Ei­ne Stern­stun­de der Chor­mu­sik

Ab­schluss des Fes­ti­vals „Klin­gen­de Kir­chen“im Klos­ter Rog­gen­burg

Mittelschwaebische Nachrichten - - Landkreis -

Rog­gen­burg Ger­hard Leo­pold, der Vor­sit­zen­de des Il­ler-Roth-Gün­zSän­ger­krei­ses hät­te nach dem zö­ger­li­chen Vor­ver­kauf für das Ab­schluss­kon­zert des Chor­fes­ti­vals „Klin­gen­de Kir­chen“, „so ein vol­les Haus nicht er­war­tet“. Auch Di­ri­gent Mar­kus Ro­mes, der Spi­ri­tus Rec­tor und Lei­ter des Fes­ti­vals, war „voll­kom­men platt“, als er in der über­füll­ten Rog­gen­bur­ger Klos­ter­kir­che Hun­der­te von Gäs­ten be­grüß­te. Die Stim­mung un­ter den Kon­zert­be­su­chern war von er­war­tungs­vol­ler Fröh­lich­keit ge­prägt, als die et­wa 100 Sän­ge­rin­nen und Sän­ger des ge­misch­ten Cho­res und des Män­ner­cho­res Il­ler­tis­sen (Lei­tung Joa­chim Hayd) so­wie des Krei­scho­res des Il­ler-Roth-Günz-Sän­ger­krei­ses (Lei­tung Mar­kus Ro­mes) zu­sam­men mit Mu­si­kern des phil­har­mo­ni­schen Orches­ters der Stadt Ulm die „Büh­ne“im Al­tar­raum der Klos­ter­kir­che be­tra­ten.

Sie er­füll­ten die freu­di­gen Er­war­tun­gen mit ei­nem Pro­gramm, das be­wies, dass auch Ch­or­ge­sang Gän­se­haut her­vor­ru­fen kann. „Der Kreis des Le­bens“war das Kon­zert über­schrie­ben und das Le­ben pul- sier­te in Ar­ca­delts Ave Ma­ria und Beet­ho­vens Eh­re Got­tes aus der Na­tur ge­nau so, wie in Ho­gans I Am His Child, Cat Ste­vens Morning has bro­ken, Gjei­los Se­cond Eve oder im hym­ni­schen Adie­mus von Jenk­ins. Je­des Lied wur­de von be­geis­ter­tem Bei­fall ge­tra­gen, wäh­rend die Pro­sa­tex­te da­zwi­schen be­seelt-nach­denk­li­che Pau­sen bil­de­ten. Glanz­vol­ler Hö­he­punkt war die re­gio­na­le Erst­auf­füh­rung der Son­nen­auf­gangs­mes­se (Sun­ri­se Mass) von Ola Gjei­lo mit ih­ren vier The­men „Die Sphä­ren“, „Son­nen­auf­gang“, „Die Stadt“und „Gleich­heit und Erd­bo­den“.

Ei­ne Me­ta­pher für mensch­li­che Ent­wick­lung

Wie ei­ne Bot­schaft stie­gen 100 Stim­men mit dem Orches­ter in den Kir­chen­him­mel. Gjei­los Mes­se ist ei­ne Me­ta­pher für die mensch­li­che Ent­wick­lung. Aus­ge­hend von trans­pa­rent sphä­ri­schen Klän­gen, ent­wi­ckelt sich ge­er­de­te, emo­tio­na­le und dra­ma­ti­sche Chor­mu­sik. Sie steht für die Ve­rän­de­rung vom Kind zum Er­wach­se­nen und im­pli­ziert ei­ne spi­ri­tu­el­le Rei­se, die am En­de wie- der zu ih­rem Ur­sprung zu­rück­kehrt. Wenn man er­leb­te, wie Ro­mes das Werk mit den Chö­ren in­ter­pre­tier­te, dann weiß man, dass dem Krei­schor- und Fes­ti­val­lei­ter hier ein gro­ßer Wurf ge­lun­gen ist. Nach zwei atem­lo­sen St­un­den en­de­te das Kon­zert mit Stan­ding Ova­tions und Bra­vo-Ru­fen. Es war ei­ne Stern­stun­de der Chor­mu­sik. (mde)

Fo­to: De­ger

Zum Ab­schluss der Rei­he „Klin­gen­de Kir­chen“bo­ten et­wa 100 Sän­ger ver­schie­de­ner Chö­re den Be­su­chern in der voll be­setz­ten Klos­ter­kir­che in Rog­gen­burg ein Kon­zert mit vie­len Hö­he­punk­ten.

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