An­ge­klag­ter kommt nicht

Pro­zess we­gen Be­trugs muss ver­tagt wer­den

Mittelschwaebische Nachrichten - - Aus Der Nachbarschaft | Landkreis -

Günz­burg So kann’s ge­hen: Ei­gent­lich soll­te sich ein Be­schul­dig­ter we­gen Be­tru­ges vor dem Amts­ge­richt Günz­burg ver­ant­wor­ten. Aber zum an­ge­setz­ten Ter­min um neun Uhr war vom An­ge­klag­ten weit und breit nichts zu se­hen. Der Mann aus dem Kreis Günz­burg hat nach In­for­ma­tio­nen un­se­rer Zei­tung als Ge­wer­be­trei­ben­der Räu­me für ein Han­dels­un­ter­neh­men an­ge­mie­tet und sich au­ßer­dem ei­ni­ge fi­nan­zi­el­le Mit­tel ge­lie­hen. Doch mit der Fir­ma lief es wohl nicht wie ge­dacht, so­dass sich ein Schul­den­berg von ei­ni­gen tau­send Eu­ro an­ge­häuft ha­ben soll.

Ord­nungs­ge­mäß ge­la­den

Beim Schöf­fen­ge­richt war we­gen die­ser Ver­feh­lun­gen nun ein Ver­fah­ren we­gen Be­tru­ges an­hän­gig, das nun über die Büh­ne ge­hen soll­te. Doch da­zu kam es nicht. Zum Auf­takt der Ver­hand­lung wa­ren die üb­ri­gen Pro­zess­be­tei­lig­ten wie Vor­sit­zen­de Rich­te­rin Fran­zis­ka Braun, zwei Schöf­fen, die Staats­an­wäl­tin und der Ver­tei­di­ger Mat­thi­as Egger im Ge­richts­saal, aber kein An­ge­klag­ter. Rich­te­rin Braun in­for­mier­te, dass der Be­schul­dig­te ord­nungs­ge­mäß ge­la­den wor­den sei. Vor­sichts­hal­ber hat­te sie die Po­li­zei zur An­schrift des Man­nes ge­schickt. Die Ord­nungs­hü­ter ha­ben den An­ge­klag­ten al­ler­dings nicht an­ge­trof­fen: „Oh­ne ihn kön­nen wir aber nicht ver­han­deln“, stell­te die Rich­te­rin fest. Der Rechts­an­walt be­stä­tig­te, dass er mit dem Man­dan­ten kei­nen ak­tu­el­len Kon­takt hat­te.

Es könn­te auch ei­nen Haft­be­fehl ge­ben

Die Fol­ge: Ein neu­er Ver­hand­lungs­ter­min muss an­ge­setzt wer­den. Soll­te der An­ge­klag­te dann er­neut nicht auf­tau­chen, könn­te es ei­nen Vor­füh­rungs­be­fehl oder ei­nen Haft­be­fehl ge­ben, wie Amts­ge­richts­di­rek­tor Wal­ter Hen­le auf Nach­fra­ge er­klär­te. Nur, wenn ein trif­ti­ger Ver­hin­de­rungs­grund, et­wa ei­ne Krank­heit mit ärzt­li­chem At­test, vor­lie­ge und das Fern­blei­ben da­mit ent­schul­digt sei, sei ein Vor­füh­rungs­oder Haft­be­fehl ob­so­let, sag­te Hen­le.

Zu wei­te­ren In­for­ma­tio­nen über den An­ge­klag­ten und den ihm vor­ge­wor­fe­nen De­lik­ten ga­ben sich Hen­le und Braun zu­ge­knöpft. (wk)

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