Rei­sen in ara­bi­sche Län­der un­be­liebt

Nach dem Putsch­ver­such in der Tür­kei und An­schlä­gen: Wo­hin die Bür­ger fah­ren

Mittelschwaebische Nachrichten - - Landkreis | Aus Der Nachbarschaft - VON SARAH-KATHARINA MERK

Land­kreis Die Schul­fe­ri­en ha­ben be­gon­nen. Nicht nur die Kin­der, son­dern auch vie­le El­tern und an­de­re Be­rufs­tä­ti­ge las­sen in die­ser Zeit den All­tag hin­ter sich. Doch die ge­wohn­te Ur­laubs­pla­nung ist, auf­grund der jüngs­ten Un­ru­hen in der Tür­kei und von An­schlä­gen auf der gan­zen Welt, auch mit Be­den­ken be­haf­tet. Vier Rei­se­bü­ros aus der Re­gi­on mer­ken das bei den Kun­den.

War Ma­rio Ur­ban, Ju­ni­or­chef des Rei­se­bü­ros Der Rei­se­pro­fi im Günz­bur­ger V-Markt, im Ju­ni selbst noch in der Tür­kei, wür­de er der­zeit doch eher von ei­ner Städ­te­rei­se nach Istan­bul ab­ra­ten, für an­de­re Re­gio­nen sieht er hin­ge­gen kein Pro­blem. Jür­gen Schön­ber­ger, Ge­schäfts­füh­rer des Rei­se­bü­ros Ho­li­day­land in Bur­gau, sieht das ähn­lich. Er er­klärt, dass man von Rei­sen aus Si­cher­heits­be­den­ken grund­sätz­lich nur kos­ten­frei zu­rück­tre­ten kön­ne, wenn das Aus­wär­ti­ge Amt die ent­spre­chen­de Rei­se­war­nung her­aus­ge­be. Doch es ge­be bei ih­nen auch die Mög­lich­keit, Rei­sen nach An­ka­ra oder Istan­bul, dort, „wo es bro­delt“, zu stor­nie­ren. Der tra­di­tio­nel­le Strand­ur­laub bleibt ei­ne der be­lieb­tes­ten Ur­laubs­for­men bei den Rei­sen­den der Re­gi­on. Be­son­ders vie­le An­ge­bo­te ver­kauf­te der Bur­gau­er die­se Sai­son für Spa­ni­en und Grie­chen­land. Wer es et­was ru­hi­ger möch­te, soll­te al­ler­dings statt auf Mallor­ca, das die­ses Jahr be­son­ders stark nach­ge­fragt wird, sei­nen Ur­laub lie­ber in der Ge­gend um An­da­lu­si­en pla­nen. Und das recht zü­gig, denn die An­ge­bo­te wer­den im­mer knap­per.

Auch in Rei­se­bü­ros in Krumbach zeich­net sich nach Aus­sa­ge von Jo­sef Hil­berts, In­ha­ber des Tui-Rei­seCen­ters, und Al­bert Pa­li­ge, In­ha­ber des First Rei­se­bü­ros, ein ähn­li­cher Trend ab wie bei der Kon­kur­renz. Die Nach­fra­ge nach Rei­sen in ara­bi­sche Län­der und die Tür­kei gin­gen die­ses Jahr dem­nach er­heb­lich zu­rück, da­für sind Grie­chen­land und Spa­ni­en be­son­ders be­liebt. Und wo soll­ten die Kun­den un­be­dingt mal hin­rei­sen? „Nach Sar­di­ni­en. Da ist es wie in der Ka­ri­bik, und die Strän­de sind sehr schön“, emp­fiehlt Ma­rio Ur­ban. Wie Al­bert Pa­li­ge be­rich­tet, sind auch die USA und Ita­li­en die­ses Jahr gut be­sucht. Er emp­fiehlt je­doch kein be­son­de­res Ziel, son­dern ist der Mei­nung, dass die Rei­sen viel­mehr in­di­vi­du­ell den Be­dürf­nis­sen sei­ner Kun­den an­ge­passt wer­den sol­len. Bir­ke­land in Nor­we­gen ist ihm zu­fol­ge sehr schön für Fa­mi­li­en.

Was Tu­ne­si­en be­trifft, ge­hen die Er­fah­rungs­wer­te aus­ein­an­der. Ein Blick auf den Län­der­be­richt des Aus­wär­ti­gen Amts zeigt: Es be­steht wei­ter­hin ein er­höh­tes Ri­si­ko ter­ro­ris­ti­scher An­schlä­ge. Zwar wur­de die Prä­senz der Si­cher­heits­kräf­te be­son­ders in den Tou­ris­mus­ge­bie­ten ver­stärkt, doch Rei­sen­den wird grund­sätz­lich emp­foh­len, sich vor Ort über die ak­tu­el­le La­ge auf dem Lau­fen­den zu hal­ten. Be­son­ders von Rei­sen in be­stimm­te Re­gio­nen ent­lang der Gren­ze zu Al­ge­ri­en und Li­by­en so­wie in ent­le­ge­ne Ge­bie­te der Sa­ha­ra wird drin­gend ab­ge­ra­ten.

Schön­ber­ger be­zieht klar Stel­lung: Das frü­he­re Ur­laubs­ziel wer­de nicht mehr ak­tiv be­wor­ben, vie­le Ho­tels hät­ten au­ßer­dem ge­schlos­sen. „Wenn je­mand sagt, er möch­te güns­tig Ur­laub ma­chen, und es ist ihm egal“, ge­be es al­ler­dings mit Blick auf das Preis-Leis­tungs-Ver­hält­nis gu­te An­ge­bo­te. Im Günz­bur­ger Rei­se­bü­ro wur­den hin­ge­gen doch ei­ni­ge Rei­sen in das Land ge­bucht. Ma­rio Ur­ban emp­fiehlt ih­nen be­son­ders, die im Nor­den ge­le­ge­ne Stadt Ham­ma­met zu be­su­chen.

Sym­bol­fo­to: Paul Schö­ne

Rei­se­bü­ros mer­ken: Ur­lau­ber mei­den ara­bi­sche Län­der.

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