Fahr­läs­sig und un­ver­ständ­lich

Mittelschwaebische Nachrichten - - Bayern -

Ärz­te und Sa­ni­tä­ter sind um ih­re Ar­beit nicht zu be­nei­den. Wäh­rend vor ih­nen ein Mensch um sein Le­ben ringt, müs­sen die Ret­ter ei­nen küh­len Kopf be­wah­ren. Das ist schwie­rig ge­nug. Kommt ei­ne aku­te Ge­fahr hin­zu, et­wa durch Ter­ro­ris­ten oder Amok­läu­fer, brau­chen die Hel­fer erst recht ein au­ßer­ge­wöhn­lich ge­fes­tig­tes Ner­ven­kos­tüm. Bis­lang sind vie­le Ret­ter für ei­ne sol­che Si­tua­ti­on nur un­zu­rei­chend aus­ge­bil­det. Das ist fahr­läs­sig und un­ver­ständ­lich. Auf dem Spiel steht das Le­ben der Op­fer, aber auch die Si­cher­heit der Ein­satz­kräf­te.

Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen müs­sen sich ein Bei­spiel an der Bun­des­wehr neh­men. De­ren Sa­ni­tä­ter ab­sol­vie­ren stan­dard­mä­ßig Kur­se zum tak­ti­schen Ret­ten. Zi­vi­le Ret­tungs­kräf­te müs­sen von die­sem Wis­sen pro­fi­tie­ren. Sie brau­chen es drin­gend. Denn mit An­schlä­gen muss mitt­ler­wei­le nicht nur der Sol­dat in Af­gha­nis­tan, son­dern auch der eh­ren­amt­li­che Sa­ni­tä­ter in Würz­burg oder Ans­bach zu­recht­kom­men.

In Is­ra­el ist ei­ne spe­zi­el­le Ter­ror­aus­bil­dung für me­di­zi­ni­sches Per­so­nal längst üb­lich. Deutsch­land hinkt hier hin­ter­her. Ein Um­den­ken, wie es jetzt of­fen­bar an ei­ni­gen Stel­len pas­siert, ist über­fäl­lig. Bis die nö­ti­ge Aus­bil­dung bei den Hel­fern an­kommt, ver­ge­hen aber noch Mo­na­te. Hof­fent­lich Mo­na­te oh­ne wei­te­ren An­schlag.

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