Zwi­schen Schweiß­ge­rät und Schwei­ne­stall

Nach ih­rer viel­fäl­ti­gen Aus­bil­dung freu­en sich die jun­gen Land­wir­te über ih­re Zeug­nis­se

Mittelschwaebische Nachrichten - - Landkreis -

Min­del­heim „Aus dem Häck­sel­wa­ga isch’s Was­ser raus­glaufa!“Als er das hör­te, wuss­te Alex­an­der Fi­scher, dass er am rich­ti­gen Klas­sen­zim­mer an­ge­kom­men war. Vor drei Jah­ren war er zum ers­ten Mal im Ge­bäu­de der Min­del­hei­mer Be­rufs­schu­le, um sei­ne Aus­bil­dung zum staat­lich ge­prüf­ten Land­wirt zu be­gin­nen und muss­te sich erst zu­recht­fin­den. Das er­zähl­te er in sei­ner hu­mor­vol­len Re­de vor ver­sam­mel­ten Mit­schü­lern, Leh­rern, Ver­wand­ten und Eh­ren­gäs­ten im Min­del­hei­mer Fo­rum.

Zwei Fei­er­lich­kei­ten zum er­folg­rei­chen „Ge­sel­len­ab­schluss“wur­den dort zu­sam­men­ge­legt und so er­hiel­ten die jun­gen, staat­lich ge­prüf­ten Land­wir­te, zwei Zeug­nis­se: ein­mal das Ent­las­sungs­zeug­nis aus der Be­rufs­schu­le und zum zwei­ten das Zeug­nis der be­rufs­stän­di­schen Ab­schluss­prü­fung. Patrick Os­ter­mann aus Un­ter­schö­nen­berg war zwei­mal der bes­te Ab­sol­vent. Für ei­nen No­ten­schnitt von 1,55 bei der be­rufs­stän­di­schen Ab­schluss­prü­fung er­hielt er den Land­krei­s­preis. Auch im Ent­las­sungs­zeug­nis der Be­rufs­schu­le be­kam er die Best­no­te mit ei­nem No­ten­durch­schnitt von 1,27. Schon im ers­ten Be­rufs­grund­schul­jahr lern­ten die Ab­sol­ven­ten nicht nur Theo­rie in der Be­rufs­schu­le, son­dern sam­mel­ten Er­fah­rung beim Schwei­ßen an der Land­ma­schi­nen­schu­le oder beim Mel­ken im Be­trieb. Im zwei­ten und drit­ten Aus­bil­dungs­jahr wa­ren sie nur noch ei­nen Tag in der Be­rufs­schu­le, den Rest der Wo­che lern­ten sie bei der Ar­beit im Aus­bil­dungs­be­trieb all das, was sie als zu­künf­ti­ger Land­wirt kön­nen müs­sen. The­men wie Si­cher­heit am Ar­beits­platz stan­den im Vor­der­grund, auch Wald­ar­beit, Pflan­zen­an­bau und Pflan­zen­schutz und nicht zu­letzt die tie­ri­sche Pro­duk­ti­on mit Rin­der- und Schwei­ne­hal­tung. Bei der prak­ti­schen Ab­schluss­prü­fung muss­te der Prüf­ling dann als jun­ger Be­triebs­hel­fer al­le an­ste­hen­den Ar­bei­ten auf dem Feld und im Stall über­neh­men. Selbst­stän­di­ges Pla­nen, Aus­füh­ren und Be­wer­ten der Si­tua­ti­on wur­den da­bei ge­for­dert. Schü­ler Alex­an­der Fi­scher er­zähl­te in sei­ner Re­de: „Wir wa­ren al­le heiß auf die prak­ti­sche Be­rufs­aus­bil­dung. Im Aus­bil­dungs­be­trieb wa­ren wir rich­tig ein­ge­bun­den nicht nur in den Be­triebs­ab­lauf, son­dern auch in die Fa­mi­lie. Wir durf­ten al­le mög­li­chen Er­fah­run­gen ma­chen, von bio­lo­gi­scher Land­wirt­schaft bis hin zur Le­ge­hen­nen­hal­tung. Wir lern­ten un­heim­lich viel über die Pflan­zen- und Tier­pro­duk­ti­on und auch noch et­was Wich­ti­ges: Re­spekt vor der Na­tur und dem uns an­ver­trau­ten Vieh!“Mar­kus Hof­mann, Bil­dungs­be­ra­ter im Amt für Land­wirt­schaft, riet: „Bil­den Sie sich fort, be­su­chen Sie die Land­wirt­schafts­schu­le und wer­den Land­wirt­schafts­meis­ter oder qua­li­fi­zie­ren Sie sich zum Tech­ni­ker für Land­bau. Su­chen Sie den Kon­takt zur Be­völ­ke­rung und er­klä­ren, wie sie pro­du­zie­ren und ar­bei­ten. Wenn Sie die­ses mit Ih­rem fach­li­chen Wis­sen und Kön­nen en­ga­giert und nach­hal­tig tun, wer­den Sie auch er­folg­reich sein!“(ug) »K!ar.Text

Fo­to: Gut­mann

Die jun­gen Land­wir­te aus dem Un­ter­all­gäu und dem Land­kreis Günz­burg fei­er­ten den er­folg­rei­chen Ab­schluss ih­rer Aus­bil­dung in Min­del­heim. Es gra­tu­lier­ten Be­rufs­schul­lei­ter Rein­hard Vet­ter, stell­ver­tre­ten­de Land­rä­tin Mar­le­ne Preiß­in­ger (von links) so­wie Fach­be­treu­er Fer­di­nand Wil­helm (rechts).

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