denn das „För­dern und For­dern“ist im Grund­satz rich­tig. Nach­bes­se­run­gen sind aber mög­lich und über­fäl­lig. So müs­sen die Job­cen­ter end­lich mehr Geld und Be­ra­ter be­kom­men, um noch mehr Men­schen fit für den Ar­beits­markt ma­chen zu kön­nen. Auch braucht es po­si­ti­ve An­rei­ze. So soll­ten die Zu­ver­dienst­mög­lich­kei­ten ver­bes­sert wer­den. Ver­rin­gert wer­den muss zugleich die über­bor­den­de Bü­ro­kra­tie.

Ein kras­ser Feh­ler im Sys­tem ist auch, dass Hartz IV al­le gleich­be­han­delt – ei­ner­lei, ob sie vie­le Jah­re ge­ar­bei­tet und So­zi­al­ab­ga­ben ge­leis­tet oder kei­nen ein­zi­gen Cent ge­zahlt ha­ben. Hier soll­te es Ab­stu­fun­gen beim Schon­ver­mö­gen und bei den Re­gel­sät­zen ge­ben.

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