Sen­si­bel für Be­hin­der­te

Mittelschwaebische Nachrichten - - Wirtschaft - VON JOA­CHIM BOM­HARD Weg­ge­sperr­te Kin­der » bom@augs­bur­ger-all­ge­mei­ne.de

Der Um­gang der Ge­sell­schaft mit be­hin­der­ten Men­schen hat sich in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten im­mens zum Gu­ten ge­wan­delt. Ih­nen wird – nicht zu­letzt dank gut ge­führ­ter Ein­rich­tun­gen, von der Früh­för­de­rung bis zu den un­ter­schied­lichs­ten Wohn­for­men – er­mög­licht, ein deut­lich men­schen­wür­di­ge­res Le­ben zu füh­ren. Und die­se Ent­wick­lung der In­klu­si­on, der Ver­an­ke­rung in­mit­ten der Ge­sell­schaft, ist noch lan­ge nicht ab­ge­schlos­sen.

Mel­dun­gen über „frei­heits­ent­zie­hen­de Maß­nah­men“in Hei­men hät­ten frü­her, als be­hin­der­te Men­schen ent­we­der da­heim ver­steckt oder in meist ab­ge­le­ge­nen Hei­men un­ter­ge­bracht wur­den, ver­mut­lich nur ein Schul­ter­zu­cken aus­ge­löst. Das hat sich zum Glück ge­än­dert. Wenn Kin­der in Ex­trem­si­tua­tio­nen im­mer noch oh­ne rich­ter­li­chen Be­schluss qua­si „weg­ge­sperrt“wer­den kön­nen, muss das im Sin­ne der un­teil­ba­ren Men­schen­wür­de na­tür­lich ge­än­dert wer­den. Wenn es in dem ei­nen oder an­de­ren Heim auf­grund per­so­nel­ler oder räum­li­cher Un­zu­läng­lich­kei­ten noch zu un­trag­ba­ren Maß­nah­men kommt, muss auch das ge­än­dert wer­den.

Die Be­trof­fe­nen kön­nen sich selbst am we­nigs­ten weh­ren. Des­halb brau­chen sie den be­son­de­ren Schutz. Sie ha­ben es ver­dient.

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