Ist die­ses „Ge­schenk“wert­voll oder un­er­wünscht?

Stadt­rat War­um über die Auf­nah­me des Stadt­saals in die Denk­mal­lis­te so kon­tro­vers de­bat­tiert wird

Mittelschwaebische Nachrichten - - Aus Der Heimat - VON PE­TER BAU­ER

Krum­bach Der Krum­ba­cher Stadt­saal of­fi­zi­ell in die baye­ri­sche Denk­mal­lis­te auf­ge­nom­men: 2. Bür­ger­meis­ter Ger­hard Weiß (CSU) dach­te da an ein Weih­nachts­ge­schenk. Aber manch­mal ge­be es ja auch Ge­schen­ke, die man sich nicht ge­wünscht hat, füg­te er hin­zu. Wie ist das al­so mit dem Stadt­saal, der nun auch of­fi­zi­ell Denk­mal ist? Ein Vor­teil für die Stadt? Oder ist das ein über­flüs­si­ges Ge­schenk, weil die an­ge­streb­te Sa­nie­rung deut­lich teu­rer wird? Dar­über de­bat­tier­te der Krum­ba­cher Stadt­rat am Mon­tag­abend.

Für Bür­ger­meis­ter Hu­bert Fi­scher war der Fall klar: „Es wird teu­rer und kom­pli­zier­ter“. Es wür­den al­len­falls Pla­nun­gen ge­för­dert, die „wir oh­ne die­se Ei­gen­schaft (Denk­mal) nicht ge­braucht hät­ten.“Die mög­li­chen Zu­schüs­se sei­en „eher be­schei­den“. Und: „War­um muss­te man hier den Denk­mal­schutz ins Spiel brin­gen?“Im Rat ge­be es doch ei­ne brei­te Mehr­heit für den Er­halt des Saals.

Ger­hard Weiß mein­te, dass die Denk­mal­ei­gen­schaft „recht­li­ches Fak­tum“sei und dies die Sa­nie­rung des Saals nicht leich­ter ma­che. Nun aber gel­te es zu klä­ren, wo die Plus­punk­te sind, wo die För­der­mög­lich­kei­ten lie­gen und wel­che po­si­ti­ven Aus­wir­kun­gen die neue La­ge ha­be.

Ähn­lich sah dies Dr. Jo­sef Lan­gen­bach (Drit­ter Bür­ger­meis­ter UFWG). Die Be­völ­ke­rung wol­le, dass der Stadt­saal er­hal­ten wer­de. Mit der Denk­mal­schut­zei­gen­schaft ge­be es nun ei­ne neue La­ge. Es gel­te, das Bes­te dar­aus zu ma­chen, man sol­le die Din­ge nicht nur pes­si­mis­tisch se­hen. Ziel müs­se es sein, den Stadt­saal für die Ge­gen­wart und Zu­kunft „auf­zu­hüb­schen“.

Für Achim Fißl (SPD-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der) war der Fall klar: „Wir wol­len die Sa­nie­rung. Die wird aber jetzt we­sent­lich teu­rer.“

Lothar Birz­le (JW/OL-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der) konn­te der neu­en La­ge „we­nig Po­si­ti­ves ab­ge­win­nen“. Das Ziel, dass der Stadt­saal bis zum Jahr 2023, al­so 100 Jah­re nach sei­nem Bau 1923, sa­niert wer­den kön­ne, sei in Ge­fahr. So kön­ne er über die Denk­mal­ei­gen­schaft nicht be­geis­tert sein. Der Stadt­saal müs­se ein Ort der Be­geg­nung sein, der nicht un­be­dingt kon­ser­viert wer­den muss.

An­ders fiel die Be­wer­tung von Chris­toph Hel­mes aus. Er er­in­ner­te sich an sei­ne jah­re­lan­ge Ar­beit im Kul­tur- und Sport­aus­schuss des Land­krei­ses. Sei­ner­zeit ha­be es im­mer wie­der ei­ne gu­te Zu­sam­men­ar­beit mit dem Denk­mal­schutz ge­ge­ben. Die Be­fürch­tun­gen mit Blick auf ne­ga­ti­ve Aus­wir­kun­gen durch den Denk­mal­schutz hal­te er für „über­be­wer­tet“.

Er dank­te dem ehe­ma­li­gen Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Pro­fes­sor Karl Kling, der sich als pri­va­ter Bür­ger in Sa­chen Denk­mal­schutz für den Stadt­saal ein­ge­setzt ha­be. Eben­so dem Hei­mat­ver­ein für sein En­ga­ge­ment für den Er­halt des Saals.

Wie Bür­ger­meis­ter Fi­scher mit­teil­te, hat Wil­li Fi­scher, Vor­sit­zen­der des Krum­ba­cher Hei­mat­ver­eins, 1396 Un­ter­schrif­ten für den Er­halt des Saals über­ge­ben. Wil­li Fi­scher sag­te nach der Sit­zung, dass auch im Rah­men des Denk­mal­schut­zes ein mo­de­ra­tes Büh­nen­nut­zungs­kon­zept für den Stadt­saal mög­lich sei. Dar­über sol­le jetzt nach­ge­dacht wer­den. Krum­bach brau­che ja „kein Las Ve­gas“.

Ar­chiv­fo­to: Ge­org Dr­ex­el

In­schrift im Krum­ba­cher Stadt­saal. Über die Auf­nah­me des Ge­bäu­des in die Denk­mal­lis­te wur­de jetzt kon­tro­vers de­bat­tiert.

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