Aus Bom­ben sol­len bun­te Blu­men sprie­ßen

Ichen­hau­sen sucht Pa­ten für öf­fent­li­che Grün­flä­chen und ver­spricht, sie zu un­ter­stüt­zen

Mittelschwaebische Nachrichten - - Landkreis - VON IRMGARD LORENZ

Ichen­hau­sen Das Hei­ne-Ge­dicht „Ly­ri­sches In­ter­mez­zo“ha­ben die Stadt­rä­te nicht so recht ge­wür­digt, aber die Idee fan­den al­le toll: „Ichen­hau­sen soll schö­ner wer­den“heißt das Pro­jekt, das Quar­tiers­ma­na­ge­rin Jas­min Mai­län­der vor­stell­te. Es ist nicht ganz neu, es soll aber neu­en Schwung be­kom­men.

Bür­ger, die sich als Pa­ten um öf­fent­li­che Grün­flä­chen küm­mern, sie be­pflan­zen, gie­ßen, die Un­kraut zup­fen und Müll auf­sam­meln, hat die Stadt schon vor Län­ge­rem ge- sucht. Es ha­ben sich auch ein paar ge­fun­den, aber es sol­len mehr wer­den. Des­halb wird es im Herbst ei­nen Pflanz­tag ge­ben, um Bür­ger auf die Ak­ti­on auf­merk­sam zu ma­chen, die jetzt den Zu­satz „Ich bin da­bei“trägt.

Was Bür­ger­meis­ter Ro­bert Stro­bel schon jetzt er­freu­lich fin­det: „Al­le Schu­len sind be­reit, sich ein­zu­brin­gen“, sag­te er den Stadt­rä­ten und lob­te auch die Ab­ma­chung, dass die Grund­schu­le ei­ne Flä­che beim Hein­rich-Sinz-För­der­zen­trum in Hochwang pfle­gen und das För­der­zen­trum sich im Ge­gen­zug um öf- fent­li­ches Grün bei der Grund­schu­le küm­mern will. So lernt man sich ken­nen und kommt in Kon­takt.

Da­von könn­ten künf­tig nicht nur Schul­kin­der pro­fi­tie­ren. „Mir macht das Spaß“, sag­te Stadt­rä­tin Hei­ke Glas­sen­hart, die Pa­tin für ei­ne Flä­che bei der ka­tho­li­schen Kir­che ist. Der Bau­hof ha­be sie bes­tens un­ter­stützt, es ge­be im­mer mal wie­der Lob von Pas­san­ten, und: „Man kann ein biss­chen drin auf­ge­hen.“Dass es nicht im­mer die pu­re Freu­de ist, sag­te Stadt­rä­tin Ger­lin­de Schwei­ger, die mit ih­rem Ehe­mann zwei Pa­ten­schaf­ten über­nom­men hat. Das Krie­ger­denk­mal am Fried­hof sei „lei­der Got­tes ein Ab­fall­hau­fen für Schnaps­fla­schen“, sag­te sie.

Bür­ger, die Pa­ten für öf­fent­li­che Grün­flä­chen wer­den wol­len, fin­den al­so ein brei­tes Be­tä­ti­gungs­feld. Die Stadt will ih­nen mög­lichst viel Frei­heit las­sen. Sie ha­ben bei der An­pflan­zung und Gestal­tung „fast freie Hand“, kün­dig­te Stro­bel an, Kos­ten für die Pflan­zen sol­len ih­nen da­bei nicht ent­ste­hen, aber der öf­fent­li­che Raum schö­ner, ge­pfleg­ter und lie­bens­wer­ter wer­den. Das Ziel: ein „grü­nes Ichen­hau­sen“. Im ers­ten Jahr rech­net die Stadt mit Kos­ten von 3500 Eu­ro, die als För­der­geld von der Städ­te­bau­för­de­rung kom­men.

Dar­in ent­hal­ten sind ma­xi­mal 500 Eu­ro für „Seed­bombs“, mit Blu­men­sa­men ge­füll­te Säck­chen, die beim Pflanz­tag im Herbst ver­teilt wer­den. Dann kön­nen sich auch die freu­en, die im Ge­gen­satz zum Prot­ago­nis­ten in Hein­rich Hei­nes Ge­dicht kei­nen ei­ge­nen Gar­ten ha­ben, um dar­in zu lust­wan­deln. Frei­lich dür­fen sich auch glück­li­che Gar­ten­be­sit­zer am grü­nen und blü­hen­den Ichen­hau­sen er­qui­cken. Und da­zu bei­tra­gen dür­fen al­le.

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