Land ist noch im Ren­nen

Meppener Tagespost - - WIRTSCHAFT - Von Klaus Wie­sche­mey­er k.wie­sche­mey­er@noz.de

In Sa­chen Öf­fent­lich­keits­wirk­sam­keit hat Schles­wig-Hol­stein im Ren­nen um ein LNG-Ter­mi­nal an der Nord­see die Na­se vorn: Dass Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Pe­ter Alt­mai­er bei ei­nem Be­such in Kiel das The­ma lobt, darf Re­gie­rungs­chef Da­ni­el Gün­ther ge­trost als Punkt­sieg für sei­nen Fa­vo­ri­ten Bruns­büt­tel ver­mel­den.

Ei­ne Klei­nig­keit ist bei dem Ter­min in Kiel aber et­was un­ter­ge­gan­gen: Alt­mai­er hat bei sei­ner Vi­si­te zwar die Be­deu­tung von Flüs­sig­gas her­vor­ge­ho­ben und Hoff­nun­gen auf ei­ne bal­di­ge Ter­mi­nal-För­de­rung ge­macht. Doch spe­zi­ell auf Bruns­büt­tel hat er sich nicht fest­ge­legt. Will hei­ßen: Nie­der­sach­sen ist mit sei­nen Wunsch­stand­or­ten Wil­helms­ha­ven und Sta­de durch­aus noch im Ren­nen um die För­der­gel­der.

Gleich­wohl wird es für die Re­gie­rung in Han­no­ver nicht ein­fach, den Kon­kur­ren­ten im ho­hen Nor­den Pa­ro­li zu bie­ten: Im ak­tu­el­len Gas-Netz­ent­wick­lungs­plan steht nur Bruns­büt­tel. Und in Wil­helms­ha­ven fehlt nach wie vor ein In­ves­tor.

Weit bes­ser als ein Wett­lauf der Küs­ten­län­der wä­re üb­ri­gens ei­ne ge­mein­sa­me nord­deut­sche LNG-Stra­te­gie. Doch in der Ha­fen­po­li­tik kocht je­des Bun­des­land wei­ter sein ei­ge­nes Süpp­chen. Die Nutz­nie­ßer die­ser Un­ei­nig­keit sit­zen in Rot­ter­dam. Wäh­rend sich Nord­deutsch­land strei­tet, wird dort längst LNG im­por­tiert – und nach Deutsch­land wei­ter­ge­lei­tet.

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