Alt­mai­er: Meh­re­re LNG-Ter­mi­nals mög­lich

Wil­helms­ha­ven aus Gas-Netz­plan ge­stri­chen / Nord­deut­scher Wett­lauf um Flüs­sig­gas­ha­fen bleibt of­fen

Meppener Tagespost - - WIRTSCHAFT - Von Klaus Wie­sche­mey­er

Hat Nie­der­sach­sen im Ren­nen um ein Flüs­sig­gas­ter­mi­nal ge­gen­über Schles­wig-Hol­stein das Nach­se­hen? Nach ei­nem Alt­mai­er-Be­such in Kiel scheint es so. Doch das kann trü­gen – trotz schlech­ter Nach­rich­ten für Wil­helms­ha­ven.

HAN­NO­VER Die Bun­des­re­gie­rung hat noch kei­ne Vor­ent­schei­dung für den Stand­ort ei­nes Flüs­sig­gas­ter­mi­nals an der deut­schen Küs­te ge­fällt. „Wir prä­fe­rie­ren kei­nen Stand­ort“, be­ton­te ein Spre­cher von Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Pe­ter Alt­mai­er (CDU) ge­gen­über un­se­rer Re­dak­ti­on. Er wi­der­sprach da­mit dem Ein­druck, der Bund set­ze auf den schles­wig-hol­stei­ni­schen Stand­ort Bruns­büt­tel. Bei ei­nem Be­such in Kiel ver­gan­ge­ne Wo­che hat­te Alt­mai­er be­tont, die Chan­ce für „ein sol­ches Pro­jekt hat sich in den letz­ten Wo­chen er­heb­lich er­höht“.

Nie­der­sach­sen lie­fert sich mit Schles­wig-Hol­stein ein Ren­nen um den ers­ten deut­schen Ter­mi­nal und schlägt die Stand­or­te Wil­helms­ha­ven oder Sta­de vor. Das Flüs­sig­gas gilt nicht nur als sau­be­rer Schiffstreib­stoff. Ins Gas­netz ein­ge­speist, kann im­por­tier­tes LNG auch die Ab­hän­gig­keit Deutsch­lands vom rus­si­schen Gas ver­rin­gern. Da­her will der Bund den Ter­mi­nal­bau nun for­cie­ren – bis zum Jah­res­en­de soll es den ers­ten För­der­be­scheid ge­ben. Da­bei will man sich aber nicht zwin­gend auf ei­nen Stand­ort kon­zen­trie­ren: „Auch meh­re­re LNG-Ter­mi­nals kön­nen mei­nes Erach­tens in­fra­ge kom­men“, heißt es in ei­nem un­se­rer Re­dak­ti­on vor­lie­gen­den Brief Alt­mai­ers an Nie­der­sach­sens Wirt­schafts­mi­nis­ter Bernd Al­t­hus­mann (CDU). Al­t­hus­mann hat­te zu­vor dar­auf hin­ge­wie­sen, dass mit Sta­de ein neu­er Be­wer­ber be­reit­ste­he. Ei­ne Pro­jekt­grup­pe um den Che­mie­kon­zern Dow hat im Mai ent­spre­chen­de Plä­ne vor­ge­stellt.

Für den bis­her von Nie­der­sach­sen prä­fe­rier­ten Stand­ort Wil­helms­ha­ven ent­hält der Brief Alt­mai­ers da­ge­gen kei­ne gu­te Nach­richt. Der Wirt­schafts­mi­nis­ter er­klärt, die Stand­ort­fra­ge müs­se „von den In­ves­to­ren ent­schie­den wer­den“. Wil­helms­ha­ven hat bis­her kei­nen. Zu­dem hat die Bun­des­netz­agen­tur be­reits am 12. De­zem­ber 2017 Wil­helms­ha­ven als mög­li­chen Ein­spei­se­punkt aus dem ak­tu­el­len Netz­ent­wick­lungs­plan (NEP) Gas ge­stri­chen. Da­mit pla­nen die Netz­be­trei­ber

der­zeit oh­ne die Stadt am Ja­de­bu­sen. Für Wil­helms­ha­ven ha­be kei­ne „wirk­sa­me Re­ser­vie­rung“vor­ge­le­gen, sag­te ei­ne Spre­che­rin der Bun­des­netz­agen­tur un­se­rer Re­dak­ti­on.

Da Sta­de sich zum Zeit­punkt der Pla­ner­stel­lung noch nicht ge­mel­det hat­te, plant der NEP 2018 bis 2028 der­zeit nur mit Bruns­büt­tel. Dort sind Ka­pa­zi­tä­ten in Hö­he von 8,7 Gi­ga­watt an­ge­mel­det. Der An­trag­stel­ler geht von ei­ner In­be­trieb­nah­me im Jahr 2022 aus. Die FDP-Frak­ti­on im Land­tag fürch­tet, dass Nie­der­sach­sen den Wett­lauf um ein Ter­mi­nal ver­liert. Sie for­dert von der rot-schwar­zen Lan­des­re­gie­rung ei­ne nie­der­säch­si­sche LNG-Stra­te­gie.

Fo­to: dpa/Car­men Jas­per­sen

Ein LNG-Ter­mi­nal pas­sen. wür­de nach Mei­nung des Lan­des gut zum Wil­helms­ha­ve­ner Ja­de-We­serPort

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