„Po­li­tik igno­riert Sor­gen“

Meppener Tagespost - - DIALOG -

Zum Ar­ti­kel „Die Angst­ma­cher“(Aus­ga­be vom 10. April).

„[…] Nicht die­je­ni­gen ge­hö­ren ge­brand­markt, die als neo­kon­ser­va­ti­ve Nutz­nie­ßer ei­ner dau­er­haft fal­schen und un­auf­rich­ti­gen Po­li­tik an der Wahl­ur­ne re­üs­sie­ren, son­dern die Po­lit-,Eli­ten‘ müs­sen an­kla­gend be­fragt wer­den, war­um sie vie­le Jah­re lang vie­le sich im­mer brei­ter ma­chen­de Sor­gen ih­rer Bür­ger vor­sätz­lich igno­riert ha­ben.

So müss­te er zum Bei­spiel die deut­sche Bun­des­re­gie­rung und die sie wi­der­spruchs­los tra­gen­den Frak­tio­nen fra­gen, war­um man die staat­li­che Kon­trol­le an den Gren­zen un­se­res Lan­des genau­so wie in vie­len Städ­ten ver­lo­ren ge­ge­ben hat. War­um man das Bil­dungs­sys­tem, die In­fra­struk­tur und die Bun­des­wehr her­ab­ge­wirt­schaf­tet hat. War­um man hier­zu­lan­de die höchs­ten Ener­gie­prei­se und die höchs­ten Steu­ern be­zahlt. War­um es im­mer noch kein Ein­wan­de­rungs­ge­setz gibt. Und, und, und …

Die um sich grei­fen­de Un­zu­frie­den­heit nicht er­kannt und nicht be­ho­ben zu ha­ben ist al­lein den Ver­ant­wort­li­chen an­zu­las­ten – und nicht de­nen, die in die­ses Va­ku­um ge­sto­ßen sind. Im Wei­te­ren be­klagt Herr Lud­wig ei­ne ,Ver­höh­nung‘ ei­nes Teils der Be­völ­ke­rung durch ,Rechts­kon­ser­va­ti­ve‘ , aber er un­ter­schlägt, dass es die ,Eta­blier­ten‘ wa­ren, die ab­sicht­lich Öl ins Feu­er gos­sen, als sie von ,Pack‘ und ,Dun­kel­deutsch­land‘ re­de­ten. Er hät­te auch er­wäh­nen kön­nen, dass die neue Bun­des­re­gie­rung von sich ge­sagt hat, sie ma­che nun­mehr Po­li­tik für die ,klei­nen Leu­te‘ – was für ei­ne Über­heb­lich­keit, was für ei­ne Ve­rächt­lich­ma­chung!

Der Au­tor un­ter­stellt, dass die von ihm spöt­tisch ,Ret­ter des christ­li­chen Abend­lan­des‘ ge­nann­ten rech­ten Po­li­ti­ker ,Ver­lus­te von Frei­heits­rech­ten‘ in Kauf neh­men wür­den – das ,Netz­werk­durch­set­zungs­ge­setz‘ je­doch, das mit Ab­stand frei­heits­feind­lichs­te Ge­setz, das in Deutsch­land seit dem 2. Welt­krieg ein­ge­führt wor­den ist, lässt er un­er­wähnt.

Eben­so sieht er über Ver­qui­ckun­gen zwi­schen der Bun­des­re­gie­rung und den öf­fent­lich-recht­li­chen Sen­dern hin­weg. Sind für ihn Ge­heim­tref­fen der Kanz­le­rin mit den In­ten­dan­ten in Ord­nung, die­nen ih­re So­lo-Sen­dun­gen mit An­ne Will der neu­tra­len po­li­ti­schen Auf­klä­rung, wem nützt die rie­si­ge Auf­blä­hung des Bun­des­pres­se­am­tes? Aber we­he, Or­bán wür­de der­glei­chen tun … Und wenn Herr Spahn Tat­sa­chen an­spricht, die den Bür­gern seit Lan­gem auf den Nä­geln bren­nen: Ist das ‚Angst­ma­che­rei‘ ? […]“

Joa­chim Kel­ler­mann von Sche­le Bis­sen­dorf

Fo­to: dpa

Die „Po­lit-Eli­ten“ha­ben die „um sich grei­fen­de Un­zu­frie­den­heit“der Be­völ­ke­rung nicht er­kannt, meint ei­ner un­se­rer Le­ser.

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