Hoch­ge­schlos­sen

An der Co­paca­ba­na fal­len bei vie­len fast al­le Hül­len. Zwei Ägyp­te­rin­nen tre­ten ge­gen das deut­sche Welt­klas­se­paar Lud­wig/Wal­ken­horst im Ganz­kör­pe­ran­zug an

Mittelschwaebische Nachrichten - - Olympische Spiele 2016 - VON PE­TER DEININGER

Rio Der Kon­trast in der Beach­vol­ley­ball-Are­na könn­te nicht grö­ßer sein: Hier die groß ge­wach­se­nen Bi­ki­ni-Frau­en Lau­ra Lud­wig und Ki­ra Wal­ken­horst aus Ham­burg. Dort die bei­den viel klei­ne­ren, blut­jun­gen Ägyp­te­rin­nen Do­aa El­go­bas­hy und Nada Nea­wad, die aus re­li­giö­sen Grün­den im Ganz­kör­pe­ran­zug spie­len. „Wir ha­ben sie vor­her im Spie­ler­tun­nel ge­trof­fen und mal ge­fühlt: So ein di­cker Stoff bei die­ser Luft­feuch­tig­keit, das hat mich schon über­rascht“, sagt die 30-jäh­ri­ge Lud­wig.

Wäh­rend der nur 36 Mi­nu­ten lan­gen Par­tie ge­gen die Au­ßen­sei­ter aus Afri­ka (21:12, 21:15) ha­ben die bei­den Welt­rang­lis­ten­ers­ten an­de­re Din­ge im Kopf. „Da ist noch viel Luft nach oben. Wir müs­sen noch De­tail­ar­beit leis­ten“, gibt Lud­wig zu, die mit ih­rer Part­ne­rin in die­sem Jahr be­reits die Eu­ro­pa­meis­ter­schaft und vier World-Tour-Tur­nie­re ge­wann. „Aber es wa­ren auch ei­ni­ge coo­le Sa­chen da­bei.“Sie kennt die At­mo­sphä­re bei Olym­pia und ist den­noch be­ein­druckt von den stei­len Rän­gen im Sta­di­on an der Co­paca­ba­na. „Es war nicht voll, aber trotz­dem laut. Die Deutsch­lan­dRu­fe wa­ren nicht zu über­hö­ren, aber auch die Ägyp­te­rin­nen hat­ten ih­re Fans.“

Das war aber nichts im Ver­gleich zu der Par­tie der bei­den Bra­si­lia­ner zu­vor. Da ging es heiß zur Sa­che, manch­mal so­gar zu emo­tio­nal. Bei den Auf­schlä­gen des Du­os aus Ku­ba ka­men Pfif­fe als „Be­gleit­mu­sik“von den Rän­gen. „Ich kann ver­ste­hen, dass sie ih­re Bra­si­lia­ner an­feu­ern, aber die Art und Wei­se fin­de ich na­tür­lich scha­de.“Lau­ra Lud­wig hat sich dar­auf ein­ge­stellt, dass es span­nend wird, wenn auf der an­de­ren Sei­te des Net­zes ein Team aus dem Gast­ge­ber­land steht.

Aber auch die 30-jäh­ri­ge Ham­bur­ge­rin fühlt sich in Rio wie zu Hau­se. „Als ich bei den ers­ten Spie­len zu­schau­te, war die Be­geis­te­rung der­art groß, dass ich sag­te, ich will jetzt end­lich da run­ter.“Lud­wig kennt Rio, hat hier schon ein Gran­dSla­lom-Tur­nier ge­spielt. „Es tut gut, schon ein­mal die Luft hier ge­schnup­pert zu ha­ben. Al­les ist noch ein Stück gi­gan­ti­scher, aber ich ken­ne die We­ge. Al­les ist ver­traut. Ich füh­le mich hier sehr wohl.“

Das Sta­di­on an der Co­paca­ba­na soll ein „Hots­pot“der Spie­le von Rio wer­den, wünscht sich der Welt­ver­band. Ob am Bon­di Beach 2000 in Syd­ney oder mit­ten im Her­zen Lon­dons 2012 – Beach­vol­ley­ball hat fast im­mer den Nerv des Pu­bli­kums ge­trof­fen.

Der Olym­pia­sieg von Ju­li­us Brink und Jonas Re­cker­mann in En­g­land hat auch Lau­ra Lud­wig be­ein­druckt und sich gleich den Trai­ner und Ma­na­ger der Olym­pia­sie­ger ge­schnappt. Ei­ne Me­dail­le soll her. Um die lan­ge An­rei­se vom olym­pi­schen Dorf zu ver­mei­den, sind die bei­den Ham­bur­ge­rin­nen in ein Ap­par­te­ment in der Nä­he des Sta­di­ons ge­zo­gen und ha­ben freie Sicht auf bra­si­lia­ni­sche Strand­kul­tur. „Da sind ei­ni­ge ganz schön knap­pe Bi­ki­nis am Start“, hat Lau­ra Lud­wig fest­ge­stellt. Mit den pas­sen­den Kör­pern? „Kein Kom­men­tar.“

Fo­to: Pix­ath­lon

Tref­fen der Ge­gen­sät­ze: Im Du­ell der deut­schen Top-Beach­vol­ley­bal­le­rin­nen Lau­ra Lud­wig und Ki­ra Wal­ken­horst (rechts) mit dem ägyp­ti­schen Duo war der Un­ter­schied nicht nur op­tisch groß. Die Deut­schen ge­wan­nen sou­ve­rän in zwei Sät­zen.

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