Es geht ums Ver­trau­en

Meppener Tagespost - - POLITIK - Von Dirk Fis­ser d.fis­ser@noz.de

Der Ter­ror­an­schlag des At­ten­tä­ters Anis Am­ri auf ei­nen Ber­li­ner Weih­nachts­markt hat zwei­fels­oh­ne das Ver­trau­en in die Ar­beit der Si­cher­heits­be­hör­den in Deutsch­land er­schüt­tert. Das Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz ent­schul­dig­te sich da­bei stets mit der Aus­sa­ge, man ha­be sich zu­rück­ge­hal­ten, um Er­mitt­lun­gen der Po­li­zei nicht zu ge­fähr­den. Das Ver­sa­gen, so der Rück­schluss, lag al­so al­lein bei den Po­li­zei­be­hör­den in Berlin und Nord­rhein-West­fa­len, nicht aber beim Ge­heim­dienst. Stimmt das so?

Die bruch­stück­haft ans Ta­ges­licht kom­men­den In­for­ma­tio­nen um ei­nen VMann des Ver­fas­sungs­schut­zes im Um­feld von Am­ri be­zie­hungs­wei­se der Mo­schee, die der Is­la­mist be­such­te, las­sen dar­an Zwei­fel auf­kom­men. Eher sieht es doch der­zeit so aus, als sei das Bun­des­amt Teil des be­hörd­li­chen Ge­samt­ver­sa­gens ge­we­sen. Der An­teil: un­klar.

Woll­te der Ver­fas­sungs­schutz das mit ei­ner Lü­ge ver­schlei­ern? Auf An­fra­ge aus dem Bun­des­tag hieß es noch, es sei kein V-Mann im Ein­satz ge­we­sen. Das scheint nicht zu stim­men. Es wä­re selbst dann nicht rich­tig, wenn die­ser V-Mann nicht spe­zi­ell auf Am­ri ab­ge­stellt war. Es wä­re nun am Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um, als Auf­sichts­be­hör­de der Ge­heim­dienst­ler hier für Klar­heit zu sor­gen. Noch ein­mal: Es geht ums Ver­trau­en in den Si­cher­heits­ap­pa­rat.

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